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Lokales Rathaus Dresden: Augustusbrücke wird bis 2020 saniert, vielleicht auch länger
Dresden Lokales Rathaus Dresden: Augustusbrücke wird bis 2020 saniert, vielleicht auch länger
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16:59 28.02.2018
Nachdem Arbeiter am Wochenende die Verschalung über dem Terrassenufer angebracht haben, wird bis Sommer der erste Brückenbogen der Augustusbrücke wieder aufgebaut. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Sanierung der Augustusbrücke wird wenigstens bis 2020 dauern. Das teilte Andreas Gruner, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbauwerke im Straßen- und Tiefbauamt, am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Dresdner Rathaus mit. Nach ursprünglicher Planung hätte die 2017 begonnene Brückensanierung 2019 beendet sein sollen, vor Kurzem sprach Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) noch von „Ende 2019, Anfang 2020“. Grund für die Verzögerungen sei der schlechte Zustand der Bausubstanz gewesen, sagte Gruner. Es habe „deutlich mehr“ geschädigte Steine gegeben, als Untersuchungen das zuvor vermuten ließen. „Sandsteine zu bearbeiten ist händische Arbeit – so etwas dauert.“

Augustusbrücke – Ende offen

Doch damit nicht genug: Weil auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) auf der Augustusbrücke bauen wollen, schiebt sich die eigentlich 2019 geplante Freigabe für den Straßenbahnverkehr mit einiger Sicherheit weiter nach hinten. Die DVB wollen zwei Haltestellen am Neustädter Brückenkopf barrierefrei ausbauen und das Gleisdreieck am Neustädter Markt für die neuen, breiteren Stadtbahnwagen anpassen. „Ziel ist es, daran im Anschluss zu arbeiten“, sagte Schmidt-Lamontain. Da dazu jedoch noch ein Planfeststellungsverfahren läuft, ist ein Baubeginn derzeit noch offen. Die Frage, wann die erste Straßenbahn über die Augustsbrücke rollt, damit auch.

1517 Brücken, Stützwände, Durchlässe und ähnliche Ingenieurbauwerke hat Dresden. Darunter so prominente wie die Augustusbrücke, die seit 2017 saniert wird. Diese Arbeiten dauern länger als erwartet, wenigstens bis 2020. Überraschendes gibt es auch zum Blauen Wunder, zur Albertbrücke und zur Carolabrücke zu sagen.

Immerhin ist klar, wie es in nächster Zukunft weitergeht: Nachdem der Aufbau der Verschalung für den ersten Brückenbogen direkt über dem Terrassenufer am Wochenende laut Gruner „sehr gut verlaufen“ ist, wird bis zum Sommer der abgerissene Brückenbogen wieder aufgebaut. Bis Oktober soll dann die derzeit aufgebaggerte, Richtung Pillnitz gelegene Brückenhälfte saniert sein. 2019 will man dann auf der gegenüberliegenden Brückenseite weiterbauen. „Wir wissen nicht, welche Überraschungen uns dann erwarten“, legte sich Gruner nicht auf eine genaue Bauzeit dafür fest. Das geplante Budget von 23 Millionen Euro sei jedoch trotz der bisherigen Verzögerung ausreichend.

Eine weitere Schwierigkeit entsteht 2019, weil dann die Carolabrücke trotz laufender Arbeiten auf der Augustusbrücke saniert werden soll. Welche der eigentlich drei Brücken, die die Carolabrücke ausmachen, betroffen ist, wollte Gruner nicht sagen. Nach DNN-Information wird es in jedem Fall eine der zwei Brücken für den Autoverkehr sein, die im Zuge der im April beginnenden Arbeiten der Stadtreinigung Dresden an einem Trenn- und Steuerbauwerk unter dem Rathenauplatz in Beschlag genommen werden.

Blaues Wunder – nichts passiert

Bis 2030 will die Stadt rund 45 Millionen Euro ins Blaue Wunder investieren. 2018 werden ausgegeben: 0 Euro. Grund ist die geplatzte Ausschreibung der Reparaturen an maroden Metallstreben, die der eigentlich 2019/2020 geplanten neuen Bemalung der Loschwitzer Brücke vorausgehen sollte. Nur zwei Firmen hatten Angebote für diese Arbeiten abgegeben, die etwa das Dreifache der geplanten Kosten betrugen. „Vermutlich hat zwischen Ausschreibung und geplanten Baubeginn zu wenig Zeit gelegen“, versuchte Gruner eine Fehleranalyse. Das will die Stadt nun besser machen und in diesem Jahr für das nächste noch einmal ausschreiben. Zuvor wird noch geprüft, ob sich Stahlbau- und Malerarbeiten so kombinieren lassen, dass der Zeitplan gestrafft werden kann. Pläne, eventuell die Erneuerung des Richtung Stadtzentrum gelegenen Gehwegs vorzuziehen, so dass auch 2018 auf der Brücke gebaut wird, haben sich zerschlagen. „Wir hätten frühestens im Herbst mit diesen Arbeiten beginnen können“, sagte Gruner. Eine Winterbaustelle wollte man nicht provozieren.

Albertbrücke – weiter geht’s

Arbeiter tauschen unter der Albertbrücke marode Steine aus, füllen leere Fugen auf und kitten Risse. Quelle: Dietrich Flechtner

Nach fertiger Fahrbahnsanierung und einem Jahr Pause ist auch die Albertbrücke wieder dran. Diesmal besehen sich die Bauleute die Sache von unten: Marode Steine, kaputte Fugen und rissige Stellen werden von Juni 2018 bis Juli 2019 für rund 2,2 Millionen Euro saniert. „Durch die neue Fahrbahn konnten die nassen Stellen im vergangenen Jahr durchtrocknen“, begründet Brückenfachmann Gruner die Baupause. Da für die Arbeiten ein sogenanntes Überkopfgerüst installiert wird, das von der Brücke herabhängt, wird auch der Autoverkehr durch die Arbeiten beeinträchtigt. „Die Brücke hat vier Fahrspuren, außerdem ist die Verkehrsbelegung nicht so stark, dass es Probleme geben wird“, meint Gruner. Ebenfalls wird der Palais auf der Neustädter Seite der Brücke erneuert.

Mügelner Straße – erneuter Versuch

Der Prohliser Landgraben unter dem Fußweg der Mügelner Straße wird vom Mai dieses Jahres bis Februar 2019 für rund 1,8 Millionen Euro erneuert. Das war schon 2017 geplant, musste dann aber verschoben werden. Geplant ist die Sanierung im sogenannten Inlinerverfahren, weshalb oberirdisch nur einige Baugruben von der Baustelle künden werden. Dort ist auch mit einer Fahrbahneinengung zu rechnen.

Ebenfalls schon 2017 geplant war die Sanierung der Brücke über den Tännichtgrundbach im Zuge der Friedrich-August-Straße in Cossebaude. Sie wird nun vom 5. März bis Mitte Oktober erledigt und kostet rund 400 000 Euro. Der untere, denkmalgeschützte Sandsteinteil der Brücke wird dabei restauriert, der Betonbogen darüber durch einen Neubau ersetzt. Die Arbeiten erfordern eine Vollsperrung der Straße.

Und auch die Radwegbrücke am Eingang des Alberthafens ist ein eigentlich 2017 geplantes Vorhaben. Damals wurde der Bau wegen zu hoher Kosten verschoben, inzwischen hat man noch einmal nachgerechnet und findet die 2,4 Millionen Euro teure Reparatur der Stahlstreben mit anschließendem Rotschutzbeschichtung angemessen. Gebaut wird von März bis Mai 2019, der Radverkehr kann trotzdem über die Brücke fließen. Und auch die Sanierung der Radwegbrücke über den Niedersedlitzer Flutgraben (März bis Juli, 150 000 Euro) sollte eigentlich 2017 schon erledigt sein.

1507 Ingenieurbauwerke – viel zu tun

Einseitige Straßensperrung Nummer Eins: An der Pillnitzer Landstraße, Ecke Calberlastraße wird eine Stützmauer saniert. Quelle: Dietrich Flechtner

„Ingenieurbauwerke sind nicht nur die großen Brücken“, sagte Schmidt-Lamontain. 1507 solcher Bauwerke, unter die neben Brücken (308), Durchlässe (404), Lärmschutzwände (41), Stützwände (762), Treppen (29) auch sieben „Verkehrszeichenbrücken“ fallen, hat Dresden erfasst. Und auch an ihnen wird gewerkelt. So etwa an Stützmauern an der Pillnitzer Landstraße und der Calberlastraße in Loschwitz, wo bis Dezember etwa 500 000 Euro investiert werden. Außerdem wird von Juni bis Dezember eine Stützmauer an der Wachwitzer Bergstraße saniert (300 000 Euro), wobei auch einige Leitungskästen der Drewag von der hochwassergefährdeten Pillnitzer Landstraße dorthin verlegt werden. An beiden Stellen der Pillnitzer Landstraße sind deshalb einseitige Straßensperrungen mit einer Ampelregelung nötig. Weiter geplant: der Ersatzneubau der Brücke am Frauensteiner Platz in Gruna (April bis November, 500 000 Euro Kosten), die anschließend ihre Tonnagebeschränkung auf 3,5 Tonnen verliert.

Sanierungsstau – Gelder fehlen

Rund sechs Millionen Euro Eigenmittel gibt Dresden für die Ingenieurbauwerke aus, davon die Hälfte für reinen Unterhalt. Der Rest wird „mit Fördermitteln veredelt“ und dann investiert, wie Baubürgermeister Schmidt-Lamontain sagte. Der Höchstfördersatz liegt bei 90 Prozent – was große Sprünge erlaubt, aber dennoch nicht genügt. Den selbst bei einer Maximalförderung hätte Dresden 30 Millionen für Investitionen zur Verfügung, benötigt werden 2018 aber laut städtischer Berechnung knapp 48 Millionen Euro. 2019 sollen es gar 55 Millionen sein, ehe sich die Summe langfristig auf 35 Millionen Euro einpegelt. Da es auch anderswo im Freistaat großen Bedarf gibt, richtet sich Schmidt-Lamontain auf Verteilungskämpfe ein. Und Mehrausgaben für die Stadtkasse: „Wir werden künftig wohl mehr mit Eigenmitteln arbeiten müssen“, sagt der Brückenverantwortliche Gruner.

Die geplanten Investitionen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Quelle: Stadt Dresden

Von Uwe Hofmann

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