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Lokales Roboter „da Vinci Xi“ operiert jetzt am Dresdner Uniklinikum
Dresden Lokales Roboter „da Vinci Xi“ operiert jetzt am Dresdner Uniklinikum
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18:26 25.09.2017
Prof. Jürgen Weitz steuert den „da Vinci Xi“   Quelle: Anja Schneider
Dresden

Dass Roland Kraut bereits 84 Jahre alt ist, sieht man ihm nicht an. Denn der Rentner aus Freiberg macht einen quicklebendigen Eindruck. Das sah vor etwa einem Monat noch ganz anders aus, als er mit der Diagnose Magenkrebs in das Dresdner Uniklinikum eingeliefert wurde.

 Die schnelle Genesung seines Patienten stimmt Prof. Jürgen Weitz zuversichtlich, den Krebs besiegt zu haben. Vor drei Wochen entfernten der Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) und sein Team ein neun Zentimeter langes Geschwür aus dem Magen von Roland Kraut. Dabei wurde der „da Vinci Xi“, das neueste Modell eines patentierten Operations-Roboter­systems, eingesetzt. Kraut war somit der erste Patient in Dresden, der von dieser Technologie profitierte.

Seit knapp einem Monat steht den VTG-Operateuren des Uniklinikums der „da Vinci Xi“ zur Verfügung. Dank des zusätzlich angeschafften Geräts können die Bauchchirurgen nun jährlich 200 roboterassistierte Operationen vornehmen. Bisher waren es 50 pro Jahr. Der Roboter bietet den Vorteil, dass minimal-invasive Eingriffe möglich sind. Maximal fünf kleine Schnitte genügen, um zu operieren. „Die Technologie ermöglicht eine punktuelle Operation. Man muss weder Bauchdecke noch Brustkorb großflächig aufschneiden. Dadurch hat der Patient im Nachhinein weniger Schmerzen und Wundprobleme“, erklärt Prof. Weitz.

Roland Kraut war selbst überrascht, wie schnell er sich von der OP erholt hat: „Am Tag nach dem Eingriff konnte ich mithilfe der Krankenschwester bereits durch das Treppenhaus der Klinik laufen.“ Der 84-Jährige fühlt sich wieder sehr wohl, die Schnitte seien gut verheilt. „Trotz operationsbedingt reduziertem Magenvolumen muss Roland Kraut keine Einschränkungen befürchten“, ist Prof. Weitz überzeugt.

Vor dem zwei Millionen Euro teuren System „da Vinci Xi“ nutzte die VTG bereits seit Jahren die Vorgängerversion „da Vinci Si“. Die Chirurgen des Uniklinikums operieren mit dem High-Tech-Roboter vorwiegend Patienten mit Magen- und Darmkrebs. Zudem werden Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre durchgeführt. Dabei stehen die besonders komplexen Fälle im Mittelpunkt, bei der die herkömmliche Operationstechnik an ihre Grenzen stößt. Die Instrumente müssen nicht mehr direkt mit den Händen bewegt werden, stattdessen übernimmt der ferngesteuerte „da Vinci Xi“ den Eingriff.

Ursprünglich sollte das System dem amerikanischen Militärwesen dienen: Man wollte verwundete Soldaten auf Distanz mit Robotern operieren, kam jedoch aufgrund der weiten Übertragungswege an die Grenze der technologischen Machbarkeit.

Die neueste Generation des vom amerikanischen Hersteller „Intuitive Surgery“ entwickelten und produzierten OP-Roboters wird per Joystick gesteuert. Vier Roboterarme führen den Eingriff durch. Mithilfe von elektrischen Impulsen wird das Gewebe verbrannt und somit der befallene Organteil abgetrennt. Durch die Hitze wird die Blutung gestoppt und die Wunde verschlossen.

 Die Bedienung des Systems wurde mittlerweile optimiert: Schnelle, unwillkürliche Bewegungen der Operateurs werden von dem Gerät registriert und ausgeglichen. Der Chirurg kann durch ein spezielles Instrument den Operationsvorgang in 3D-Bildqualität beobachten. Aufnahmen liefern die zwei installierten Kameras des Roboters. Prof. Jürgen Weitz und sein Team profitieren sehr von der neuen Generation des Robotersystems: „Die hohe Bildqualität unseres neuen ‚da Vinci‘ ermöglicht es uns, während der Operation feinste Strukturen wie Nerven und Blutgefäße hochpräzise zu erkennen.“

Die Frage, ob chirurgische Eingriffe in Zukunft vollautomatisch ablaufen werden, bringt den 50-jährigen Direktor der VTG-Klinik zum Schmunzeln: „Ich glaube, dass auch in Zukunft Menschen dafür zuständig sind, dass solche Operationen bestmöglich durchgeführt werden.“ Denn gerade bei solch hochsensiblen Verfahren sei es sicherer, wenn ein Mensch und keine Maschine am Steuerknüppel sitzt.

Von Junes Semmoudi

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