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Rot-Grün-Rot sucht für Globus Alternative

Handel Rot-Grün-Rot sucht für Globus Alternative

In den Streit um den Globus-Markt auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs kommt Bewegung. Die Stadtratsmehrheit von Linken, Grünen und SPD schiebt jetzt die Suche nach einem Alternativstandort an.

So sehen die Globuspläne derzeit aus.

Quelle: Büro Kretschmar + Dr. Borchers

Dresden. In den Streit um den Globus-Markt auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs kommt Bewegung. Die Stadtratsmehrheit von Linken, Grünen und SPD schiebt jetzt die Suche nach einem Alternativstandort an. „Wir wollen einen Standort suchen, wo das Unternehmen auch bereit ist hinzugehen.“

Seit Jahren wird über die Ansiedlung gestritten. 2013 kaufte der Handelsriese das Gelände, mit der Aussicht, dass innerhalb von zwei bis drei Jahren Baurecht geschaffen würde. Der Stadtrat beschloss noch vor der rot-grün-roten Zeit die Aufstellung eines Bebauungsplans. Doch erst wenn dieser beschlossen wäre, bestünde Baurecht. 72 Millionen Euro sollen investiert werden, 300 Arbeitsplätze und eine Verkaufsfläche von 8800 Quadratmeter entstehen. Bei Rot-Grün-Rot fehlt bislang offenbar die politische Mehrheit, den Aufstellungsbeschluss aufzuheben, daher wird seit längerer Zeit über die Suche nach Alternativstandorten diskutiert, die einen solchen Beschluss überflüssig machen würden. Globus-Geschäftsleiter Heiko Weigert erklärte kürzlich gegenüber DNN, dass sein Unternehmen dafür ein Grundstück mit 40000 Quadratmetern und zwei Ausfallstraßen benötigen würde. Eine geeignete Fläche könne er in Dresden nicht erkennen.

Mit dem gemeinsamen Antrag will es die Stadtratsmehrheit aber trotzdem versuchen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wird damit beauftragt, „gemeinsam mit dem Unternehmen Globus einen alternativen Standort für einen Globus-Markt (Lebensmittel/Vollsortimenter) zu finden“. Die Standortsuche soll in einer Arbeitsgruppe der Verwaltung unter Beteiligung des Amtes für Wirtschaftsförderung, des Umweltamtes und des Stadtplanungsamtes erfolgen. In die Arbeitsgruppe sei auch das Unternehmen einzubeziehen. OB Hilbert soll Kriterien für den Standort erarbeiten und Ergebnisse bis zum 31. Dezember 2017 vorlegen.

„Wir haben nichts gegen das Unternehmen, aber am jetzigen Standort sind die Pläne falsch“, erklärte Thomas Löser, Fraktionschef der Grünen gestern. Er habe dem Unternehmen wiederholt nahegelegt, auf etwa 5000 Quadratmeter Verkauffläche zu reduzieren, von einem Bedarf von 40 000 Quadratmeter habe er in den bisherigen Gesprächen mit Globus noch nie etwas gehört. Die Fläche rund um den Alten Leipziger Bahnhof habe erhebliches städtebauliches Potenzial. Daher werde Globus in den nächsten zweieinhalb Jahren dort kein Baurecht für einen Markt erhalten. Mitte 2019 wird in Dresden neu gewählt, der Fortgang der Geschichte würde dann von den neuen Mehrheitsverhältnissen abhängen.

Löser kann sich jedoch vorstellen, dass ein Verkauf des Geländes am Alten Bahnhof für Globus mittlerweile interessant sein könnte. Mit Entwicklungen wie der Hafencity und dem allgemein wachsenden Interesse von Investoren an Flächen in der Landeshauptstadt könnte Globus das Areal möglicherweise gewinnbringend verkaufen. Nach Lösers Ansicht ist das Areal „hochinteressant für die städtebauliche Entwicklung“.

Von Ingolf Pleil

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