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Rentner ins Krankenhaus geprügelt - 37-Jähriger vor Gericht

Amtsgericht Dresden Rentner ins Krankenhaus geprügelt - 37-Jähriger vor Gericht

Ein Mann rennt – ohne zu schauen – auf die Straße. Ein 75-jähriger Fahrer kann gerade noch bremsen. Statt sich zu bedanken, zertrümmerte der Verkehrsrowdy mit einer Bierflasche die Auto-Frontscheibe – und verprügelte dann den Rentner.

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Quelle: dpa

Dresden. „Ich kann mich nicht an alles erinnern, ich hatte ja ein Schädelhirntrauma. Ich weiß nur, dass ein Mann vor mein Auto lief, die Scheibe eingeschlagen wurde, der ab haute und ich ihm hinterher bin. Mehr weiß ich nicht, ich bin erst im Krankenhaus wieder zu mir gekommen“, sagte ein 75-jähriger im Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß Michael S. Er soll dem ihm körperlich stark unterlegenen Rentner erst das Auto demoliert und dann ins Krankenhaus geprügelt haben.

Der 37-Jährige war an jenem Tag, ohne auf den Verkehr zu achten, über die Harthaer Straße gerannt und dem 75-Jährigen vor das Auto gelaufen. Der konnte rechtzeitig bremsen und einen Unfall vermeiden, doch statt sich zu bedanken, knallte Michael S. eine Bierflasche gegen die Frontscheibe, die dadurch zu Bruch ging, und haute ab. Der Rentner lief ihm nach und rief telefonisch die Polizei. Als er den Angeklagten an der Sanddornstraße eingeholt hatte, bekam er von ihm einen Faustschlags in den Bauch und einen zweiten mitten ins Gesicht. Der 75-Jährige ging zu Boden und landete mit einem Schädelhirntrauma, einer Platzwunde am Auge und einem ausgeschlagenen Zahn für mehrere Tage in der Klinik.

Michael S. präsentierte eine etwas andere Geschichte. Der Rentner habe ihn angefahren, er sei auf das Auto gefallen und dabei sei ganz aus Versehen die Bierflasche, die er in der Hand hatte, in der Scheibe gelandet. Und er habe dem Opfer auch keine Faustschläge verpasst. „Er kam mir nach und sprach mich an, vielleicht hat er mich auch an der Schulter angefasst. Ich habe eine Ausweichbewegung gemacht und ihn vielleicht dabei mit dem Ellenbogen getroffen.“ Stimmt allerdings so nicht. Es gibt Zeugen, die die Sache anders schilderten – zum einen die Ehefrau des Opfers, die mit im Auto saß, und einen Mann der die Prügelei beobachtet hatte. „Der ältere Herr hat den Angeklagte nicht angefasst, der schlug aber zweimal mit der Faust zu, der alte Herr ging zu Boden wie ein Stein.“

Michael S. hat ein prall gefülltes Strafregister und sitzt derzeit eine Haftstrafe in anderer Sache ab. Er war im September 2016 zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Diese Entscheidung wurde in das gestrige Urteil einbezogen. Michael S. sitzt nun drei Jahre und acht Monate im Gefängnis. „Ich möchte mit dem Fall abschließen und zur Ruhe kommen. Ich bin froh, dass ich überlebt habe und ein weiterer Schlag mir nicht die Lichter ausgemacht hat“, sagte der 75-Jähriger, den die Sache noch immer sehr belastet.

Von Monika Löffler

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23.01.2018 - 11:55 Uhr

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