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Lokales Restauratoren rücken am 14. Oktober den Neptunbrunnen in den Mittelpunkt
Dresden Lokales Restauratoren rücken am 14. Oktober den Neptunbrunnen in den Mittelpunkt
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09:46 05.10.2018
Der Neptunbrunnen auf dem Gelände des Friedrichstädter Krankenhauses. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Erstmals findet in diesem Jahr ein „Tag der Restaurierung“ statt. Am Sonntag, dem 14. Oktober, geben europaweit Restauratoren mit Vorträgen und Führungen exklusive Einblicke in ihre Arbeit. Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen ist mit von der Partie und stellt den Neptunbrunnen in der Dresdner Friedrichstadt in den Mittelpunkt.

„Wir wollen zeigen, dass Restauratoren nicht nur mit dem Pinsel am Gemälde stehen und dass es bei unserer Arbeit zuallererst um Konservierung und dann um behutsame Ergänzung geht“, erläutert Christine Kelm, Referatsleiterin Restaurierung beim Landesamt für Denkmalpflege.

Vorrangig ging es bei der Restaurierung um den Erhalt der vorhandenen Steinsubstanz. An einigen Stellen wurden jedoch auch Ergänzungen vorgenommen, wie hier die Schlange an dieser Vase. Quelle: Anja Schneider

Neun Jahre lang wurden in mehreren Etappen die Skulpturen des Brunnens konserviert und restauriert, die Becken fachgerecht abgedichtet, die Wassertechnik wiederhergestellt sowie die Gartenanlage im engeren Umfeld denkmalgerecht neu gestaltet. Mit der Konservierung und Restaurierung der vier großen Vasen links und rechts der Wasserbecken fanden im Frühling dieses Jahres die Arbeiten vorerst ihren Abschluss.

Finanziert wurden sie mit Mitteln der EU, der Stadt Dresden, des Erbes von Prof. Sprung und seiner Frau. Vor allem aber ist der Verein der Freunde des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt e.V. hervorzuheben, der sich vielfältig für die Restaurierung des Brunnens einsetzte und unermüdlich Spenden einwarb.

„Jetzt haben wir eine Stiftung gegründet, um die nötigen finanziellen Mittel für nachfolgende Reparaturen zu bezahlen“, so Prof. Falk Stösslein vom Verein. Denn „das ist der Königsweg: mit kleinen Mitteln kleine Schäden sofort beheben, damit der Brunnen auch auf lange Sicht erhalten bleibt“, sagt Arndt Kiesewetter.

Dr. Arndt Kiesewetter hatte fachlich den Hut für die Restaurierung des Neptunbrunnens auf. Quelle: Anja Schneider

Der Referent für Steinrestaurierung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen hatte fachlich den Hut für die Restaurierung des Neptunbrunnens auf. Er wird am Sonntag mit seinen Kollegen auch vor Ort sein und erklären, wie man Steinsubstanz erhalten kann und unter welchen Gesichtspunkten Restauratoren fehlende Teile ergänzen und warum manchmal nicht.

Kiesewetter kennt sich natürlich auch in der Geschichte des Brunnens aus. So erzählt er, dass die Restauratoren, als sie den Neptunbrunnen im späten 19. Jahrhundert das erste Mal restaurierten, einen kapitalen Fehler begingen. Denn sie gaben Neptun, dessen abgebrochenen Arm sie ersetzten, einen Dreizack in die Hand. Ursprünglich – und so ist es auch jetzt wieder – hält Neptun jedoch einen Lorbeerkranz.

Jetzt entspricht die Neptunfigur wieder dem von Mattielli geschaffenen Original und hält einen Lorbeerkranz statt eines Dreizackes. Denn seinen Dreizack hat der Meeresgott einem Putto übergeben. Quelle: Anja Schneider

Entstanden ist der Neptunbrunnen 1743 bis 1746 als Höhepunkt einer im Auftrag von Minister Heinrich Graf von Brühl angelegten Gartenanlage. Den Brunnenentwurf lieferte Zacharias Longuelune. Die Skulpturen stammen vom oberitalienischen Bildhauer Lorenzo Mattielli.

Die 48 Meter breite Brunnenanlage mit dreigeschossiger Kaskade, die sich heute auf dem Gelände des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt befindet, ist nicht nur bezüglich ihrer Größe, sondern auch vom Kunstwert her spektakulär. Der Neptunbrunnen spiele in einer Liga mit Fontana di Trevi, dem größten Brunnen Roms und einem der bekanntesten Brunnen der Welt, betont Christine Kelm.

Nur dass der Neptunbrunnen touristisch (noch) nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit genießt. Nicht umsonst brachte deshalb vor einigen Monaten SPD-Stadtrat Peter Bartels im Rahmen einer Anfrage an die Stadt Stadtrundfahrten, Wegeleitsystem und eine Bushaltestelle auf der Wachsbleichstraße ins Gespräch.

Vorträge und Führungen

Der Neptunbrunnen in Dresden-Friedrichstadt und seine Restaurierung: 14. Oktober, jeweils 11, 12.30 und 14 Uhr Vortrag und Führung zum Neptunbrunnen sowie Führung durch die historischen Räume im ehemaligen Brühlschen, Marcolini-Palais mit Erläuterungen zur Restaurierung und Ausstattung (3 € Spende je Person); Ort: Städtisches Klinikum Dresden, Standort Friedrichstadt, Marcolini-Palais, Festsaal, Friedrichstraße 41, 01067 Dresden; Achtung: Anmeldung mit Angabe der gewünschten Zeit unter Tel.: (0351) 48430 421 oder presse@lfd.smi.sachsen.de. erforderlich

Holz- und Metallrestauratoren der Museen der Stadt Dresden geben Einblicke in ihre Arbeit: 14. Oktober, 10 Uhr Vortrag anschließend Führung durch die Werkstatt; Ort: Technische Sammlungen Dresden, Junghansstr. 1-3, 01277 Dresden

Textilrestauratorinnen der Museen der Stadt Dresden geben Einblicke in ihre Arbeit; 14 Uhr Vortrag, anschließend Führung durch die Werkstatt; Ort: Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden

Die Ateliergemeinschaft Wolff/Kober gibt Einblicke in ihre Projekte und in die Arbeitswelt von Restauratoren/innen; 14. Oktober 12-16 Uhr, Zentralwerk Dresden, Riesaer Str. 32, 01127 Dresden

Auswahl. Angaben ohne Gewähr. Weitere Informationen unter www.restauratoren.de

Von Catrin Steinbach

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