Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
RGR verordnet dem Dresdner Kreuzchor ein Inklusionskonzept

Emotionale Debatte im Stadtrat RGR verordnet dem Dresdner Kreuzchor ein Inklusionskonzept

Der Stadtrat hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, ein Inklusionskonzept für den Kreuzchor zu erarbeiten. Der Kreuzchor müsse selbstverständlich auch barrierefrei für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, so selbstverständlich wie seine Konzertangebote barrierefrei sein sollten. Dem Beschluss war eine emotionale Debatte vorausgegangen.

Chorknaben des Dresdner Kreuzchors bei einem Konzert im Hauptbahnhof.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der Stadtrat hat mit den Stimmen der rot-grün-roten Mehrheit (RGR) Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, ein Inklusionskonzept für den Kreuzchor zu erarbeiten. Ziel sei es, die Teilnahme und Mitwirkung musikalisch begabter Kinder mit einer Behinderung zu fördern und zu ermöglichen, so der interfraktionelle Antrag von RGR. Der Kreuzchor müsse selbstverständlich auch barrierefrei für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, so selbstverständlich wie seine Konzertangebote barrierefrei sein sollten. Dem Beschluss war eine emotionale Debatte vorausgegangen.

„Wenn wichtige Dinge wie Inklusion breit in der Gesellschaft umgesetzt werden sollen, dann haben städtische Einrichtungen auch so etwas wie eine Vorbildfunktion“, erklärte Christiane Filius-Jehne, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. „Der Kreuzchor öffnet sich gerade bewusst ganz breiten Gesellschaftsschichten. Wir sehen ihn daher auch nach innen hin in der Verantwortung, barrierefrei zu agieren und auch musikalisch begabten Kindern mit Behinderung die Teilnahme und Mitwirkung zu ermöglichen.“

„Menschen mit einer Behinderung nehmen an Paralympischen Spielen teil, sie singen, tanzen und sind berufstätig“, so Anja Apel (Die Linke). „Kinder lernen gemeinsam in den Schulen und sollen dies auch am Kreuzgymnasium und im Kreuzchor tun können.“ Franz-Josef Fischer (FDP/Freie Bürger) widersprach vehement: Der Kreuzchor benötige bei einer Thematik, die er längst praktiziere, keine Belehrungen von Seiten der Stadtpolitik.

Die Intention für den Antrag lieferte laut Tilo Wirtz (Die Linke) an einer Debatte über die Barrierefreiheit des neuen Alumnats für den Kreuzchor im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau. Lediglich das Erdgeschoss sieht behindertengerechte Sanitäranlagen und ein barrierefreies Zimmer vor. Begründet worden sei dieser Umstand damit, dass es noch nie im Kreuzchor Kinder mit einer Behinderung gegeben habe und ihre Aufnahme sich auch nicht mit den Anforderungen an die Reisetätigkeit der Kruzianer vereinbaren ließe. „Diese Auffassung ist nach Meinung der Antragsteller diskriminierend für Kinder mit einer Behinderung und sachlich unhaltbar“, heißt es in dem Beschluss.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Chor stellt Forderungen
Der Kreuzchor

Nach den Plänen des Stadtrates für ein Inklusionskonzept für den Kreuzchor hat sich der Chor selbst offen gezeigt, stelt aber auch Bedingungen. Man werde den Wandel leisten können, so Kreuzkantor Kreile, erwarte dafür aber auch Investitionen zur Barrierefreiheit.

mehr
Mehr aus Lokales
19.11.2017 - 08:50 Uhr

B2-Junioren sollen vom Spielbetrieb abgemeldet werden - Eltern sind empört

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.