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Lokales Rettungsdienst wird neu vergeben - Stadt Dresden will im Oktober entscheiden
Dresden Lokales Rettungsdienst wird neu vergeben - Stadt Dresden will im Oktober entscheiden
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17:44 09.09.2015
Rettungsdiensteinsätze sind mehr als Hilfeleistung, sie sind auch ein lohnendes Geschäft und müssen deshalb ausgeschrieben werden. Quelle: Archiv

Es geht um 80 Prozent des gesamten Rettungaufkommens der Stadt, die restlichen 20 Prozent gehören zum Aufgabenbereich der Berufsfeuerwehr.

"An der Ausschreibung haben sich ausreichend viele Bewerber beteiligt", teilte Feuerwehrchef Andreas Rümpel auf DNN-Anfrage mit. Konkrete Zahlen nannte er nicht und begründete dies damit, dass das Verfahren nur so juristisch einwandfrei ablaufen könne. Die Stadt habe insgesamt fünf Lose ausgeschrieben, in denen es um den Betrieb von 82 Fahrzeugen und mehreren Rettungswachen geht. 61 dieser Fahrzeuge sollen aktiv im Einsatz sein, 21 als Reserve bereitstehen. Außerdem sollen die Bieter künftig Rettungswachen betreiben und Mitarbeiter im Schichtsystem für den Rettungsdienst einsetzen können. Dabei geht es vordergründig um die Besetzung von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen, aber auch um Krankentransporte. Die Pflege und Desinfektion der Fahrzeuge ist ein weiterer Aufgabenbereich, der in der Ausschreibung steht.

Die Bewerbungsfrist endete am 31. August. Fachleute im Rathaus prüfen jetzt die Angebote. Dabei sind insbesondere Spezialisten aus dem Geschäftsbereich Ordnung und Sicherheit gefragt, zu dem auch das Amt für Brand- und Katastrophenschutz gehört. Dessen Chef ist der Leitende Branddirektor Andreas Rümpel. Im Oktober soll über die Vergabe entschieden werden. Dann haben die Gewinner noch rund zwei Monate Zeit, sich auf die unter Umständen geänderten Aufgabenbereiche vorzubereiten.

Bei der letzten Ausschreibung vor nunmehr fünf Jahren hatten sich fünf Firmen und Organisationen um Rettungsdienstaufträge in der Landeshauptstadt beworben. Dazu gehörten neben bekannten Institutionen wie dem DRK, den Johannitern und den Maltesern auch das aus Hamburg stammende Rettungsdienstunternehmen "Gard". Es gehörte damals zu den Gewinnern und betreibt in Dresden seitdem eigenen Angaben zufolge vier Rettungswachen mit drei Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und zehn Krankentransportwagen. Die Autos ähneln denen von DRK, Maltesern, Johannitern und dem Feuerwehr-Rettungsdienst wie ein Ei dem anderen. Nur die Firmenaufschriften unterscheiden sich.

Der Rettungsdienst im Freistaat Sachsen wurde im Sommer 2012 mit einem so genannten Blaulichtgesetz neu geregelt. Demnach muss die Notfallrettung zwar europaweit ausgeschrieben werden. Bei der Erteilung des Zuschlags sollen aber nicht nur wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt werden, so dass nicht automatisch der preisgünstigste Anbieter zum Zuge kommt. Mithilfe dieser neuen Regelung soll Lohndumping bei den Rettungsdiensten verhindert werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.09.2014

Christoph Springer

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