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Lokales Rekordumsatz auf dem Grundstücksmarkt in Dresden
Dresden Lokales Rekordumsatz auf dem Grundstücksmarkt in Dresden
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20:29 19.04.2018
Mit einem Kaufpreis von 153 Millionen Euro gehörte das World Trade Center 2017 zu den großen Umsätzen bei gewerblichen Investitionen auf dem Dresdner Immobilienmarkt. Quelle: Archiv/Dietrich Flechtner
Dresden

Der Immobiliendienstleister Aengevelt hat für das zurückliegende Jahr eine positive Bilanz für den Dresdner Grundstücksmarkt gezogen. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, fand bei der Vorstellung des City-Reports viele lobende Worte für die „große Dynamik“ am Markt. In vielen Bereichen treiben die weiterhin niedrigen Zinsen die Investitionen an.

Unter anderem lobte der Manager das Wohnungsbaugeschehen in Dresden. Seit Jahren lägen die Fertigstellungen über der schlichten Substanzerhaltungsquote, die das Unternehmen mit knapp 1000 Einheiten angibt. Mit 3806 Wohnungen wurden 26 Prozent mehr fertiggestellt als 2016 (3002). Aengevelt würdigte das „gute Zusammenwirken von Immobilienwirtschaft und Verwaltung“. Mit Blick auf Geburtenraten und Zuzug müssen auch in den kommenden Jahren ähnliche Zahlen erreicht werden, um den Bedarf zu decken.

Preise steigen weiter

Angesichts des knappen Angebots müsse auch weiterhin mit steigenden Kauf- und Mietpreisen gerechnet werden. „Dresden ist ein Verkäufermarkt“, heiß es im Bericht. Das heißt, Besitzer können auf weiter steigende Preise setzen.

Vorsichtig wird vor der Preisentwicklung gewarnt. „Auf längere Sicht wird sich der eher hochpreisige Neubau stärker im Wettbewerb behaupten müssen, als dies derzeit noch der Fall ist.“ Daher müssten bereits heute die Präferenzen der Nachfrage berücksichtigt werden.

Die mittleren Preise für Eigentumswohnungen im Erstverkauf stiegen gegenüber 2016 um acht Prozent auf 3310 Euro pro Quadratmeter und sanierter Altbau um vier Prozent auf 3220 Euro pro Quadratmeter.

Rekordjagd seit 2013 auf Grundstücksmarkt

Insgesamt hatte der Grundstücksmarkt wieder Höchstwerte erzielt. Die Umsätze waren mit 2,66 Milliarden Euro um 570 Millionen höher als 2006, damit setzte sich die Rekordjagd seit 2013 fort. Aufgrund niedriger Zinsen wird viel Geld in Beton investiert. Seit Jahren sind die Renditen für Büro- und Geschäftshäuser sowie Mietwohnhäuser rückläufig, liegen aber noch immer über denen der großen Metropolen („Big Five“) und locken damit weiterhin die Investoren.

Eine „überdurchschnittliche Dynamik“ habe der Büroflächenmarkt im vergangenen Jahr gezeigt. Mit der Vermietung von 105000 Quadratmetern sei der höchste Wert der letzten 20 Jahre erreicht worden. Das spreche für die Attraktivität Dresdens als Wirtschaftsstandort. „Dresden ist unverändert ansiedlungsfreundlich“, sagte Aengevelt.

In der Innenstadt sei das Angebot weiterhin besonders knapp. Die Spitzenmiete in gefragten Citylagen liege stabil bei 13 Euro pro Quadratmeter, weil kaum Flächen dazukämen, mit denen höhere Preise erzielt werden könnten.

Leerstand bei Büroflächen sinkt weiter

Dadurch sinkt im sonstigen Stadtgebiet aber der Leerstand weiter. Er ging von 77000 Quadratmetern auf 63400 Quadratmeter zurück, das sind 2,6 Prozent des Gesamtbestandes von 2,48 Millionen Quadratmetern. Aengevelt ermittelt für diese Angaben einen marktrelevanten Leerstand und rechnet eine für die Marktdynamik nötige Fluktuationsreserve (85600 Quadratmeter), einen latenten Leerstand (1000 Quadratmeter ungenutzte, aber vermietete Flächen) und einen strukturellen Leerstand („Marktleichen“) ab. Letztere sind aufgrund des großen Bedarfs im vergangenen Jahr um 10000 Quadratmeter gesunken, weil in zuvor unvermietbare Objekte wie etwa das Schokopack-Gebäude in Dobritz investiert wird.

Ausgesprochen positiv habe sich der Einzelhandelsumsatz entwickelt. Der Anstieg um vier Prozent auf 3,37 Milliarden Euro (2016: 3,24 Milliarden) lag über dem bundesweiten Plus von etwa drei Prozent. Dahinter stecke die positive Entwicklung des Tourismus, zu der Investitionen wie in den Kulturspalast bereits beigetragen hätten, und zu der die Bewerbung als Kulturhauptstadt weiter beitragen werde.

Von Ingolf Pleil

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