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Lokales „Rettet die Bäume“: Dresdner Experte empfiehlt starken Rückschnitt von Obst- und Ziergehölzen
Dresden Lokales „Rettet die Bäume“: Dresdner Experte empfiehlt starken Rückschnitt von Obst- und Ziergehölzen
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15:36 10.01.2019
Volker Croy weist auf Blütenknospen eines Obstgehölzes. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Der zurückliegende heiße und vor allem trockene Sommer hat die Gehölze sehr geschwächt. „Viele behielten im Herbst unverhältnismäßig lange die Blätter, um so lange wie möglich noch Photosynthese zu betreiben und Reservestoffe einzulagern“, erklärt Gartenbauingenieur und Kleingartenfachberater Volker Croy. „Jetzt haben viele Obst- und Ziergehölze sehr viele Blüten angelegt“, so seine Beobachtung. Und das könnte den Bäumen und Sträuchern aus seiner Sicht zum Verhängnis werden.

Blütenbildung kostet Kraft

Denn während das Austreiben von Blättern zwar auch Kraft kostet, aber gleichzeitig Fläche für den lebenswichtigen Stoffwechsel – die Photosynthese – bringt, zehren Blüten erst mal nur Energie. In Anbetracht der geringen Reserven, die die Gehölze haben, und des immer noch herrschenden Niederschlagsdefizites „ist damit zu rechnen, dass viele Bäume den Blütenaustrieb nicht überstehen, sondern während oder kurz nach der Blüte absterben“, so die Ansicht des Gartenexperten. Die Gefahr erhöhe sich noch mal, wenn es ein trockenes Frühjahr werde.

Volker Croy empfiehlt, bis zu einem Drittel der Astmasse von Obst- und Ziergehölzen wegzunehmen, um die Pflanzen zu schonen. Quelle: Catrin Steinbach

Nachttemperatur sollte über -5 Grad Celsius liegen

Volker Croy empfiehlt deshalb allen Gartenbesitzern, zur Schere zu greifen. Und zwar jetzt, so lange die Nachttemperatur noch über –5 Grad Celsius liegt, damit die Wunden noch heilen. Je mehr Blütenknospen angelegt sind, um so stärker soll man aus seiner Sicht zurückschneiden. „Mindestens 10 Prozent, besser mehr und bis zu 30 Prozent der Astmasse.“ Blütenknospen sind in der Regel größer und etwas dicker als Blattknospen.

Abweichend von der Norm auch Steinobst schneiden

Normalerweise werde der Winterschnitt nur beim Kernobst durchgeführt, so Croy. Dazu zählen neben Apfel, Birne und Quitte auch Mispel und Eberesche. Steinobst wie Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche usw. werden im Sommer nach der Ernte geschnitten. Um die Bäume zu retten, sollte man aber jetzt auch bei Zierbäumen und Steinobst zur Tat schreiten.

Steckhölzer von Johannisbeeren machen

Des Weiteren sei jetzt die richtige Zeit, um Johannisbeeren zu schneiden. „Man nimmt Triebe, die älter als drei Jahre sind, bodennah weg. Handelt es sich um ein Stämmchen, dann schneidet man besagte alte Zweige bis zur Veredlung zurück. Maximal ein Drittel der gesamten Anzahl der Zweige sollten weggenommen werden.

In ein Hochbeet gesteckte Steckhölzer. Quelle: Catrin Steinbach

„Die Spitzen von einjährigen Trieben kann man übrigens für Steckhölzer nutzen, um neue Johannisbeersträucher zu ziehen“, empfiehlt der Gartenexperte. „Die Stücke sollten wenigstens 20 cm lang ein, der untere Schnitt sollte etwa fünf bis drei Millimeter unter einer Knospe erfolgen. Über dem obersten Auge lässt man wenigstens einen Zentimeter Holz stehen. Diese Hölzer steckt man dann in die Erde. Mindestens eine – besser mehr – Knospen sollen in die Erde, mindestens eine Knospe muss aus der Erde rausschauen“, erläutert Volker Croy.

Im nächsten Frühjahr verpflanzen

Die Steckhölzer könne man dann relativ dicht nebeneinander in die Erde stecken. „Ich lasse sie immer ein Jahr drin, bis sie eine richtige Wurzel gebildet haben, und pflanze sie dann im Frühjahr des Folgejahres dorthin, wo die Johannisbeere dann groß werden soll.“

Von Catrin Steinbach

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