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Rechte Parolen und üble Prügelattacken: Dresdner Brüderpaar steht vor Gericht

Prozess Rechte Parolen und üble Prügelattacken: Dresdner Brüderpaar steht vor Gericht

Mike und Marcel M. stehen wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in Dresden vor Gericht. Sie sollen nicht nur höchst aggressiv auf Menschen eingeschlagen, sondern dazu auch rechte Parolen gebrüllt haben.

Vor dem Amtsgericht Dresden sind zwei Brüder angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Ein Brüderpaar muss sich seit Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Hauptangeklagter ist Mike M. Der 25-Jährige ist einschlägig vorbestraft und saß schon einige Zeit in Haft.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im August 2016 in einer Straßenbahn ausländerfeindliche Parolen gebrüllt, einem Tunesier die Faust ins Gesicht geschlagen und ihn dann angespuckt zu haben, weil der sich seinen Rucksack nicht wegnehmen lassen wollte. Im November hat Mike M. laut Anklage an der Breitscheidstraße einen jungen Mann angequatscht und angetatscht. Als dieser sich das verbat, erhielt er einen Faustschlag ins Gesicht. Das Opfer flüchtete sich in eine nahe Fahrschule, der Angeklagte lief hinterher, randalierte in den Räumen, drohte allen Anwesenden, sie umzubringen und attackierte den Inhaber. Als der Sohn seinem Vater helfen wollte, trat und schlug der Angeklagte auch auf ihn ein.

Im Oktober soll der 25-Jährige gemeinsam mit seinem älteren Bruder Marcel M. an der Straßenbahnhaltestelle Abzweig Reick drei junge Frauen aus Eritrea und einen Syrer angegriffen haben. Wieder fielen fremdenfeindliche Sprüche, dann setzte es Prügel. Marcel M. soll, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, den Syrer attackiert und sein Handy zertreten haben. Dann traten und schlugen beide auf eine der Frauen ein, selbst als diese schon am Boden lag. Die anderen Frauen konnten flüchten.

Am Donnerstag präsentierten sich die Angeklagten sehr kleinlaut. Mike M. räumte über seinen Anwalt die Vorwürfe zwar ein, ließ aber mitteilen, dass er keine weiteren Angaben mache und keine Fragen beantworte. Zum Beispiel drängt sich die auf, warum so ein großer, kräftiger Kerl wie er eine Frau schlägt.

Nur zum Fall in der Fahrschule erklärte er, dass er damals sturzbetrunken war, unter Drogen stand und sich an nichts erinnern könne. Sein Bruder, der bei dem Überfall in Reick dabei gewesen sein soll, wies den Vorwurf zurück. „Ich habe nichts damit zu tun.“ Ob das stimmt, muss nun das Gericht klären.

Von Monika Löffler

Dresden, amtsgericht 51.054132 13.754627
Dresden, amtsgericht
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