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Lokales Rossendorf bekommt neues Magnetlabor: HZDR-Direktor Sauerbrey im DNN-Interview
Dresden Lokales Rossendorf bekommt neues Magnetlabor: HZDR-Direktor Sauerbrey im DNN-Interview
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18:31 09.09.2015
Die Grafik zeigt den Verlauf des geplanten Deiches in Fürstenhain. Quelle: Oliver Killig, HZDR

Hat sich der Wechsel von der Leibniz- in die Helmholtz-Gemeinschaft gelohnt?

Allein für unseren Flüssigmetall-Dynamo "Dresdyn" kalkulieren wir inklusive Gebäude etwa 23 Millionen Euro. Weitere 15 Millionen wird unser Petawatt-Laserbeschleuniger für die Krebstherapie-Forschung kosten.

Welche großen nationalen Aufgaben meinen Sie denn?

Zum Beispiel die Energiewende: Die Technologien, die dafür benötigt werden, sind noch gar nicht alle verfügbar. Wir haben deshalb unseren Energiebereich umstrukturiert, um an diesen Problemen mitzuarbeiten: Wir haben zwei Institute geschlossen und dafür zwei neue aufgebaut: Die Institute für Ressourcenökologie und für Fluiddynamik.

Fluiddynamik klingt exotisch. Was ist das?

Wir untersuchen dort die Prozesse in flüssigen Materialien, zum Beispiel in Metallschmelzen. Unter anderem wollen wir Flüssigmetall-Batterien entwickeln. Das sind große stationäre Energiespeicher, mit denen man zum Beispiel die Stromspitzen aus Sonnen- und Windkraftwerken zwischenspeichern könnte. Aber auch für die Chemieindustrie oder für die Optimierung der Stahlproduktion ist die Dynamik in Flüssigkeiten interessant, ebenso in der Kristallzucht.

Ursprünglich wurde das Forschungszentrum Rossendorf ja für den Einstieg der DDR in die Atomkraft-Nutzung gegründet. Geben Sie die Forschungen rund um die Kernreaktorsicherheit nun ganz auf?

In diesem Forschungssektor gibt es in Deutschland nur noch in Karlsruhe und bei uns wesentliche Kompetenzen und die wollen wir aufrechterhalten. Zum Einen geht - nach derzeitigem Stand - das letzte deutsche Kernkraftwerk erst 2022 vom Netz. Zum Anderen setzen viele unserer Nachbarländer weiter auf die Atomkraft und bauen teilweise auch neue Kernkraftwerke - Frankreich zum Beispiel, Großbritannien, Finnland und Schweden.

Außerdem wollen wir uns nach der Suche nach einem sicheren Endlager für radioaktive Abfälle beteiligen. Unser Fokus liegt auf möglichen biologischen Abtransporten dieser Abfälle durch Bakterien. Hier muss man immerhin in Zeithorizonten von Hunderttausenden Jahren denken.

Wenn Sie gerade von Bakterien sprechen: Hatte Rossendorf nicht mal Bakterien gefunden, die Uranreste wegfressen?

Diese Technologie wollen wir in unserem neuen Institut für Ressourcentechnologie in anderer Richtung weiterentwickeln: Um zum Beispiel aus alten Abraumhalden seltene Erden und andere strategisch wichtige Rohstoffe mit vernünftigen Aufwand wiederzugewinnen, könnten wir Bakterien einsetzen, die diese Metalle wegfressen. Übrig blieben Schlacke und die Bakterien mit den Wertstoffen an Bord.

Nochmal zurück zu den Großforschungsanlagen: Es war doch mal die Rede davon, dass die Forscher hier ganz erpicht darauf seien, neben den gepulsten Magnetfeldern des Rossendorfer Labors auch ein starkes Dauermagnetfeld zu bekommen!?

Die Firma "Oxford Instruments" baut für uns derzeit ein paar ganz besondere supraleitende Spulen, damit wir so Dauermagnete im Labor betreiben können. Die Technik wird im kommenden Jahr geliefert. In dieser ersten Phase rechnen wir mit erreichbaren Feldstärken bis zu 19 Tesla, das wird uns etwa 1,6 Millionen Euro kosten. Eine weitere halbe Million stecken wir dann in eigene Modifikationen, um schließlich auf bis zu 25 Tesla zu kommen - das wird dann eine in Europa einzigartige Forschungsanlage sein.

Heiko Weckbrodt

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