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Restauriertes Dresdner Waldschlösschen erstmals zu besichtigen

Tag des offenen Denkmals 2017 Restauriertes Dresdner Waldschlösschen erstmals zu besichtigen

Das Waldschlösschen ist Namensgeber einer Brücke. Aber auch ein Brauhaus, ein Hotel, eine Villa und eine Klinik tragen den Namen "am Waldschlösschen". Das lag jahrelang in einem Dornröschenschlaf. Zum Tag des offenen Denkmals 2017 am Sonntag kann es besichtigt werden.

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Klaus Dilcher am Eingangsportal des Waldschlösschens. Der Mediziner hat das denkmalgeschützte Gebäude ersteigert, saniert und öffnet am Sonntag erstmals die Türen für interessierte Besucher.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Das Waldschlösschen ist Namensgeber einer Brücke. Aber auch ein Brauhaus, ein Hotel, eine Villa und eine Klinik machen mit der Bezeichnung „am Waldschlösschen“ deutlich, dass sie sich in der Nähe dieses geschichtsträchtigen Dresdner Gebäudes befinden. Das lag jahrelang in einem Dornröschenschlaf. Ein Mediziner küsste es schließlich wach, wenn man so will. Am Sonntag, dem 10. September, können Interessierte nun das sonst nicht öffentlich zugängliche Gebäude anlässlich des Tages des offenen Denkmals erstmals besichtigen.

Das kleine Schlösschen ließ 1800 bis 1803 Graf Camillo Marcolini erbauen. „Erst war es ein eingeschossiges Jagdhaus ohne den opulenten Sandsteinteil. Dann kamen in einem zweiten und einem dritten Bauabschnitt noch das Obergeschoss mit einem großen Saal und das Dachgeschoss hinzu“, weiß Klaus Dilcher.

Das gibt´s beim Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017 in Dresden zu sehen.

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Der Diplom-Psychologe und einer der beiden Leiter der benachbarten Klinik am Waldschlösschen hatte das Gebäude im Juni 2009 im Rahmen einer Versteigerung für 214 000 Euro erworben, nachdem er durch seine Arbeit zwei Jahre lang den baulichen Verfall des Schlösschens quasi immer vor Augen hatte. Hausschwamm, Schimmel und Nässe taten dort ihr zerstörerisches Werk. Zudem hatte die Fassade große Risse. „Das Haus steht auf Sand und driftete nach außen weg“, erklärt der 53-jährige Vater von fünf Kindern.

Eine restaurierte Tür im Obergeschoss.

Eine restaurierte Tür im Obergeschoss.

Quelle: Anja Schneider

Mit der Architektengemeinschaft Milde + Möser aus Pirna holte sich Dilcher in der Restaurierung von Denkmalen erfahrene Fachleute an die Seite. Das Ergebnis ist bemerkenswert. Das Haus – jetzt von außen in der Erde durch einen Betongürtel gesichert – präsentiert sich in neuer Schönheit. Dach und Decken sind neu, eingezogene Zwischendecken und -wände im Obergeschoss wurden entfernt, so dass der Saal wieder erlebbar ist. Ein großer Teil der aufwändig gestalteten originalen Fenster konnte erhalten werden. Fehlende wurden nachgebaut. Ebenso die Türen. „Auch die Felder-Dielung hier im Obergeschoss ist weitgehend original“, so Dilcher. Darunter befinde sich jetzt allerdings eine moderne Fußbodenheizung.

Zudem ließ der Bauherr die Wände abwaschen, Teile der alten Malereien freilegen und sichern. Im großen Saal ahnt man anhand einer wiederhergestellten farbigen Fläche, wie es mal ausgesehen haben muss. Die Malereien komplett freizulegen und wiederherzustellen sei sehr teuer und deshalb ein nur Schritt für Schritt zu verwirklichendes Zukunftsprojekt, so Dilcher. Seit 2013 wird das Waldschlösschen wieder genutzt. Allerdings nicht als Wohnhaus. Die benachbarte Fachklinik – spezialisiert auf die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen und psychischen Traumafolgestörungen – hat im Gebäude Büros und Therapieräume eingerichtet.

Im Rahmen von Führungen (11.45, 12.30, 13.15, 15 und 15.45 Uhr) kann man nun erstmals das Waldschlösschen besichtigen. Wer Glück hat, findet auch noch einen Platz bei einem der beiden Vorträge (11 und 14 Uhr). Bei denen beleuchtet die Architektengemeinschaft Milde + Möser die Geschichte des Waldschlösschens – einem der ersten neogotischen Bauten Dresdens – und die Restaurierung.

Von Catrin Steinbach

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