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Lokales Richtfest im „MiKa“-Quartier – 2019 werden die ersten 179 Wohnungen bezogen
Dresden Lokales Richtfest im „MiKa“-Quartier – 2019 werden die ersten 179 Wohnungen bezogen
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17:44 29.11.2018
Richtfest im „MiKa“-Quartier: 179 Wohnungen gehen im Winter in die Vermarktung, 180 weitere werden am Mitte 2019 gebaut. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wohnungsbau in Dresden – das ist oft ein umstrittenes Thema, wie zum Beispiel der Streit um den Alten Leipziger Bahnhof oder das aufs Eis gelegte Hochhausprojekt an der Florian-Geyer-Straße zeigt. Investor Erik Sassenscheidt macht da ganz andere Erfahrungen. Er steckt gemeinsam mit Partner Philipp Grabianowski von der Townscape-Gruppe hinter der Projektgesellschaft „MiKa“, die für mehr als 200 Millionen Euro rund 900 Wohnungen in Mickten bauen will. Im ersten Bauabschnitt – 179 Wohnungen in zwei sechsgeschossigen Gebäuden an der Ecke Flößerstraße und An der Elbaue – wurde am Donnerstag Richtfest gefeiert. „Wir haben 2015 mit der Projektentwicklung angefangen, jetzt feiern wir Richtfest. Damit sind wir richtig schnell“, sagte Sassenscheidt.

Die Visualisierung zeigt vorn den bereit im Bau befindlichen Teil. Dahinter ist mit teils begrünten Dächern der zweite Bauabschnitt zu erkennen, an dem ab Mitte 2019 gebaut werden soll. Quelle: MiKa-Quartier GmbH & Co. KG

Der Investor ist der erste, der auf der Brachfläche zwischen Elbepark und der Straße An der Flutrinne etwas baut. Das Gebiet wurde in den 1990er Jahren als neue Siedlungsfläche entwickelt, mit Straßenzügen und einer Straßenbahntrasse erschlossen. Getan hat sich im Anschluss jahrelang nichts, weil es im schrumpfenden Dresden keinen Bedarf an Gewerbe- und Wohnflächen gab. Das ändert sich nun. „Wir schaffen einen Ort, wo es eigentlich noch gar keinen Ort gibt“, sagt Pionier Sassenscheidt. Insgesamt 5000 Menschen sollen in dem Areal einmal wohnen, für das inzwischen auch andere Investoren, darunter die Stadt, eigene Pläne angeschoben haben. Das „MiKa“-Quartier ist dabei nicht nur das erste, sondern liegt auch im „Kern des neuen Stadtteils“, wie Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) sagt. „Es gibt jetzt eine unglaubliche Dynamik im Quartier.“

Das gilt auch für das „MiKa“-Projekt. Um schnell bauen zu können, hat Sassenscheidt einen Teil seiner Grundstücke herausgelöst und lässt dort nach dem bereits seit Jahren existierenden Bebauungsplan bauen. Das ist der erste Bauabschnitt, in dem nun Richtfest gefeiert wurde. Die Wohnungen dort sollen in etwa ab Februar in die Vermarktung gehen, zur selben Zeit will man auch eine Musterwohnung für Besichtigungen bereithalten. „300 bis 400 Interessenten für Wohungen hätten sich schon bei „MiKa“ gemeldet, sie alle würden registriert, sagt Co-Investor Grabianowski. Außerdem entstehen zwei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss, die für Gastronomie und vielleicht eine Bäckerei mit Café vorgesehen sind.

Der Investor stellt sich ein belebtes Viertel vor. Quelle: MiKa-Quartier GmbH & Co. KG

Im Sommer nächsten Jahres will man dann bereits im zweiten Bauabschnitt mit Mehrgeschossern mit noch einmal rund 180 Wohneinheiten beginnen, die sich unmittelbar an die jetzt im Bau befindlichen Gebäude anfügen. Dafür hat „MiKa“ in einem Werkstattverfahren Gestaltungsideen gefunden und darauf aufbauend einen neuen Bebauungsplan entwickelt, der inzwischen beschlossen ist. Auch dort gehe es primär um Mietwohnungen, sagt Sassenscheidt. Im Anschluss daran sollen die Bauarbeiten auf die andere Seite der Straße An der Elbaue wechseln. Für die dortigen „MiKa“-Grundstücke, die von der Kötzschenbroder, Pieschener und Flößerstraße umschlossen werden, befindet sich derzeit ein Bebauungsplan in der Auslage. Sassenscheidt hofft auf dessen Beschluss bis Mitte 2019, dann könnte 2020 auch im dritten Bauabschnitt gebaut werden. Und der hat es in sich.

Denn dort entstehen nicht nur 57 000 Quadratmeter Geschosswohnfläche in mehr als 500 Wohneinheiten, bei denen es sich vor allem um Drei- und Vierraumwohnungen handelt. Für diesen dritten Abschnitt haben sich Investor und Stadt auch auf zehn Prozent Sozialwohnungsquote geeinigt. In relativ kurzen Verhandlungen, wie Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (Pirat/Linke) betont. „MiKa ist Eisbrecher in doppelter Hinsicht“, sagt er deshalb. Gemeint ist, dass der Investor nicht nur den ersten Schritt im Siedlungsgebiet tut, sondern auch als erster eine Sozialwohnungsquote zugesichert hat. „Wir wollen ein durchmischtes Wohngebiet für Ältere und Junge und für Menschen mit unterschiedlichen Einkommen schaffen“, sagt Sassenscheidt. Etwas für den größeren Geldbeutel dürften die Reihenhäuser („Townhouse“) sein, die im abschließenden Abschnitt in den von den Mehrgeschossern geschaffenen Innenhöfen vorgesehen sind. Ebenso sind Eigentumswohnungen geplant. Für die Kleinsten baut „MiKa“ einen Kindergarten mit 100 Plätzen. An der Pieschener Straße, die künftig im Gebiet so etwas wie eine Hauptstraße sein soll, sind Gewerbeeinheiten geplant. „MiKa hat einen guten Maßstab geschaffen, an dem sich die anderen Investoren im Quartier orientieren können“, lobt Schmidt-Lamontain.

Von Uwe Hofmann

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