Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Rot-Grün-Rot verhindert Wohnungsbau
Dresden Lokales Rot-Grün-Rot verhindert Wohnungsbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:46 24.08.2016
Verhindert: Wohnungsbau an der Elbe mit dem Projekt „Marina Garden“.  Quelle: Archiv
Dresden

 Entscheidungen des Stadtrates haben von September 2014 bis Juli 2016 den Bau von 1100 Wohnungen verhindert. Das teilte der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) jetzt auf Anfrage des SPD-Stadtrates Thomas Blümel mit.“Bei den Vorhaben führte die Entscheidung des Stadtrates dazu, dass sie nicht wie ursprünglich geplant und auch bis heute nicht begonnen werden konnten“, so Sittel. Blümel hat den Zeitraum abgefragt, in dem die rot-grün-rote Mehrheit das Sagen im Stadtrat hat.

„Der linken Mehrheit wird ja regelmäßig von der CDU oder der FDP vorgeworfen, sie würde massiv privaten Wohnungsbau verhindern. Ich wollte deshalb konkrete Fakten haben und wissen, ob das nur Unterstellungen sind“, erklärte der Sozialdemokrat die Intention seiner Anfrage.

Die Antwort habe der Geschäftsbereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) erarbeitet. Er habe also keinen Grund, an den Zahlen zu zweifeln, so Blümel. „Mich hat es überrascht, dass so viele Wohnungen aus den unterschiedlichsten Gründen auf der Strecke geblieben sind.“ In der Antwort sind Bauvorhaben in der Leipziger Vorstadt, an der Reichenbach-/Uhlandstraße, an der Karl-Liebknecht-Straße/Am Pfarrlehn und am Landsteig/Rochwitzer Straße aufgezählt. Verzögerungen habe es außerdem bei Wohnungsbauvorhaben an der Ringstraße und an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße gegeben.

In dem von Blümel abgefragten Zeitraum wurden 2884 Neubauwohnungen fertiggestellt. „Da sind 1100 Wohnungen eine Hausnummer“, so der Sozialdemokrat, der zum Vergleich darauf verweist, dass die neue städtische Wohnungsbaugesellschaft in einem ersten Schritt 800 Wohnungen errichten soll. „Wir als SPD-Fraktion werden diese Zahlen zum Anlass nehmen, selbstkritisch zu reflektieren und unser Handeln zu hinterfragen. Beim Thema Wohnen klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine deutliche Lücke.“

Die Konsequenz könne nur heißen, alle in Vorbereitung befindlichen Wohnungsbauvorhaben schnell zu prüfen und auf den Weg zu bringen, meint Blümel. „Wir sollten nicht immer nur nach Gründen suchen, warum etwas nicht geht, sondern in Projekten Chancen für die Stadt sehen. Negieren und Ablehnen bringen uns nicht weiter.“ Die SPD werde sich intensiv mit den Folgen von Beschlüssen befassen, kündigte Blümel an. Bei geplanten Vorhaben wie dem Neubau an der sogenannten „Grünen Ecke“ in Friedrichstadt an der Weißeritz/Friedrichstraße oder dem geplanten Baugebiet am Leutewitzer Park würden die Sozialdemokraten den Wohnungsbau bei ihrer Entscheidung mit berücksichtigen. „Wir wollen die Stadt voranbringen. Dafür sind wir gewählt worden.“

Immerhin: Von September 2014 bis März 2016 hat die Stadtverwaltung für 4937 Neubauwohnungen Baugenehmigungen erteilt, steht in dem Schreiben von Sittel.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Der Dresdner Stadtrat kann jetzt elektronisch abstimmen - 32 526 Euro für Sonderwünsche

Im Mai tagte der Stadtrat zum ersten Mal im sanierten Plenarsaal – und gab Nachbesserungen im Auftrag. Die sind jetzt erledigt und haben 32 526 Euro gekostet, wie die Verwaltung vorrechnet. Am 8. September kann elektronisch abgestimmt werden.

24.08.2016
Lokales Dresden will Striesen und Blasewitz unter Schutz stellen - Schluss mit schlichter Bauträgerarchitektur!

Wenn die Abrissbirne kam, war die Stadt machtlos. Nicht denkmalgeschützte Gebäude in Striesen oder Blasewitz wurden einfach weggerissen und durch schlichte Neubauten ersetzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Verwaltung hat Erhaltungssatzungen erarbeitet.

23.08.2016
Lokales Dresdner Unicef-Gruppe feiert 25-jähriges Bestehen 2016 mit einer Festwoche - Dynamo und Ministerin Klepsch engagiert bei Unicef-Lauf in Dresden

Dynamo Dresden und Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) haben die Schirmherrschaft für den vierten Unicef-Spendenlauf in Dresden am 4. September im Waldpark übernommen. Die Dresdner Unicef-Gruppe, die den Lauf organisiert, besteht in diesem Jahr 25 Jahre. Aus diesem Grund startet am Freitag eine Festwoche. Und: Die Mitglieder hoffen auf einen passenden Spendenerlös von 25 000 Euro.

23.08.2016