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16:04 08.11.2018
Das Word Trade Center bietet sich als neues Verwaltungszentrum an. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Das Schreiben an ausgewählte Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrats umfasst wenige Seiten. Es beinhaltet finanzpolitischen Sprengstoff allererster Güte. Das Schreiben platzt mitten hinein in die Haushaltsdebatte und klingt höchst verlockend: Sage und schreibe 100 Millionen Euro könnten mit einem Schlag frei werden.

Was könnte mit 100 Millionen Euro nicht alles finanziert werden? Marode Schulen, Kindertagesstätten, Orang-Utan-Haus, Fördermittel für Sport, Kultur und Jugendhilfe. Nebenstraßen, Gehwege, Radwege. Straßenbäume. Und und und.

Das Management des World Trade Centers (WTC) bietet der Landeshauptstadt Dresden 36 000 Quadratmeter Bürofläche zur Miete an. Plus 2000 Quadratmeter Bürofläche und 60 Stellplätze in der Tiefgarage. Das Schreiben ist eindeutig formuliert: Dresden muss gar kein neues Verwaltungszentrum bauen, ist herauszulesen, das Verwaltungszentrum steht bereits – rund um die Rosenstraße.

Und wenn es denn wirklich ein Neubau sein muss – kein Problem! An der Freiberger Straße/ Maternistraße gibt es Potenzialfläche für die Erweiterung des WTC. Wenn der vom Eigenbetrieb Sportstätten genutzte Plattenbau abgerissen wird und ein Neubau mit 9000 bis 10 000 Quadratmeter Nutzfläche entsteht.

Bis zu 1600 Mitarbeiter könnten untergebracht werden, heißt in dem Schreiben aus dem WTC. Eine Zielgröße, die mit der des Verwaltungsneubaus am Ferdinandplatz korrespondiert: Dort sollen 1700 Mitarbeiter untergebracht werden. Das Gebäude muss erst noch errichtet werden, 162 Millionen Euro sind dafür gegenwärtig vorgesehen. Wer die Gesetzmäßigkeiten öffentlicher Bauvorhaben kennt, wird 200 Millionen Euro und mehr für realistisch halten.

100 Millionen Euro will Finanz- und Personalbürgermeister Peter Lames (SPD) für sein zentrales politisches Projekt in einer Rücklage parken. Er hat den Neubau gut begründet: Die Verwaltung ist auf zahlreiche Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt, die Arbeitsbedingungen sind an mehreren Standorten, vorsichtig formuliert, schwierig. Verwaltungsfachkräfte werden knapp. Wer im Wettbewerb mit dem Freistaat um die besten Köpfe bestehen will, muss ordentliche Arbeitsbedingungen anbieten, so die Argumente.

Das Argument, dass es in Dresden keine geeigneten Mietobjekte gibt, gilt indes nicht mehr. Drewag und Enso wollen bis 2022 hinter dem Hauptbahnhof einen Verwaltungsneubau errichten. Die Netzgesellschaften der Versorgungsunternehmen können dann aus dem WTC ausziehen und ein Flächenangebot frei machen, das viele Anforderungen an ein Verwaltungszentrum erfüllt. Das WTC-Management verweist auf Qualität, Attraktivität und Zentralität des Standortes.

In der Anlage ist auch ein Preis für die 38 000 Quadratmeter Mietfläche zu finden: Rund 483 500 Euro warm pro Monat oder 5,8 Millionen Euro Jahresmiete würde es kosten, das Verwaltungszentrum im WTC zu etablieren. Was heißt: Nach gut 28 Jahren wären Mietzahlungen in Höhe von 162 Millionen Euro angelaufen.

Was ist besser? Jedes Jahr rund sechs Millionen Euro Warmmiete zu zahlen oder selbst etwas zu bauen? Was wird aus der Potenzialfläche Ferdinandplatz, wenn sie die Landeshauptstadt nicht bebaut? Und was könnte mit 100 Million Euro zusätzlich nicht alles angestellt werden im Haushalt für 2019 und 2020, der so kurz vor der Kommunalwahl im Mai 2019 beschlossen wird?

Viele Fragen, auf die die Fraktionen eine Antwort finden müssen. „Wir lassen die 100 Millionen Euro erst einmal unangetastet“, erklärte am Dienstag Georg Böhme-Korn, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Die Verwaltung kann nicht als Mietnomade durch die Stadt ziehen und sich dort niederlassen, wo etwas frei ist.“ Ob es ein Gebäude am Ferdinandplatz sein müsse und es die Stadt aus eigener Tasche bezahlen solle – dazu habe sich die CDU noch keine Meinung gebildet. Zu diesem Zeitpunkt lag das Schreiben aus dem WTC noch nicht vor, wohlgemerkt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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