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Lokales Quo Vadis BRN: Viel Kritik, viele Ideen, keine Lösung in Sicht
Dresden Lokales Quo Vadis BRN: Viel Kritik, viele Ideen, keine Lösung in Sicht
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20:55 09.09.2015
Quelle: Stephan Lohse

Ob und wie das allerdings gehen soll, ist völlig unklar. Auch eine von der sogenannten "Schwafelrunde" initiierte Diskussionsrunde am Mittwochabend in der Scheune brachte die Teilnehmer einer Lösung nicht näher.

Grundtenor vieler der 150 Besucher war: "So nicht". Die auswärtigen Besuchermassen, wegfallende Programmpunkte, zu laute Soundanlagen und Fressmeilen mit mehr als 50 Bierwagen und den immergleichen Essensständen hatten dieses Jahr für Kritik gesorgt. Am Ende hatte die Schwafelrunde vorgeschlagen, die BRN ein Jahr ausfallen zu lassen und löste damit eine Diskussion im Viertel aus.

Kein zentraler Veranstalter - Absage nicht möglich

Absagen kann die Schwafelrunde die BRN jedoch nicht. Denn seit 2002 gibt es keinen Gesamtveranstalter mehr. Stattdessen kann jeder Anwohner und jeder ansässige Händler oder Kneipier für seinen Stand eine sogenannte Sondernutzung beantragen. Die Stände werden dann einzeln von der Stadt genehmigt oder eben nicht. Für viele Neustädter beginnen genau damit die Probleme. Zum einen haben Gewerbetreibende grundsätzlich Vorrang vor Anwohnern, ein Punkt, den mehrere Teilnehmer am Mittwochabend kritisierten. Zum anderen interessiert es die Stadt nicht, was angemeldet wird. "Es ist nicht vorgesehen, dass wir Kulturpolizei spielen" sagt Ordnungsamtschef Ralf Lübs. Im Rahmen der Sondernutzungssatzung der Stadt seien inhaltliche Vorgaben gar nicht möglich.

So kann dann ein kleiner Anwohnerstand zwischen zwei Bierwagen landen und musizierende Kinder enden neben einer Techno-Anlage mit mehreren Tausend Watt Leistung. Mehr Koordination sei nötig, befanden viele am Mittwochabend, anwesende Händler erwiderten, mit ihnen hätte nie ein Anwohner gesprochen. Manche wünschten sich Pflicht-Treffen für alle Anmelder, andere eine Anwohner-Info durch das Ordnungsamt.

Wenig Lösungsansätze und viel Uneinigkeit

Bis zu 150 Menschen beteiligten sich an der Diskussion Quelle: Stephan Lohse
Intensiv wurde über das Modell der Talstraße gesprochen. Dort organisieren Anwohner seit Jahren gemeinsam ihren Teil der BRN. Auch der Martin-Luther-Platz wird seit vielen Jahren zentral koordiniert, dort finanzieren Bierwagen und Essensanbieter mit ihren Einnahmen die Bühne und das Programm mit. So etwas mache allerdings "echt viel Arbeit", warnten die Organisatoren vor zu viel Enthusiasmus. Dass die gebündelte Anmeldung für ganze Straßen eine Möglichkeit wäre, die BRN zu sortieren, meint auch Ordnungsamtschef Lübs. Er warnt aber auch: Es könne passieren, dass sich dann ein Bierwagen einklagt.

Zudem sind sich die Neustädter selber uneinig, was die BRN ausmacht. Der eine will in Ruhe sein Sofa nach draußen räumen, für den anderen heißt BRN, dass drei Tage lang die Soundanlage glüht. Der eine will einen Trödelmarkt veranstalten, der nächste bessert die WG-Kasse durch Bierverkauf auf. Sängerin Anna Mateur wünscht sich eine leise "BRN unplugged", für andere gehören Punkrockkonzerte selbstverständlich zum Programm. "Nicht jeder findet es toll, nicht jeder findet es schlecht, das ist die BRN", fasst es ein Anwohner zusammen.

"Wir müssen einen Weg finden, es zu verändern", meint Linken-Städträtin Jacqueline Muth. Aufhalten lasse sich die Entwicklng der BRN nicht. Sie schlug vor, über einen Gesamtveranstalter nachzudenken. Grünen-Stadtrat Torsten Schulze brachte dafür einen Verein ins Gespräch, andere schlugen vor, die Neustadt solle dafür einen hauptberuflich Verantwortlichen finanzieren.

Suche nach Machern

Ulla Wacker Quelle: Stephan Lohse

Aus dem "man", der sich kümmern müsse, muss ein "wir" werden, fasste Ulla Wacker, Sprecherin der Schwafelrunde, das Ganze schließlich zusammen. Nötig seien konkrete Verbesserungsvorschläge und vor allem Neustädter, die dafür aktiv tätig werden. An diesem Anspruch sei die Schwafelrunde bisher gescheitert. Wacker hofft, dass der jetzige Anstoß ausreicht, dass sich die Anwohner besser vernetzen und selbst dafür sorgen, dass künftig wieder mehr kulturelle Programmpunkte als nur Bierwagen das Bild der BRN prägen. Am 2. September wird weiterdiskutiert.

Stephan Lohse

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