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Rot-grün-rote Stadtratsmehrheit fordert 20 neue Zebrastreifen in Dresden

Fußgängerüberweg Rot-grün-rote Stadtratsmehrheit fordert 20 neue Zebrastreifen in Dresden

Bis zum Herbst sollen in Dresden 20 neue Zebrastreifen entstehen. Das fordert die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit in einem Antrag, der noch in allen Ortsbeiräten diskutiert werden soll. Auf diese Weise soll der Widerstand der Verkehrsbehörde gebrochen werden, die sich bisher mit einem verblüffenden Argument gegen Zebrastreifen ausgesprochen hat.

Auch über die Bayrische Straße sollte ein Zebrastreifen führen, finden die Stadträte Ulrike Caspary (Grüne), Martin Schulte-Wissermann (Pirat/Fraktion Linke) und Hendrik Stalmann-Fischer (SPD; v.l.).
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Zebrastreifen? – kennen Dresdner Autofahrer nicht. Mit dieser simplen Behauptung hat die Verkehrsbehörde laut Hendrik Stalmann-Fischer bisher jeden Versuch abgeblockt, einen der gestreiften Fußgängerüberwege an Dresdner Straße einzurichten. „Tatsächlich gibt es in Dresden sehr wenige Zebrastreifen, nur am Stadtrand in einigen Ortschaften“, sagt der SPD-Stadtrat. Das soll sich nun ändern: An 20 Standorten im Stadtgebiet schlägt die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit die Installation von Zebrastreifen vor, und das schon bis zum Oktober. Bevor der Stadtrat über den interfraktionellen Antrag berät, sollen jedoch noch alle Ortsbeiräte Gelegenheit haben, über die Vorschlagsliste zu diskutieren.

Zebrastreifen für Dresden

Halten Sie mehr Zebrasteifen in Dresden für sinnvoll?

„Das kann für uns nur der Anfang sein“, sagt der Pirat Martin Schulte-Wissermann, der zur Linken-Stadtratsfraktion gehört, über die 20 geforderten Zebrastreifen. Der deutliche Umfang des Pakets solle dafür sorgen, dass bei den Autofahrern ein Bewusstsein für die Querungshilfen entsteht. „Außerdem wollen wir ihre Installation mit eine Öffentlichkeitskampagne begleiten“, sagt er. Dass es die nicht unbedingt braucht, weiß jeder Besucher des Elbeparks, wo ein vor allem tagsüber stark frequentierter Zebrastreifen weder Fußgänger noch Autofahrer vor größere Probleme stellt. Rot-Grün-Rot zielt mit seiner Strategie offenbar eher auf die abwehrende Haltung der Verwaltung.

Für die gibt auch Gründe: die Kosten. Sie liegen laut Stalmann-Fischer je Zebrastreifen bei 1000 bis 10 000 Euro für die Installation. „Das hängt vom jeweiligen Ort ab“, sagt er. Denn Fußgängerüberwege müssen barrierefrei sein, weshalb sie abgesenkte Bordsteine und Blindenleitsysteme erfordern. Hinzu kommen Betriebskosten, vor allem für die inzwischen obligatorische Beleuchtung. „Man kann mit Zebrastreifen auch Ampeln einsparen, dann kann sich das schnell rechnen“, wirbt Schulte-Wissermann für die Idee. Laut Vorschlagsliste soll zum Beispiel die Ampel an der Dürerstraße einem Fußgängerüberweg weichen.

Für Zebrastreifen spreche vor allem, dass sie „Fußgängern einen größeren Schutzraum bieten“, wie Grünen-Stadträtin Ulrike Caspary sagt. „Sie können nicht zugeparkt werden und erleichtern es allen, über eine Straße zu kommen“, sagt sie. Allerdings ist nicht jeder Ort für sie geeignet. „An Hauptverkehrsstraße wird es sie nicht geben, aber im Nebenstraßennetz sind sie oft sinnvoll“, sagt Stalmann-Fischer. Empfohlen sind sie laut einer Richtlinie an Straßen, die von 50-150 Fußgängern in der Stunde gequert und von 300 bis 750 Fahrzeugen in der Stunde befahren werden.

Der Zebrastreifen-Antrag trifft offenbar einen Nerv. In einer Pressemitteilung hat der Verein „Dresden zu Fuß“ eine eigene Liste mit elf Standortvorschlägen an Straßen und zwei weiteren an Kreisverkehren aufgestellt.

Hier sollen die 20 Zebrastreifen entstehen

– Glacisstraße vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium

– Dürerstraße als Ersatz für die Ampel

– Pfotenhauerstraße Höhe Bönischplatz

– Pfotenhauerstraße Höhe vietnamesischer Garten

– Kreuzung H.-Grundig-Straße/Striesener Straße

– Bayrische Straße/Bernhardstraße

– Nöthnitzer Straße Höhe Fakultät Informatik

– Nöthnitzer Straße 46

– C.-D.-Friedrich-Straße Höhe Haus Nr. 37/Einmündung Räcknitzhöhe

– Reichenbachstraße, etwa zwischen Uhlandstraße und Franklinstraße

– Liegauer Straße in Höhe Diska

– Kreuzung Lößnitzstraße/Dammweg

– Kreuzung Rudolf-Leonard-Straße/Bischofsweg

– Beethovenstraße zwischen Bergerstraße und Radeberger Straße

– Königsbrücker Landstraße/Einmündung Boltenhagener Straße

– Boltenhagener Straße im Bereich Boltenhagener Platz

– Karl-Liebknecht-Straße/Kirchsteig/Heinrich-Tessenow-Weg

– Karl-Liebknecht-Straße/schmaler Weg

– Grenzstraße: direkt nach der Bushaltestelle von Süden aus gesehen

– Boltenhagener Straße: zwischen Ahlbecker und Travemünder Straße

– Quohrener Straße Höhe Gymnasium

– Kretschmerstraße Höhe Eisenacher Straße

– Berggartenstraße Höhe R.-Becker-Straße

– Tittmannstraße Höhe Augsburger Straße

– Tittmannstraße Höhe Wittenberger Straße

– Tittmannstraße Höhe Wormser Straße

– Tittmannstraße Höhe Haydnstraße

– Wormser Straße Höhe Rosa-Menzer-Straße

– Bodenbacher Straße Höhe Tetschener Straße

– Kreuzung Bischofsweg/Kamenzer Straße

– Dohnaer Straße Höhe Hugo-Bürkner-Straße

– Am Lehmberg Höhe Wilhelm-Müller-Straße

– im Umfeld der 61. Grundschule, z.B. Höhe Krügerstraße 86 oder Hutbergstraße 1

– Pohlandstr. vor 25. Grund- und Oberschule

– Rosa-Menzer-Str. vor 51. Grundschule, Überquerung zum Sport- und Spielplatz

– Bergmannstr. auf Höhe Wittenberger Str.

– Käthe-Kollwitz-Ufer Höhe Schubertstr.

– Käthe-Kollwitz-Ufer Höhe Vogesenweg

Von Uwe Hofmann

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