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Renaissancefresken für Altan im Dresdner Schloss entstehen neu

Bis 2019 Renaissancefresken für Altan im Dresdner Schloss entstehen neu

Bis Ende 2019 soll in Dresden eines der größten Renaissancefresken nördlich der Alpen neu entstehen. Nach jahrelangen Recherchen wird die farbige Ausmalung an der Rückwand des Altan im Residenzschloss für 2,2 Millionen Euro neu inszeniert.

Die Loggia werde der gestalterische Glanzpunkt im neu in Szene gesetzten Renaissancehof, sagte der sächsische Finanzminister Georg Unland

Quelle: dpa

Dresden. Comeback nach über 200 Jahren: Mit der farblichen Gestaltung des Altan am Dresdner Residenzschloss soll eines der größten Renaissancefresken nördlich der Alpen bis 2019 neu entstehen. Die Freskomalerei an der Rückseite der viergeschossigen Loggia im Großen Schlosshof wird nach jahrelangen Recherchen und Studien vorbereitet und frühestens ab 2018 ausgeführt. Es werde „der gestalterische Glanzpunkt im neu in Szene gesetzten Renaissancehof“, sagte Finanzminister Georg Unland (CDU) bei einem Rundgang am Mittwoch. Der Freistaat investiere rund 2,2 Millionen Euro in die spezielle Ausmalung der Fassade.

Für 8,9 Millionen Euro fertiggestellt sind Garde- und Kurfürstensaal sowie drei weitere Räume im Ost- und Nordostflügel. Dabei wurden Rokokobefunde restauriert und vor Jahrzehnten geborgene Stuckteile wieder eingebaut. Im Kurfürstensaal hat das nach der Flut 2013 aus der Festung Dresden geborgene und konservierte Moritzmonument bereits Platz gefunden. Längswände des Saales sind im Rohbauzustand belassen, der Boden ist mit Theumaer Fruchtschiefer belegt. Künftig sollen dort in „maßgeschneiderten“ Vitrinen Exponate vom Aufstieg der Wettiner zur Kurfürstenmacht zeugen und Einblick in deren Garderobe geben.

Die farbige Ausmalung der Rückseite des Hausmannsturms soll für 2,2 Millionen Euro neu inszeniert werden. Bis Ende 2019 soll damit in Dresden eines der größten Renaissancefresken nördlich der Alpen neu entstehen.

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Der beim Schlossumbau im 16. Jahrhundert geschaffene Altan ist seit 2010 als Rohbau präsent. Nun sollen Konstruktion und Fassade in der historischen Fassung gestaltet werden. Mit der farbigen Freskomalerei kehren biblische Motive wie die Geburt Christi, die Bekehrung des Paulus und die Königin von Saba vor Salomon zurück. „Sie werden einen schönen Kontrast zu den schwarz-weißen Sgraffiti der Schlossfassade bilden“, sagte Unland.

Der Altan, zwei reich gestaltete Treppentürme und Schaugiebel sind die Schauseite des Hofes, wie Bauforscher Matthias Zahn erklärte. „Er ist Kernstück und Hauptpunkt der gesamten Fassadendekoration im Hof.“ Die mit dem Schlossbrand 1701 großteils verlorenen Wandgemälde waren von zwei Italienern aus Brescia geschaffen worden. Zahn und seine fünf Kollegen erforschen nun Motive, Stil und Ausführung anhand alter Stiche, Zeichnungen, Studien und Fotos. Moderne Scan-Technik erlaubt laut Zahn Vergrößerungen auf Originalmaße der Figuren: 1,80 Meter.

Ehe die Restauratoren an den bis zu 5,50 Meter hohen Wänden zur Tat schreiten, entsteht das Fresko in verschiedenen Etappen auf Pappe - im Maßstab 1:10, 1:25 und 1:1. Erst dann wird die Altan-Rückwand präpariert und in Freskotechnik bemalt. Dabei bringen die Künstler ein mit Wasser angerührtes Pulver aus gemahlenem Stein, Glas und Erden auf eine frische, vier Millimeter dünne, sehr kalkreiche Putzschicht auf. „Sie ist das Bindemittel für die Pigmente“, erklärte Zahn die alte Technik. „Eine solche Neuinszenierung, in dieser Größe, ist einmalig in Europa.“

Das Dresdner Residenzschloss

Die 1945 zerstörte Dresdner Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1985 wiederhergestellt und zum Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen ausgebaut. Bisher sind dort das Grüne Gewölbe, Kupferstich- und Münzkabinett, Türckische Cammer, Riesensaal sowie eine Dauerausstellung zur Spätrenaissance als erste Teile der Rüstkammer eingerichtet und die Kapelle im Rohbau wiedereröffnet worden. Zudem wurde der Georgenbau, in dem sich einst die fürstlichen Wohnräume befanden, innen ausgebaut.

Bisher gab der Freistaat nach Angaben des Finanzministeriums rund 316 Millionen Euro für Sachsens größte Kulturbaustelle aus. Dank der finanziellen Unterstützung des Bundes - 2013 mit 5 Millionen Euro und seit 2014 mit je 6 Millionen Euro pro Jahr - können Vorhaben schneller realisiert werden. Die jüngsten Schätzungen gehen von rund 380 Millionen Euro Gesamtkosten für die künftige „Residenz der Kunst und Wissenschaft“ aus. Bisher sind drei Viertel der Gesamtfläche nutzbar.

Wann der Schloss-Wiederaufbau abgeschlossen werden kann, ist offen. Im April 2017 werden weitere Ausstellungsräume der Rüstkammer im 1. Obergeschoss des Renaissanceflügels eröffnet, bis 2019 sollen die Paraderäume im Westflügel und der große Schlosshof vollendet sein.

dpa

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