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Rittergut Dresden-Helfenberg wird Schritt für Schritt saniert

Lesung zum Tag des offenen Denkmals Rittergut Dresden-Helfenberg wird Schritt für Schritt saniert

Restauratorin Susanne Launer und Architekt Burkhard Seidel sanieren Schritt für Schritt das alte Rittergut Helfenberg. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag haben die beiden eine Ausstellung mit historischen Fotos vorbereitet.

Die Rückseite von Schloss Helfenberg. Der Balkon ist inzwischen denkmalgerecht restauriert worden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Alles begann vor zwölf Jahren mit einer kleinen Anzeige in den Dresdner Neuesten Nachrichten. Damals bot das städtische Liegenschaftsamt das nach Jahren des Leerstands sanierungsbedürftige, aber idyllisch inmitten eines Parks gelegene einstige Rittergut Helfenberg zum Verkauf an. Susanne Launer und Burkhard Seidel hatte das Anwesen schon immer gefallen. „Wir beide haben – unabhängig voneinander – schon als Kinder in dem Park im Helfenberger Grund mit den beiden Hängebuchen gespielt“, entsinnt sich Seidel, der als freier Architekt in Dresden arbeitet. Das Gut mit dem Schloss und dem Braumeisterhaus habe auf ihn und seine Frau, eine gleichfalls freiberufliche Restauratorin, auf den ersten Blick einen guten Eindruck gemacht. Und so kauften sie es 2006.

Susanne Launer und Burkhard Seidel haben das Rittergut Helfenberg 2006 gekauft und restaurieren es seitdem nach und nach.

Susanne Launer und Burkhard Seidel haben das Rittergut Helfenberg 2006 gekauft und restaurieren es seitdem nach und nach.

Quelle: Dietrich Flechtner

Wissen muss man, dass das heutige Schloss aus dem Jahr 1775 stammt und um 1825 von Gottlob Friedrich Thormeyer im Stile des Klassizismus erweitert wurde. Bis 1918 befand sich das gesamte Rittergut in königlichem, danach in Privatbesitz von Ernst Heinrich von Sachsen. Nach 1945 diente es u.a. als Schule, Sitz einer LPG und Reparaturstützpunkt. Schließlich stand es eine Weile gänzlich leer. Natürlich ahnten Susanne Launer und Burkhard Seidel, dass sich noch so manche Überraschung in dem alten Gemäuer verbarg. „Weil sich die Mauern der beiden Balkons gesenkt hatten, mussten wir beispielsweise die Balustraden komplett neu aufbauen“, berichtet die Restauratorin.

Seit 2007 nun wohnen die beiden mit ihren Kindern im Schloss. Zuvor mussten sie es erst einmal bewohnbar machen. Elektrik, Heizung, Sanitär und Abwasser wurden auf Vordermann gebracht, Dach und Dachstuhl saniert. „Wir haben 450 Tonnen Abbruchmaterial von der Außenanlage weggefahren und das Pflaster freigelegt, das mit Asphalt bedeckt war“, berichtet Burkhard Seidel. Dann ging es daran, das unter mehreren Schichten PVC, Spanplatten und alten Farbanstrichen verborgene Tafelparkett, aber auch die historischen Fensterläden und Türen peu à peu aufzuarbeiten. „Vier Fensterläden von 1825 haben wir denkmalgerecht restauriert, die anderen sind nach dem historischen Vorbild rekonstruiert worden“, berichtet die Restauratorin. Gleichfalls saniert worden ist der Fries „Apollo und die neun Musen“ an der Giebelseite des Schlosses. Das Relief wurde schon 1788 angefertigt und befindet sich seit 1825 an der Wand über der Freitreppe, die in den Park führt. Zuvor hatte es Marcolinis Wohnhaus an der Wilsdruffer Gasse geziert. In dem Schloss zu wohnen, bedeute auch, sich oft mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, meint das Paar.

Im Erdgeschoss mussten mehrere Farbschichten abgetragen werden, ehe die einstige Wandbemalung zum Vorschein kam.

Im Erdgeschoss mussten mehrere Farbschichten abgetragen werden, ehe die einstige Wandbemalung zum Vorschein kam.

Quelle: Dietrich Flechtner

Ohne eine Finanzspritze von 10  000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im vergangenen Jahr und die Unterstützung des Denkmalschutzamtes wäre die Restaurierung wohl auch finanziell nicht zu stemmen gewesen. Würden die beiden sich heute noch einmal für den Kauf des Ritterguts entscheiden, wenn sie die Wahl hätten? „Die Frage stellt sich für uns nicht“, sagt Burkhard Seidel. Man könne die Zeit nicht zurückdrehen. „Die Schwierigkeit besteht in der Dimension der Aufgabe“, erklärt Susanne Launer. Sie würden sich immer auf die Aufgabe konzentrieren, die sie gerade in Angriff genommen haben.

Zum Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag jedenfalls haben die beiden eine Ausstellung mit historischen Fotos vorbereitet. 14 Uhr liest John Falconer aus Edinburgh, Urenkel eines Pächters des Ritterguts, aus Tagebüchern und Briefen seiner Vorfahren aus den Jahren 1902 bis 1931. Ein Hornquartett wird die Lesung musikalisch begleiten.

Von Katrin Richter

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