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Rathaus soll Konzept für Ostrale vorlegen

Sondersitzung in Dresden Rathaus soll Konzept für Ostrale vorlegen

Wie weiter mit den Schlachthofgebäuden im Ostragehege? „Schweinedom“ und Futterställe sind baufällig. Eine Sanierung ist dringend erforderlich. Die Kunstausstellung Ostrale braucht ein Domizil. Die Verwaltung hat keinen Plan.

Morbider Charme: die Futterställe.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Die Verwaltung muss schnell ein Konzept für die Nutzung von Gebäuden im Ostragehege vorlegen. Das ist das Ergebnis einer von der CDU beantragten Sondersitzung der Ausschüsse für Kultur, für Finanzen und für Wirtschaftsförderung am Dienstagabend. Bereits im November 2016 hatte der Stadtrat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, Konzepte zu entwickeln, die der Kunstausstellung Ostrale eine Zukunft im Ostragehege garantieren. Das ist bisher nicht erfolgt, konstatierten die Ausschussmitglieder.

Ende 2017 ist die Nutzungsgenehmigung für die Futterställe, die von der Ostrale als Ausstellungsort genutzt werden, ausgelaufen. Die Ostrale erhielt im März eine Aufforderung zur Räumung, hat aber zwischenzeitlich einen Bauantrag zur Nutzung der Futterställe als Lager gestellt. Dieser wird gegenwärtig von der Stadtverwaltung bearbeitet. Mit einem Bescheid ist bis Juni zu rechnen, hieß es.

Die Futterställe wurden bei den Elbehochwassern 2002 und 2013 beschädigt und müssen brandschutztechnisch und statisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die städtische Tochtergesellschaft Stesad GmbH hat Sanierungskosten von 13,75 Millionen Euro errechnet. Der Förderverein der Ostrale hat ein eigenes Gutachten vorgelegt, das von Kosten unter zehn Millionen Euro ausgeht, wenn die Funktionalität des gebäudes gewährleistet wird und gewisse Extras weggelassen werden.

Die Messe Dresden wiederum wünscht sich eine Sanierung des seit 1994 leerstehenden „Schweinedoms“, der als Wahrzeichen des Schlachthofs immer mehr verfällt. Die Messe könnte in diesem Gebäude ihre Kongressangebote erweitern und der Ostrale den Schweinedom als Domizil für Ausstellungen anbieten – was die Frage nach der Zukunft der Futterställe nicht beantwortet. Angesichts der zur Verfügung stehenden Mittel scheint maximal die Sanierung eines Bauwerks möglich, was bei einer Weichenstellung für den Schweinedom heißen würde, dass die Futterställe weiter verfallen würden. Oder sie müssten an einen Investor verkauft werden. Schließlich ist noch eine Variante im Gespräch, die Futterställe mit geringem Aufwand als Lagerfläche für die Messe herzurichten.

Die Ostrale als wichtige Ausstellung zeitgenössischer Kunst soll Dresden erhalten bleiben, hieß es als Fazit der Sondersitzung – gerade vor dem Hintergrund der Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2025. Die Ausschussmitglieder forderten die Verwaltung auf, verschiedene Sanierungsvarianten vorzulegen und die finanziellen Konsequenzen der einzelnen Überlegungen aufzuzeigen. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) versprach, dieses Votum mit in die Dienstberatung des Oberbürgermeisters zu nehmen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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