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Richter verordnete zwei Dresdnern für groben Unfug gemeinnützige Arbeit

Pärchen drohte mit Bomben Richter verordnete zwei Dresdnern für groben Unfug gemeinnützige Arbeit

„Was macht man nun mit ihnen“, fragte Richter Arndt Fiedler in die Runde der Prozessbeteiligten. Gute Frage. Was macht man mit den Angeklagten? Die 31-Jährige und ihr 38 Jahre alter Freund haben zwar groben Unfug verzapft, aber sind sie auch in der Lage, dies einzusehen?


Quelle: dpa

Dresden. „Was macht man nun mit ihnen“, fragte Richter Arndt Fiedler in die Runde der Prozessbeteiligten. Gute Frage. Was macht man mit den Angeklagten? Die 31-Jährige und ihr 38 Jahre alter Freund haben zwar groben Unfug verzapft, aber sind sie auch in der Lage, dies einzusehen? „Sie haben erhebliche Defizite und Intelligenzminderungen“, sagte ihr Betreuer, der sich um das Pärchen kümmert, da es alleine nicht zurecht kommt.

Wegen Vortäuschens von Straftaten standen die beiden Dresdner gestern vor dem Amtsrichter. Zwischen September 2015 und April 2016 haben sie die Polizei ganz schön genervt. Siebenmal schickten sie von ihren Handys Nachrichten an Polizeidienststellen und drohten mit Bomben. Bevorzugt auf dem Dresdner Hauptbahnhof, aber auch auf Bahnhöfen in der Umgebung oder in Zügen in Berlin. Glücklicherweise stellte sich das Paar dabei so dilettantisch an, das die Drohungen nicht ernst genommen und keine Bahnhöfe geräumt wurden. Als zum Beispiel ein Beamter nach einer solchen SMS die Nummer zurückrief, meldete sich der 38-Jährige mit Namen und Adresse.

Die beiden deponierten keine Bomben, dazu sind sie gar nicht in der Lage. Aber sie beschäftigten mit diesem Schwachsinn Sicherheitsbeamte, die auch so viel zu tun haben. Die 31-Jährige hatte diese Nummer schon früher abgezogen und war daraufhin nach Arnsdorf geschickt worden. „Ich kann das nicht steuern. Immer wenn ich auf 180 bin, schreibe ich so was. Ich war schon zur Therapie, aber es hat nichts gebracht. Es kann immer wieder passieren“, erklärte sie. Den Ernst der Lage hat sie nicht begriffen. Fiedler versuchte ihr das klarzumachen. „Stellen Sie sich vor, ihre Drohungen werden ernst genommen, Bahnhöfe geräumt, Züge umgeleitet und dann stürmt das SEK ihre Wohnung.“ Da fehlt ihr wohl die Vorstellungskraft.

Was macht man mit ihnen? Gefängnis oder Anstalt sind keine Alternative. „Sie sind ein Störfaktor, aber nicht allgemeingefährlich“, so Fiedler. Das Paar hat keine Beschäftigung. Arbeit, so ihr Betreuer, würde ihnen gut tun. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt, die beiden müssen sechs Monate gemeinnützige Arbeit leisten. Betreuer und die Gerichtshilfe werden ihnen helfen, das hinzubekommen.

Von Monika Löffler

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