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Rumäne wegen 150-fachen Betruges angeklagt

Prozess geplatzt Rumäne wegen 150-fachen Betruges angeklagt

Iulian V. Muss sich wegen Betrug in über 150 Fällen und Urkundenfälschung verantworten.

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Quelle: dpa

Dresden. „Sollen wir eine Pause machen, wollen Sie vielleicht etwas trinken“, fragte die Vorsitzende Richterin Beate Ibler-Streetz am Freitag nach 30 Minuten Anklageverlesung in Richtung Staatsanwalt und Dolmetscher. Die Herren wollten keine Halbzeitpause, so ging es weiter. Die Anklage war aber wirklich umfangreich, 30 Seiten hatte Staatsanwalt Till von Borries zu verlesen. Iulian V. Muss sich wegen Betrug in über 150 Fällen und Urkundenfälschung verantworten.

Der 30-Jährige soll Mitglied einer rumänischen Bande gewesen sein, die arbeitsteilig und in wechselnder Besetzung Online-Einkäufer über den „virtuellen Ladentisch“ gezogen hat. Die Gauner stellten Waren oder Dienstleistungen bei Plattformen wie e-Bay, Amazon oder AutoScout 24 ein oder fertigten selbst entsprechende Internetseiten. Ihr Angebot war umfangreich: vom Handy über Waschmaschinen, Kameras, Gartenmöbel, Rasenmäher bis hin zu PKW und Motorrädern. Die Kunden überwiesen den Preis, erhielten aber keine Waren. Um an das Geld zu kommen wurden deutschlandweit unter der Nutzung von Aliasnamen bei verschiedenen Banken Konten eröffnet, wo die Summen eingingen. Das Geld wurde dann zeitnah abgehoben, so dass es den geprellten Käufern nicht mögliche war, es zurückzubuchen.

Der Angeklagte war in Mannheim, Ludwigshafen aber vor allem in Dresden aktiv. Vier Konten eröffnete er zwischen April und Juni 2016 bei der Ostsächsischen Sparkasse und der Postbank. Dafür legte er jeweils gefälschte Dokumente vor. Der Schaden beläuft sich auf 134 000 Euro. Doch ein Teil der ohnehin schon geprellten Kunden wurden weiter ausgenommen. Mit ihren Namen und Kontodaten kaufte Iulian V. im Internet ein – Kleidung und Kosmetik für insgesamt 5500 Euro. Zudem schloss er, wiederum mit falschen Namen, mehrere Mobilfunkverträge ab.

Bis zum Ende der Anklage war alles in Ordnung, dann platzte der Prozess. Der Angeklagte, der sich bei der Haftprüfung Anfang Juni auf einen Deal – ein umfangreiches Geständnis gegen eine Freiheitsstrafe zwischen vier Jahren und vier Monaten und fünf Jahren und vier Monaten – eingelassen hatte, forderte plötzlich einen neuen Anwalt, sonst würde er in den Hungerstreik treten und schweigen. Da ohne Geständnis aber eine sehr umfangreiche Beweisaufnahme nötig ist und der Prozess wesentlich länger dauert, müsste die Kammer erweitert werden. Der Prozess wurde ausgesetzt und wird neu terminiert. „Wir lassen uns nicht erpressen“, so die Vorsitzende.Der Deal ist weg.

Von Monika Löffler

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