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Lokales Rathaus muss 150 Mitarbeiter evakuieren
Dresden Lokales Rathaus muss 150 Mitarbeiter evakuieren
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20:00 18.02.2016
Blick auf den sanierten Teil des Rathauses. Quelle: Archiv
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Dresden

Jetzt kennt die Bauaufsicht kein Pardon mehr: Wegen gravierender Brandschutzmängel muss die vierte Etage im unsanierten Teil des Rathauses geräumt werden. Davon sind rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Steuer-und Stadtkassenamt, der Kämmerei und vom Sozialamt betroffen, wie der für das Hochbauamt zuständige Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) auf Anfrage der DNN mitteilte.

Die Brandschutzmängel sind seit längerer Zeit bekannt. Schon im November 2015 hatte der Projektleiter für die Rathaussanierung, Markus Lenhart, mitgeteilt, dass der Brandschutz die Achillesferse des Gebäudes am Dr.-Külz-Ring ist. Besonders die vierte Etage und der Dachbereich sind wegen der dort eingebauten sogenannten Rabitz-Decken brandschutztechnisch heikel. Sie bestehen aus gut brennbaren Strohzusätzen. Im Brandfall würden die Decken einstürzen. „Wir führen intensive Gespräche mit dem Bauaufsichtsamt und arbeiten an einem Brandschutzkonzept, das mit den Anforderungen deckungsgleich ist“, erklärte der Projektleiter damals (DNN berichteten).

Die Baufsicht hat jetzt allerdings die Reißleine gezogen und angeordnet: Die vierte Etage muss geräumt werden. Ein Wiederbezug ist erst nach einer Brandschutzsanierung möglich. Die Mehrzahl der 150 Mitarbeiter aus der vierten Etage soll in anderen Büros im Rathaus unterkommen. Es werden aber laut Vorjohann auch geeignete Mietobjekte gesucht. „Wahrscheinlich wird der Umzug nicht vor Mitte des Jahres erfolgen.“ Dem Stadtrat werde der Mietvertrag in Form einer Beschlussvorlage präsentiert.

Der Finanzbürgermeister verweist auf die geplante weitere Sanierung des Rathauses. Der erste Bauabschnitt mit dem Süd- und Ostflügel ist weitgehend abgeschlossen, gegenwärtig würden die Unterlagen für den zweiten Bauabschnitt erarbeitet. Die Stadt hat Sachverständige aus Leipzig mit der Aufgabe beauftragt, die Bausubstanz intensiv zu untersuchen, damit dem Stadtrat eine realistische Kostenschätzung vorgelegt werden kann.

Nach den Erfahrungen des ersten Bauabschnitts, der rund 38 Millionen Euro kosten wird und damit den ursprünglich geplanten Ansatz um 13 Millionen Euro überschreitet, werden für Bauphase zwei um die 100 Millionen Euro fällig – je nachdem, in wie viele Zwischenschritte die Sanierung unterteilt wird. Intern hofft man im Finanzressort, dass die Sanierung ab 2018 fortgesetzt werden kann. Doch da muss der Stadtrat mitspielen und die Mittel einplanen.

Bereits vor einer umfassenden Sanierung müssen weitere brandschutztechnische Vorkehrungen im Rathaus getroffen werden. So sei der Einbau von Brandschutztüren in den Treppenhäusern unumgänglich, hieß es. Es werde nach einer Lösung gesucht, die bei der umfangreichen Sanierung nicht wieder ausgebaut werden müsse, sondern weiterverwendet werden könne.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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