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Lokales Richtfest fürs „Blobel-Haus“
Dresden Lokales Richtfest fürs „Blobel-Haus“
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18:03 12.01.2018
Richtfest am 12. Januar für das Wohn- und Galeriehaus „Am Neumarkt". Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Am Freitagnachmittag wurde am Neumarkt Richtfest gefeiert. Der Rohbau des Wohn- und Galeriehauses an der Frauengasse/Ecke Neumarkt – gleich gegenüber der Heinrich-Schütz-Residenz – ist fertig. Jetzt geht es in den nächsten zehn Monaten an den Innenausbau des Gebäudes, das auch „Blobel-Haus“ genannt wird. Denn der Medizin-Nobelpreisträger Prof. Günter Blobel aus New York ist der Bauherr.

Er selbst war beim Richtfest nicht anwesend. Seine Forschungsarbeit würde dies nicht zulassen. „Er steht kurz davor, ein Ding zu starten in der Zellforschung, das seinesgleichen sucht“, entschuldigte ihn Bauherrenvertreter Architekt Michael Kaiser. Doch in seinem Grußwort ließ Blobel wissen, dass man dafür mit ihm zur Eröffnung der Galerie im Erdgeschoss, die ein Anziehungspunkt für kunstinteressierte Dresdner und Gäste aus aller Welt werde, rechnen könne.

So wird das fertiggestellte Gebäude aussehen. Quelle: Andreas Hummel

Blobel baut für rund acht Millionen Euro das einstige Kaufhaus „Au petit bazar“ von Heinrich Hermann Bothen wieder auf, allerdings nicht ganz originalgetreu. So wird die Schaufensterfront auf das Erdgeschoss reduziert, das Dach wurde verändert, die Decken werden höher. Das sorgte für Kritik bei der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND). Blobel konterte in seinem Grußwort, dass er mit seinem Vorhaben zeigen wolle, dass epochenübergreifend gebaut werden könne. „Die historische Handschrift kann mit dem Heute eine kreative Verbindung eingehen. In vergrößerte Geschosshöhen und wohnenswerte Dachbereiche kann sich das Fassadenbild des Vorgängerbaues von 1850 mühelos einfügen und ein neues harmonisches Ganzes bilden, als ob der Architekt von damals die heutigen Vorgaben verwirklicht hätte.“

„Ich bin ein Dresdner“

Günter Blobel im Jahr 2012. Quelle: imago/SKATA

Der deutschstämmige Günter Blobel, der am 21. Mai 81 Jahre alt wird, freut sich, „wenn mein Gebäude in diesem dichten Baugeflecht seinen festen Platz einnehmen und als letzter Bau die seit über 70 Jahren klaffenden Kriegswunden am Neumarkt schließen wird. Kennedys Satz ,Ich bin ein Berliner’ würde ich dann gern aufgreifen und stolz sagen: Ich bin ein Dresdner!“

„Es war kein einfacher Weg“, sagte Stadtentwicklungsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain beim Richtfest. doch mit allem Für und Wider habe man am Ende eine gute Lösung gefunden, die sich unbestritten in das Neumarkt-Ensemble einfüge. Nun komme es auf die Ausführung im Detail an.

„Wir haben unseren Frieden mit dem Bau gemacht. Er fügt sich hier jetzt wunderbar ein. Es wäre ein Fehler, wenn man das ignorieren würde. Von den Proportionen her kann ich die Argumentation von Blobel und von Kaiser schon nachvollziehen. Gerade was das erste Obergeschoss anbetrifft. Das ist schon besser als der Vorgängerbau“, räumte Torsten Kulke, der Vorsitzende der GHND, ein. Er war der Einladung des Bauherren zum Richtfest gefolgt. Ein paar Kritikpunkte sieht Kulke trotzdem noch, aber die wolle er an „heute nicht äußern“.

Architekt und Bauherrenvertreter Michael Kaiser (links) und Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt. „Wir haben unseren Frieden mit dem Bau gemacht“. Quelle: Catrin Steinbach

Baubürgermeister Schmidt-Lamontain kündigte an, dass die Stadt ab März das „Grüne Gewandhaus“ in unmittelbarer Nachbarschaft baue. Dafür seien großzügige Spenden für Bänke und Bäume eingegangen – darunter auch von der GHND. Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt erinnerte, dass der Neumarkt mit dem Quartier VI, zu dem auch der Blobel-Bau gehört, mitnichten komplett sei. „Da fehlt noch ein ganz entscheidender Bau: das Hotel Stadt Rom. Und das werden wir jetzt auch in Kürze angehen.“

Von Catrin Steinbach

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