Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Rentner ins Krankenhaus geprügelt - 37-Jähriger vor Gericht
Dresden Lokales Rentner ins Krankenhaus geprügelt - 37-Jähriger vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:49 24.08.2017
   Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

„Ich kann mich nicht an alles erinnern, ich hatte ja ein Schädelhirntrauma. Ich weiß nur, dass ein Mann vor mein Auto lief, die Scheibe eingeschlagen wurde, der ab haute und ich ihm hinterher bin. Mehr weiß ich nicht, ich bin erst im Krankenhaus wieder zu mir gekommen“, sagte ein 75-jähriger im Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß Michael S. Er soll dem ihm körperlich stark unterlegenen Rentner erst das Auto demoliert und dann ins Krankenhaus geprügelt haben.

Der 37-Jährige war an jenem Tag, ohne auf den Verkehr zu achten, über die Harthaer Straße gerannt und dem 75-Jährigen vor das Auto gelaufen. Der konnte rechtzeitig bremsen und einen Unfall vermeiden, doch statt sich zu bedanken, knallte Michael S. eine Bierflasche gegen die Frontscheibe, die dadurch zu Bruch ging, und haute ab. Der Rentner lief ihm nach und rief telefonisch die Polizei. Als er den Angeklagten an der Sanddornstraße eingeholt hatte, bekam er von ihm einen Faustschlags in den Bauch und einen zweiten mitten ins Gesicht. Der 75-Jährige ging zu Boden und landete mit einem Schädelhirntrauma, einer Platzwunde am Auge und einem ausgeschlagenen Zahn für mehrere Tage in der Klinik.

Michael S. präsentierte eine etwas andere Geschichte. Der Rentner habe ihn angefahren, er sei auf das Auto gefallen und dabei sei ganz aus Versehen die Bierflasche, die er in der Hand hatte, in der Scheibe gelandet. Und er habe dem Opfer auch keine Faustschläge verpasst. „Er kam mir nach und sprach mich an, vielleicht hat er mich auch an der Schulter angefasst. Ich habe eine Ausweichbewegung gemacht und ihn vielleicht dabei mit dem Ellenbogen getroffen.“ Stimmt allerdings so nicht. Es gibt Zeugen, die die Sache anders schilderten – zum einen die Ehefrau des Opfers, die mit im Auto saß, und einen Mann der die Prügelei beobachtet hatte. „Der ältere Herr hat den Angeklagte nicht angefasst, der schlug aber zweimal mit der Faust zu, der alte Herr ging zu Boden wie ein Stein.“

Michael S. hat ein prall gefülltes Strafregister und sitzt derzeit eine Haftstrafe in anderer Sache ab. Er war im September 2016 zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Diese Entscheidung wurde in das gestrige Urteil einbezogen. Michael S. sitzt nun drei Jahre und acht Monate im Gefängnis. „Ich möchte mit dem Fall abschließen und zur Ruhe kommen. Ich bin froh, dass ich überlebt habe und ein weiterer Schlag mir nicht die Lichter ausgemacht hat“, sagte der 75-Jähriger, den die Sache noch immer sehr belastet.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) hat sich zum dritten Mal den Spitzenplatz im ÖPNV-Kundenbarometer gesichert. Insgesamt 96 Prozent aller Fahrgäste sind mit den Leistungen vollkommen zufrieden, sehr zufrieden oder zufrieden. Das geht aus einer Befragung des Marktforschungsinstituts Kantar TNS hervor, das 34 Verkehrsunternehmen befragt hat.

23.08.2017

Die Luft in fast 70 deutschen Städten bleibt nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums wohl auch nach Umsetzung der Beschlüsse des Dieselgipfel schmutziger als erlaubt. Das gilt den Berechnungen zufolge auch für Dresden.

23.08.2017

Die Unicef-Arbeitsgruppe Dresden ruft am Sonntag, 3. September, zu einen Spendenlauf gegen den Hunger in Afrika auf.

24.08.2017
Anzeige