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Lokales RGR verordnet dem Dresdner Kreuzchor ein Inklusionskonzept
Dresden Lokales RGR verordnet dem Dresdner Kreuzchor ein Inklusionskonzept
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13:00 09.11.2017
Chorknaben des Dresdner Kreuzchors bei einem Konzert im Hauptbahnhof. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Stadtrat hat mit den Stimmen der rot-grün-roten Mehrheit (RGR) Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, ein Inklusionskonzept für den Kreuzchor zu erarbeiten. Ziel sei es, die Teilnahme und Mitwirkung musikalisch begabter Kinder mit einer Behinderung zu fördern und zu ermöglichen, so der interfraktionelle Antrag von RGR. Der Kreuzchor müsse selbstverständlich auch barrierefrei für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, so selbstverständlich wie seine Konzertangebote barrierefrei sein sollten. Dem Beschluss war eine emotionale Debatte vorausgegangen.

„Wenn wichtige Dinge wie Inklusion breit in der Gesellschaft umgesetzt werden sollen, dann haben städtische Einrichtungen auch so etwas wie eine Vorbildfunktion“, erklärte Christiane Filius-Jehne, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. „Der Kreuzchor öffnet sich gerade bewusst ganz breiten Gesellschaftsschichten. Wir sehen ihn daher auch nach innen hin in der Verantwortung, barrierefrei zu agieren und auch musikalisch begabten Kindern mit Behinderung die Teilnahme und Mitwirkung zu ermöglichen.“

„Menschen mit einer Behinderung nehmen an Paralympischen Spielen teil, sie singen, tanzen und sind berufstätig“, so Anja Apel (Die Linke). „Kinder lernen gemeinsam in den Schulen und sollen dies auch am Kreuzgymnasium und im Kreuzchor tun können.“ Franz-Josef Fischer (FDP/Freie Bürger) widersprach vehement: Der Kreuzchor benötige bei einer Thematik, die er längst praktiziere, keine Belehrungen von Seiten der Stadtpolitik.

Die Intention für den Antrag lieferte laut Tilo Wirtz (Die Linke) an einer Debatte über die Barrierefreiheit des neuen Alumnats für den Kreuzchor im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau. Lediglich das Erdgeschoss sieht behindertengerechte Sanitäranlagen und ein barrierefreies Zimmer vor. Begründet worden sei dieser Umstand damit, dass es noch nie im Kreuzchor Kinder mit einer Behinderung gegeben habe und ihre Aufnahme sich auch nicht mit den Anforderungen an die Reisetätigkeit der Kruzianer vereinbaren ließe. „Diese Auffassung ist nach Meinung der Antragsteller diskriminierend für Kinder mit einer Behinderung und sachlich unhaltbar“, heißt es in dem Beschluss.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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