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Lokales Romanisten der Kinderuni erklären das Geheimnis von Elbflorenz
Dresden Lokales Romanisten der Kinderuni erklären das Geheimnis von Elbflorenz
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08:59 04.10.2018
Warum Dresden den Beinamen Elbflorenz trägt, wurde jetzt den kleinen Studenten der Kinderuni sehr anschaulich erklärt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

„Cari amici della cultura italiana“ – im Deutschen: liebe Freunde der italienischen Kultur. So begrüßten am Dienstagabend die beiden Referenten ihre Zuhörer im bestens gefüllten Großen Saal des Deutschen Hygiene-Museums zum Start ins Wintersemester der Kinderuni. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung stand dabei die Frage, warum Dresden eigentlich Elbflorenz genannt wird. Und so gaben Maria Lieber, Romanistik-Professorin und Direktorin des Italien-Zentrums, sowie Christoph Mayer, Privatdozent für französische und italienische Kulturwissenschaft an der TU Dresden, interessante Einblicke in die zahlreichen Verbindungen der sächsischen Landeshauptstadt mit Florenz, der Hauptstadt der mittelitalienischen Region Toskana.

Zuhören und genau mitschreiben: Die Kinder verfolgten die spannenden Ausführungen offensichtlich mit großem Interesse. Quelle: Dietrich Flechtner

Dabei erfuhren die jungen Studenten, dass die beiden Kulturmetropolen bereits seit 40 Jahren eine gemeinsame Städtepartnerschaft pflegen, die nicht von ungefähr kommt. Denn es gibt wesentlich ältere Ähnlichkeiten – wie die beiden Kuppelbauten der Frauenkirche und der Florenzer Kathedrale, die die Stadtsilhouetten beherrschen. Zwar sei Dresden zu Zeiten des weltberühmten florentinischen Dichters Dante im 13. Jahrhundert noch eine „Dorfklitsche“ gewesen. Doch mit König Johann, an den ein Denkmal auf dem Theaterplatz erinnert, betätigte sich zu Dantes 600. Geburtstag um 1865 ein sächsischer Monarch als Übersetzer der „Göttlichen Komödie“ – des Hauptwerks des Dichters, der dadurch auch in deutschen Landen Bekanntheit erlangte.

Vor allem aber ein wichtiger Vorfahr Johanns, August der Starke, habe den Grundstein für die vielfältigen Verbindungen zwischen Dresden und Florenz gelegt. Denn der Kurfürst war seit einem Besuch in der italienischen Stadt schwer von ihr begeistert und nahm sie sich zum Vorbild für seine eigene Residenz. Angetan hatten es ihm unter anderem die Uffizien mit ihrer berühmten Kunstsammlung sowie die äußerst prächtigen Repräsentationsbauten des ortsansässigen Adelsgeschlechts der Medici.

Folglich kauften er und seine Nachfahren nicht nur bekannte italienische Werke wie Raffaels Sixtinische Madonna, sondern holten Architekten, Maler und Bildhauer aus dem südeuropäischen, damals noch ungeeinten Land ganz nach Sachsen. Gaetano Chiaveri, Baumeister der Katholischen Hofkirche, und der Künstler Canaletto, dessen Blick auf die Dresdner Altstadt berühmt wurde, sind nur zwei Beispiele dafür, die die Kinder zu hören bekamen. Letztlich war es Johann Gottfried Herder, der 1802 Dresden erstmals als „Deutsches Florenz“ betitelte. Seither werden Elbflorenz und sein toskanisches Vorbild oft miteinander verglichen. Ein Übriges taten dabei die Tallage beider Städte und ihre Flusslandschaften mit den Brücken und Ufern von Elbe und Arno.

Und seit der Intensivierung der Partnerschaft besuchen sich nicht nur die Bürgermeister, sondern unter anderem Gymnasiasten, die Deutsch bzw. Italienisch lernen. Damit auch die kleinen Studenten an der Kinderuni was von dieser Sprache mitnehmen, hieß es am Ende des kurzweiligen Vortrags stilecht: „Arrivederci!“

Von Stefan Schramm

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