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Rauschgiftdelikte an Dresdner Schulen gehen zurück

Präventionsarbeit Rauschgiftdelikte an Dresdner Schulen gehen zurück

Sachsenweit haben sich die Drogendelikte zwischen 2011 und 2015 an Schulen verdoppelt – in Dresden hingegen gehen die polizeilich bekannten Fälle aktuell zurück, wie aus einer Anfrage an das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) hervorgeht.

Cannabis-Delikte stellen immer noch die Mehrzahl der Anzeigen auf Grundlage des Betäubungsmittelgesetzes.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsenweit haben sich die Drogendelikte zwischen 2011 und 2015 an Schulen verdoppelt – in Dresden hingegen gehen die polizeilich bekannten Fälle aktuell zurück. Das geht aus Angaben des
Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) hervor.

Im Jahr 2011 wurde im Freistaat 69 Strafanzeigen wegen Drogendelikten wie beispielsweise Rauschgift-Konsum und -Verkauf gestellt. 2015 stieg die Zahl der Strafanzeigen auf 128. Davon entfielen 20 Delikte auf das Dresdner Stadtgebiet. 2016 wurden der Polizei insgesamt nur noch zehn Drogendelikte an Dresdner Schulen gemeldet. Das sind nur halb so viele wie im Jahr 2015.

Den deutlichsten Rückgang verzeichnen die Oberschulen. Wurden 2015 in zehn Fällen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt, war dies im Jahr 2016 nur viermal der Fall. An Berufsschulen wurde kein einziger Fall bekannt, während an Mittelschule und Gymnasium je eine Strafanzeige wegen Drogendelikten einging.

Gleichzeitig verweist das Landeskriminalamt Sachsen darauf, dass es sich bei den Zahlen für das vergangene Jahr um die sogenannte „Eingangsstatistik“ des polizeilichen Auskunftssystem handelt. Das bedeutet: Erfasst sind hier neue Strafanzeigen, nicht aber, was bei der Strafverfahren am Ende herausgekommen ist.

Zudem verweist LKA-Sprecher Thomas Bernhardt auf die Grenzen der Recherche. Bei Drogendelikten in den Schulgebäuden oder auf den Pausenhöfen darf nicht zwangsläufig davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Tätern auch um Schüler handelt.

Das Internet erleichtert die Beschaffung von Drogen

Die rückläufige Zahl der gemeldeten Drogen-Delikte könnte auf die Präventionsarbeit an Dresdner Schulen zurückzuführen sein, mutmaßt Bernhardt. Die Aufklärung im Umgang mit Rauschgiften habe für die Polizei die höchste Priorität in der Präventionsarbeit. Dafür arbeiten die Polizisten eng mit den städtischen Schulen zusammen.

Die Suchtbeauftragte der Stadt Dresden, Kristin Ferse, verweist auf das Strategiepapier für Suchtprävention des Gesundheitsamtes. Jede Schule hat Verantwortliche zur Vorbeugung von Drogenproblematiken, auch wenn „Schule kein Reparaturbetrieb sein kann“. Trotzdem sind im Lehrplan ab der ersten Klasse Lerneinheiten vorgesehen, die das Risiko für Jugendliche Drogen zu nehmen, verringern sollen.

Zusätzlich versuchen die Gymnasien in Zusammenarbeit mit dem „Lions Club“, das Thema gezielt aufzubereiten. Mit Theaterstücken und Elternabenden soll das Bewusstsein für die Gefahr von Drogenmissbrauch bei Jugendlichen und in ihren Familien gestärkt werden.

Schaut man sich die Statistiken für Gewaltdelikte an Dresdner Schulen an, zeigt sich ein ähnliches Bild. Von 2014 auf 2015 sank die Zahl der Gewalttaten nach Angabe des LKA von 195 auf 164 im Stadtgebiet Dresden und von 82 auf 74 Fälle in der Region Meißen. Einzig der Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge sieht sich mit zunehmender Gewalt an Schulen konfrontiert. Hier stiegen die Zahlen von 67 Delikten 2014 auf 79 Straftaten im Jahr 2015.

Gegen Ende des laufenden Jahres kann das LKA neue Zahlen ermitteln. Bis dahin beschäftigen sich auch der Dresdner Schülerrat und Kreiselternrat mit den Themen Drogen und Gewalt an Schulen.

„Gefühlt hat besonders das Cybermobbing zugenommen“ beschreibt der Vorsitzende des Stadtschülerrats, Sven Liebert, seine Alltagserfahrungen mit Gewalt unter Schülern. Auch in der Drogenproblematik sieht LKA-Sprecher Bernhardt negative Auswirkungen des Internets. Zwar stellen Cannabis-Delikte immer noch die Mehrzahl der Anzeigen auf Grundlage des Betäubungsmittelgesetzes, aber das Internet erleichtere eben auch den Bezug anderer Drogen erheblich. Besonders die sogenannten „Legal Highs“ stuft Bernhardt als gefährlich ein, da die Partydrogen in verschiedensten Formen den Anschein erwecken, harmlos zu sein.

Von Tomke Giedigkeit

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