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Lokales RGR: Schulen mit hohem Migrantenanteil unterstützen
Dresden Lokales RGR: Schulen mit hohem Migrantenanteil unterstützen
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07:31 06.04.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

In Dresden gibt es zwölf Grundschulen und sechs Oberschulen, an denen der Anteil von Schülern, die Unterricht „Deutsch als Zweisprache“ erhalten, bei über 20 Prozent der Schulkinder liegt. Dabei hat die Grundschule „Josephine“ (Altstadt) mit 46,3 Prozent den höchsten Anteil an ausländischen Kindern, gefolgt von der 117. Grundschule „Ludwig Reichenbach“ (Südvorstadt) mit 45,9 Prozent und der 102. Grundschule „Johanna“ (Johannstadt) mit 45,8 Prozent. Das geht aus der Antwort des Ersten Bürgermeisters Detlef Sittel (CDU) auf eine Anfrage der Grünen-Stadträtin Ulrike Caspary hervor.

Bei den Oberschulen liegt die 128. Oberschule „Carola von Wasa“ (Reick) mit einem Anteil von 28,7 Prozent vorn, es folgen die 138. Oberschule (Gorbitz) mit 28,3 Prozent und die 46. Oberschule (Südvorstadt) mit 27 Prozent.

Die Anmeldung von Schülern, die nicht oder nicht ausschließlich Deutsch als Herkunftssprache sprechen, erfolge entweder direkt durch die Sorgeberechtigten an der Schule oder aber durch Zuweisungen des Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB) im Rahmen der besonderen Bildungsberatung. „Aufgrund der Wohnsituation der zugewanderten Familien ist es an ausgewählten Schulstandorten zu einem signifikanten Anstieg des Anteils dieser Schüler an der Gesamtschülerzahl gekommen“, konstatierte Sittel.

Im Bereich der Grundschulen habe es bereits zur Vermeidung eines weiteren Anstiegs des Anteils der Kinder mit Migrationshintergrund in einzelnen Fällen Ausnahmen von der Schulbezirksregelung gegeben. Das LaSuB und das städtische Schulverwaltungsamt würden sich zu dem Problemkreis regelmäßig abstimmen. Ziel sei es, die Zahl der Vorbereitungsklassen in Grund- und Oberschulen auf zwei zu begrenzen.

Schulen, an denen Vorbereitungsklassen unterrichtet werden, würden von der Landeshauptstadt ein erhöhtes Schulbudget erhalten, so Sittel. Dies könne unter anderem für Dolmetscherleistungen genutzt werden. In der Bemessungsrichtlinie für Schulsekretariate würden Integrationsschüler und Schüler in Vorbereitungsklassen höher gewichtet.

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit fordert nun in einem Antrag, das Handlungsprogramm „Aufwachsen in sozialer Verantwortung“ für Kindertagesstätten auf ausgewählte Horte und Grundschulen, in denen die Zusammensetzung der Schülerschaft einen besonderen pädagogischen Bedarf mit sich bringt, zu erweitern. „Wir haben Signale von Grundschulen erhalten, dass sie im Moment vor großen pädagogischen Herausforderungen stehen und für diese Aufgaben nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung haben“, erklärte Linke-Bildungspolitikerin Anja Apel.

„Der individuelle Förderbedarf von Kindern aus benachteiligten familiären und sozialen Verhältnissen hört in der Schule nicht auf“, sagte SPD-Stadträtin Dana Frohwieser. Caspary erklärte, das Programm „Aufwachsen in sozialer Verantwortung“ werde in den Kindertagesstätten erfolgreich als Unterstützung eingesetzt. „Wir wollen jetzt eine Ausweitung auf ausgewählte Schulen und Horte, um diese zu unterstützen.“

Der Antrag steht am 19. April auf der Tagesordnung des Stadtrats.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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