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Lokales Robotron-Kantine steht Stadtgrün im Weg
Dresden Lokales Robotron-Kantine steht Stadtgrün im Weg
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11:12 02.02.2017
Wenn die Kantine bleibt, kann der Blüherpark nicht erweitert werden.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Erhalt eines Gebäudes der DDR-Moderne oder Erweiterung des Blüherparks? „Wir haben einen klassischen Zielekonflikt“, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen). Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat gemeinsam mit den Linken eine Initiative gestartet, die ehemalige Robotron-Kantine am Deutschen Hygiene-Museum zu erhalten. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft der Umweltbürgermeisterin will aber den Abriss, damit dort der Blüher-Park erweitert werden kann.

In einer wachsenden und immer dichteren Stadt werde es häufig einmal Ziele-konflikte zwischen verschiedenen Nutzungen geben, meint Jähnigen. „Dann ist der Stadtrat gefordert.“ Die Entscheidung soll am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung fallen, wenn der Bebauungsplan zum Blüherparkt West zur Abstimmung steht.

Soll die ehemalige Robotron-Kantine erhalten werden?

Erhalten oder abreißen: Der Dresdner Stadtrat ist sich uneinig, welche Zukunft die einstige Robotron-Kantine in der Lingnerstadt haben soll.

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Auf dem ehemaligen Robotron-Areal soll ein Wohnquartier entstehen. Die Stadt hat mit dem Investor Flächen getauscht und kann über das Grundstück des Kantinenflachbaus verfügen. Die Genehmigung ist längst erteilt, für Jähnigen bietet der Abriss eine Chance: „Wir könnten einen großen grünen Raum in der Innenstadt schaffen.“ Mit den umliegenden Grundstücken rund um das Hygiene-Museum – unter anderem sollen Parkplätze hinter dem Bauwerk wegfallen – könnte der Blüherpark um 1,5 Hektar erweitert werden.

„Das ist ein richtig großes, spannendes Vorhaben. Von der Dimension her ist es ein ähnliches Großprojekt wie der Promenadenring“, so die Umweltbürgermeisterin. Rund 360 000 Euro wird die Parkerweiterung kosten. Wird die Kantine abgerissen, könnte dieses und nächstes Jahr geplant und ab 2019 gepflanzt werden. Wenn die Kantine bewahrt werden sollte, müsste komplett umgeplant werden. „Dann brauchen wir neue Ausgleichsflächen“, so Jähnigen. Denn das Vorhaben rund um das Kantinen-Gelände ist ein Ausgleich dafür, dass Grünflächen mit Wohnhäusern bebaut werden.

„Wir wollen das Hygiene-Museum in einen Grünraum einbetten“, erläutert Ines Pochert, Abteilungsleiterin im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Der Blüherpark solle mit den großen Grünräumen der Stadt vernetzt werden, es gehe darum, versiegelte Fläche wieder der Natur zuzuführen. Geplant sei eine durchgängige „Grünverbindung“ zwischen dem Großen Garten und der Altstadt. Es gebe auch Konzepte für den Übergang zum Rathaus und ins Zentrum über die St.-Petersburger Straße mit neuen Grünflächen und Blumenbändern.

Die Skateranlage an der Lingnerallee wird erhalten bleiben, soll aber mit Baumpflanzungen aufgewertet werden. Für das heruntergekommene Torhaus gebe es ein Konzept, erklärte die Amtsleiterin. „Hier könnten Toiletten und eine Ausleihstation für Skates eingerichtet werden.“ Doch Mittel für die Sanierungspläne sind nicht in Sicht.

Schon 2008, so Jähnigen, habe der Stadtrat mit dem „Planungsleitbild Innenstadt“ die Wende von der steinernen Stadt hin zu mehr Grünräumen vollzogen. Das sei kein Selbstzweck, sondern eine Erfordernis des Klimawandels. Grünflächen würden sich positiv auf das Stadtklima auswirken. „Wir wollen eine stark durchgrünte Stadt planen und realisieren“, kündigte Jähnigen an. Dresden besitze als Stadt im Landschaftsraum ein Alleinstellungsmerkmal.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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