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Lokales Rollstuhlfahrer attackiert Saufkumpan mit Messer
Dresden Lokales Rollstuhlfahrer attackiert Saufkumpan mit Messer
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11:15 27.04.2018
 Vieles blieb irgendwie im Dunkeln – das Tatmotiv, der Tathergang und auch ihr Verhalten danach. Quelle: dpa
Dresden

 Die Beweisaufnahe war sehr schwierig, das waren sich alle Prozessbeteiligten einig. Was genau in der Wohnung von Roberto R. auf der Berliner Straße passiert ist, konnte im Amtsgericht nicht geklärt werden. Fakt ist: Neben dem Wohnungsinhaber waren noch David W. und Patrick Z. in der Wohnung und Letzterer hatte am Ende einen Messerstich im Rücken und musste im Krankenhaus operiert werden.

Roberto R. hatte im ein Küchenmesser in die Nierengegend gerammt. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich der 59-Jährige am Donnerstag vor Gericht verantworten.

Tatmotiv- und -Hergang bleiben im Dunkeln

Der Angeklagte räumte die Tat ein, konnte sich aber an Details nicht mehr erinnern: „Ich weiß nicht, wie das passiert ist, ich kann mich nicht erinnern. Ich habe mich bedroht gefühlt, es tut mir sehr leid.“ Auch die anderen beiden haben erhebliche Erinnerungslücken. Jeder der drei Männer erzählte eine andere Geschichte und davon jeweils mehrere Varianten – aber alle machten irgendwie keinen Sinn.

Kein Wunder, die drei hatten viel getrunken: Roberto R. und Patrick Z. hatten über zwei Promille, David W. 1,6 Promille intus. Streit habe es aber nicht gegeben, sagten sie unisono.

Alles andere blieb irgendwie im Dunkeln – das Tatmotiv, der Tathergang und auch ihr Verhalten danach. Das schwer verletzte Opfer wollte nicht in die Klinik und musste fast mit Gewalt in den Krankenwagen gebracht werden. Um die Information der Rettungskräfte hat sich übrigen der Angeklagte gekümmert, was ihm positiv angerechnet wurde. Auch er musste medizinisch versorgt werden, Patrick Z. hatte ihm nach der Attacke eine Hantel auf den Kopf geschlagen.

„Ich habe jetzt aufgeräumt, damit ich nicht soviel Messer in der Schublade habe“

Roberto R. ist schon manchmal angegriffen worden, aber er kann auch kräftig austeilen, was man zunächst nicht glaubt, denn er sitzt im Rollstuhl. Aber der Mann ist erheblich und einschlägig vorbestraft. Seine Ausraster haben vielleicht auch mit seiner tragischen Lebensgeschichte zu tun. Der ehemalige Matrose verlor bei 1981 bei einem Unfall beide Beine und sitzt seitdem im Rollstuhl. Bis zur Wende hatte er einen Job, danach wurde ihm gekündigt und er bekam keine Arbeit mehr.

Der 59-Jährige ist vom Leben enttäuscht und frustriert, fühlt sich schlecht behandelt. Seelentröster ist der Alkohol und dann wird er schnell aggressiv und unberechenbar. Schon einmal hat er, auch stockbetrunken, einem Saufbruder mit einem Messer schwer verletzt.

Donnerstag wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten auf Bewährung verurteilt. „Ich habe jetzt aufgeräumt, damit ich nicht soviel Messer in der Schublade habe und in dumme Situationen komme.“

Von Monika Löffler

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