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Lokales Rabbiner Alexander Nachama verlässt Dresden
Dresden Lokales Rabbiner Alexander Nachama verlässt Dresden
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17:17 28.04.2018
Alexander Nachama bei seiner Amtseinführung. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Rabbiner Alexander Nachama verlässt die Jüdische Gemeinde zu Dresden und wechselt nach Erfurt. „Am 1. September werde ich neuer Landesrabbiner in Thüringen“, sagte er den DNN und bestätigte damit einen Bericht der „Thüringische Landeszeitung“ (TLZ). „Ich habe mich in Dresden sehr wohl gefühlt“, betonte er. „Doch nach fast sieben Jahren hier in der Gemeinde wollte ich diese neue Herausforderung annehmen.“ In seinem neuen Amt wird er nicht nur für eine Gemeinde wie in Dresden, sondern für drei zuständig sein: neben Erfurt auch für Jena und Nordhausen. Er wolle dort vor allem Ansätze einer verstärkten Jugendarbeit fortführen.
Alexander Nachama gilt als Vertreter der liberalen Richtung im Judentum. Diese auch „Reformjudentum“ genannte Richtung führte, ausgehend von Deutschland, Anfang des 19. Jahrhunderts beispielsweise die Landessprache neben Hebräisch im Gottesdienst ein, außerdem Chorgesang. Die Anhänger konzentrieren sich darauf, die ethischen Gebote der Tora zu befolgen.
Die Dresdner Gemeinde habe sich unter seiner Leitung positiv entwickelt, resümierte Nachama. Obwohl er etwa 60 Mitglieder habe beerdigen müssen, sei die Gesamtzahl über sieben Jahre hinweg nahezu konstant geblieben - bei etwa 720. „Das zeigt, dass es immer wieder neue Eintritte gegeben hat.“ Auch der Kreis der Beter habe seine Größe behalten. „Ich habe Unterricht angeboten und man konnte mich immer ansprechen. So habe ich die Gemeinde betreut - in guten wie in schwierigen Zeiten.“
Der 1983 in Frankfurt am Main geborene Alexander Nachama, Sohn des Historikers Andreas Nachama und Enkel des berühmten Berliner Oberkantors Estrongo „Eto“ Nachama (1918-2000), begann schon mit 15 Jahren als Kantor der Gemeinde in Berlin-Charlottenburg. Er studierte Judaistik, Geschichte und Religionswissenschaft an der FU Berlin. Während seiner fünfjährigen Ausbildung als Rabbiner am Abraham-Geiger-Kolleg Potsdam absolvierte er sein Praktikum auch in Dresden. 2013 wurde er in Erfurt ordiniert und als Rabbiner in Dresden eingeführt. Hier sorgte er für ein gutes Verhältnis zu den Christen in der Stadt, beteiligte sich im interreligiösen Trialog an Podiumsgesprächen mit ihnen und Muslimen.
In Erfurt löst er Benjamin Kochan ab. Dieser ist am orthodoxen Rabbinerseminar zu Berlin ausgebildet worden. Sein Amt in der thüringischen Landeshauptstadt hatte er 2015 angetreten.

Von Tomas Gärtner

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