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Lokales Rot-Grün-Rot fordert Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden
Dresden Lokales Rot-Grün-Rot fordert Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden
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18:10 24.03.2017
Symbolbild. Quelle: dpa
Dresden

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine riesige Lücke. Dresden verfehlt das selbst gesteckte Klimaschutzziel um Längen, der Kohlendioxyd-Ausstoß stagniert seit Jahren pro Jahr und Einwohner bei etwa zehn Tonnen. Das liege auch daran, weil die Stadtverwaltung ihre Möglichkeiten für den Klimaschutz nicht ausschöpft, meint die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR). Ein gemeinsamer Antrag soll das ändern: „Wir wollen, dass es endlich mit dem Bau von Photovoltaik-Anlagen vorangeht“, erklärt Wolfgang Deppe, Stadtrat für die Grünen.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liege in Dresden bei mageren fünf Prozent – auch deshalb, weil das Potenzial für Photovoltaik-Anlagen auf den Dresdner Dachflächen nicht im Ansatz ausgeschöpft werde. 7,8 Millionen Quadratmeter Dachfläche seien für die Erzeugung von Solarenergie geeignet, rechnet Deppe vor, auf rund 2,3 Millionen Quadratmetern könne im Prinzip sofort losgelegt werden. „Damit ließen sich 300 Gigawattstunden Strom erzeugen. Das sind zehn bis 15 Prozent des Strombedarfs der ganzen Stadt“, so der Grüne.

Veränderungen bedürften eines gewissen Drucks, meint RGR: Die Verwaltung soll jährlich mindestens zehn der für Solarenergie geeigneten Flächen auf städtischen Gebäuden als Pachtflächen öffentlich ausschreiben, erklärt Deppes Fraktionskollegin Ulrike Caspari die Pläne. Innerhalb eines halben Jahres sollten diese Flächen an Investoren vergeben werden, wenn keine städtische Eigennutzung in Betracht komme. Der Pächter solle eine Sicherheitsleistung hinterlegen, die er erst zurückerhalte, wenn die Solarstromanlage fleißig läuft.

Laut Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linken, soll bei allen Hochbauvorhaben der Stadt und von städtischen Unternehmen die Nutzung von Solarenergie technisch vorgesehen und vorbereitet werden. Auch die Wohngebäude der neuen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Woba) sollen Solardächer erhalten, sofern das in den jeweiligen Baugebieten möglich ist. „Der bautechnische Aufwand ist minimal“, erläutert Wirtz, die Solar-Module würden eine Tragfähigkeit von 25 Kilogramm pro Quadratmeter erfordern.

Peter Bartels von der SPD-Fraktion verwies darauf, dass im Bund Fördermöglichkeiten für Mietersolaranlagen geprüft würden. Dann könnten Mietwohnungen mit dem Strom versorgt werden, der auf dem Dach des Wohngebäudes erzeugt wird. „Strom vom eigenen Dach ist günstiger als aus dem Netz“, meint Bartels, und Caspari kann sich durchaus vorstellen, dass kommunale Dachflächen den Bürgern der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Dann könnten sich Lehrer und Eltern zusammentun und in eine Solaranlage auf dem Schuldach investieren.

Die Verwaltung soll nach dem Willen von RGR regelmäßig berichten, wie sie die Forderungen nach mehr Solaranlagen umsetzt. Zunächst beraten die Ausschüsse über die Pläne, ehe der Stadtrat darüber entscheidet.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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