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Lokales Rückschlag für Radverkehr in Dresden
Dresden Lokales Rückschlag für Radverkehr in Dresden
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07:41 24.08.2018
Nur eine Illusion: So präsentierte die Verwaltung im Frühjahr 2017 ihre Pläne für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof. Quelle: Stadtverwaltung
Dresden

Böses Erwachen in der Stadtverwaltung: Die Pläne für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof drohen zu scheitern. Die Verwaltung will am Wiener Platz ein dreistöckiges Gebäude mit Abstellmöglichkeiten für 750 bis 1000 Fahrräder errichten. Die Gesamtbruttobaukosten liegen laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) bei 3,2 Millionen Euro. Der Freistaat habe eine Förderquote von 75 Prozent in Aussicht gestellt.

NRW hat mehr als 70 Fahrradparkhäuser, Sachsen keines

Die Verwaltung habe vor kurzem dem SPD-geführten sächsischen Wirtschaftsministerium eine detaillierte Kostenschätzung vorgelegt. „Inzwischen wurde uns mitgeteilt, welche Positionen alle nicht förderfähig sind“, teilt der Baubürgermeister mit und beginnt mit einer langen Aufzählung: Flächen für das Abstellen von Mietfahrrädern, Flächen im Zusammenhang mit Servicedienstleistungen wie Werkstatt, Lager, Sozialraum oder Informationspunkt, anteilige Kosten für die Gebäudehülle, Integration eines Aufzuges, Baunebenkosten, anteilige Planungskosten. „Damit können wir nur noch zwischen 700 000 und 900 000 Euro an Fördermitteln erwarten“, so Schmidt-Lamontain.

„Für die Förderung des Baus von Fahrradstationen an Verknüpfungsstationen des ÖPNV wurden über die ’Richtlinie zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs’ die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen. Nun liegt es an den Kommunen und Kreisen, diese Gelder auch abzurufen und zu verbauen. Die Voraussetzungen sind da“, erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am 1. Juni 2016, als er das zweite Sonderprogramm „Radverkehr“ vorstellte. Mit der aktuellen Mitteilung aus dem Haus Dulig fehle der Stadt ein wesentlicher Anteil der Finanzeriung. „Wenn eine Förderung eines Fahrradparkhauses nicht möglich ist, müssen wir ganz neu denken“, erklärte der Baubürgermeister.

Dresden setze auf den Bau einer Fahrradstation, der auch im Radverkehrskonzept verankert sei. „. Ich höre auch, dass dies von der Bevölkerung erwartet wird, genau so wie von Interessenvertretern wie dem ADFC und dem VCD“, so Schmidt-Lamontain. Vor allem Pendler würden von den sicheren Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen profitieren, denn drohender Fahrraddiebstahl sei für viele Menschen ein Hemmnis, das Fahrrad in ihre Wege zur Arbeit zu integrieren. Aber auch Dienstleistungen wie Reparaturen, Reinigung oder Gepäckaufbewahrung könnten in einem Parkhaus angeboten werden.

Entwürfe für das Fahrradparkhaus

Am Dresdner Hauptbahnhof soll ein Fahrradparkhaus entstehen. Wie es aussehen könnte, darüber haben sich Dresdner Studenten viele Gedanken gemacht. Ihre Ideen sind jetzt im WTC ausgestellt.

Viele Bundesländer würden den Bau von Fahrradstationen unterstützen. Allein in Nordrhein-Westfalen gebe es gegenwärtig über 70 Fahrradparkhäuser, deren Bau mit Landesmitteln gefördert worden sei. „Vor Kurzem konnte ich mit einer Delegation das Fahrradparkhaus in unserer Partnerstadt Rotterdam, direkt unter dem Hauptbahnhof gelegen, besichtigen. Es hat Platz für etwa 5000 Fahrräder“, so Schmidt-Lamontain. In ganz Sachsen gebe es aktuell keine einzige Fahrradstation. Der Baubürgermeister hofft darauf, dass der Freistaat seine Richtlinie überdenkt, mit der nur Anlagen zum reinen Abstellen von Fahrrädern ohne jedes Serviceangebot und ohne jede Überwachung gefördert werden.

Die Verwaltung will im Herbst auf der Immobilienmesse ExpoReal eine Projektausschreibung für den Fernbusbahnhof am Wiener Platz platzieren. Dabei könne er sich vorstellen, dass ein Investor nicht nur den Fernbusbahnhof errichtet, sondern auch das Fahrradparkhaus. Aber wenn die Pläne aufgehen sollen, müssten die Rahmenbedingungen stimmen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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