Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Putins Nachtwölfe auf dem Weg nach Dresden: Patriotischer Motorradclub plant Reise auf den Spuren der Sowjetarmee
Dresden Lokales Putins Nachtwölfe auf dem Weg nach Dresden: Patriotischer Motorradclub plant Reise auf den Spuren der Sowjetarmee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:42 09.09.2015
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige

Die „Wölfe“ starten am 25. April in Moskau. Ziel ist Berlin. Dort wollen sie am 9. Mai ankommen. Hintergrund der Tour: Die Biker wollen den Weg der Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg bis nach Berlin abfahren und am Ende am Ehrenmal im Treptower Park Kränze und Blumen niederlegen. Sie verstehen dies als Möglichkeit, die Beziehungen zu den Ländern zu verbessern, die sie bei ihrer Tour durchfahren: Polen, Tschechien, die Slowakei, Österreich und Deutschland.

Die Tour organisiert die Russische Motorradfahrer-Föderation. Die Nachtwölfe werben für die zweiwöchige Reise auf ihrer Internetseite. Sie soll von Moskau über Minsk, Brest, Wroclaw, Brno und Bratislawa nach Wien führen. Von dort geht es laut Plan nach München, Prag weiter in Richtung Berlin. Auch Torgau steht im Tourenplan, wo sich sowjetische Truppen und Amerikaner an der Elbe getroffen haben. Auf der Strecke von Prag nach Torgau steuern die Nachtwölfe Dresden an. Ob sie in der Landeshauptstadt stoppen, ließ Anna Komarova, die Sprecherin der Motorradfahrer-Föderation, gestern offen.

Unterdessen löst die Tour schon jetzt Kritik aus. Polnische Motorradfahrer haben sich dagegen ausgesprochen, die russischen Biker mit ihren Landesflaggen an den Maschinen durch Polen fahren zu lassen und organisierten eine Petition mit dem Ziel, den Auftritt der Russen zu verbieten. Die „Wölfe“ reagierten darauf ihrerseits mit Kritik. Sie stellten infrage, dass es sich bei den polnischen Kritikern überhaupt um Motorradfahrer handelt.

Die „Night Wolves“ gibt es seit 1989. Sie haben eigenen Angaben zufolge etwa 5000 Mitglieder. Ihr Chef Alexander Saldostanow ist Arzt und trägt deshalb den Beinamen „Chirurg“. Sein Motorradclub gilt als konservativ und patriotisch. Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein Freund der Nachtwölfe. Schon mehrfach hat er sich zusammen mit Saldostanow gezeigt und selbst als Fahrer an Touren der „Wolves“ teilgenommen. Unter anderem auf der Krim. Der Club steht hinter der Moskauer Ukraine-Politik und hat in jüngster Zeit auch die russischen Interessen im Donbas mit seiner Präsenz bekräftigt.

Christoph Springer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 200 Vertreter europäischer Kommunen, von Industrie und EU-Institutionen treffen sich zur Jahreskonferenz des Klima-Bündnisses (22. bis 25. April) in Dresden.

09.09.2015

Ein Werkstattverfahren und mehr Grünflächen zur Elbe hin: Das sind die Pläne der Stadtverwaltung für das Grundstück von Investorin Regine Töberich.

09.09.2015

„Ich gebe hundertprozentig nicht auf“, sagt Regine Töberich. Die Dresden-Bau-Chefin, die nahe des Puschkinplatzes für 68 Millionen Euro eine Wohnanlage errichten möchte, will für ihr Projekt kämpfen, notfalls weiter klagen und wenn es gar nicht anders geht, den Elbradweg, der über ihr Grundstück führt, sperren.

09.09.2015
Anzeige