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Lokales Renitenter Rentner wegen Körperverletzung und Beleidigung vor Gericht
Dresden Lokales Renitenter Rentner wegen Körperverletzung und Beleidigung vor Gericht
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09:38 23.01.2018
Ein falsches Wort, ein falscher Blick und Heinrich S. legt los, pöbelt und prügelt Quelle: dpa
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Dresden

Ein falsches Wort, ein falscher Blick und Heinrich S. legt los, pöbelt und prügelt. Bei ihm sitzen Zunge und Fäuste ziemlich locker, es ist einfach sein Naturell. Wegen Beleidigungen und Körperverletzung ist er erheblich vorbestraft, kann es aber nicht lassen. Jetzt steht er wieder mal vor dem Amtsgericht. Da ist einiges zusammengekommen – 13 Anklagen verlas die Staatsanwaltschaft. Dabei ist der Angeklagte kein junger Kerl, der glaubt besonders cool sein und sich und der Welt was beweisen zu müssen. Heinrich S. ist stolze 70 – aber offenbar kein bisschen weise und auf keinen Fall leise.

Bei seiner letzten Verhandlung vor einem Jahr beschimpfte er alle – egal ob Zeugen, Prozessbeteiligte oder die Presse. „Idiot“ schien sein Lieblingswort zu sein. Gestern gab er sich etwas gelassener. Die Taten, die ihm vorgeworfen wurden, liegen schon einige Zeit zurück. Denn Heinrich S., der die deutsche und polnische Staatsbürgerschaft besitzt, saß erst einmal in Polen im Knast. Da musste sich das Dresdner Gericht gedulden.

Kleidung gentlemanlike – Verhalten nicht

Wenn Heinrich S. im Gericht erscheint, dann schick und gut gekleidet, sein Benehmen ist allerdings weniger gentlemanlike. 2014 soll er den Chef des Avis Hotels an der Flügelwegbrücke verprügelt haben, weil der sich beim Angeklagten beschwert hatte, dass der mit seinem Auto wochenlang einen Gästeparkplatz blockierte. Stimmt nicht, der andere hätte ihn verprügelt, konterte der 70-Jährige. Eine gültige Fahrerlaubnis hat er übrigens nicht, die hatte man ihm wegen Verkehrsdelikten entzogen, was ihn aber nicht daran hinderte, mit dem Wagen zu fahren. „Ich scheiß auf die deutschen Behörden – alles Idioten.“

Der Angeklagte soll Besucher des Arnhold-Bades beschimpft und geschlagen, einen Kunden in einem Supermarkt beleidigt und in ein Warenregal gestoßen und im Juli 2015 und Januar 2016 zwei Männer attackiert und ihnen mehrere Faustschläge verpasst haben. Rückten nach seinen rüden Attacken Polizeibeamte an, wurde diese aufs übelste beleidigt. „Ich bin schon lange Zeit dabei, viel gewohnt und lass mir auch einiges gefallen, aber das war schon äußerst extrem“, sagte ein Polizeibeamter gestern.

Die Wortwahl bei seinem Beschimpfungen war wirklich unter aller Kanone. Dafür war seine Erklärung, warum er denn seit Jahren ständig mit dem Gesetz in Konflikt kommt, sehr kreativ: Die Polizei hätte ihn immer eingesperrt, weil seine Ex-Frau sehr attraktiv und alle Polizisten in Dresden hinter ihr her waren. „Die wollten mich immer weg haben, weil ich gestört habe.“ Ach nee! Ansonsten sind natürlich eh die anderen Schuld. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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