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Puppentheatersammlung kann ins Kraftwerk Mitte ziehen

Verträge sind fertig: Puppentheatersammlung kann ins Kraftwerk Mitte ziehen

Ein weiterer Meilenstein für das Kraftwerk Mitte steht unmittelbar bevor: Der Vertrag zwischen der Drewag und dem Freistaat Sachsen über den Einzug der Puppentheatersammlung ist ausgehandelt. Der Umzug soll 2020 über die Bühne gehen.

Die Puppentheatersammlung kann ins Kraftwerk Mitte ziehen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Ein weiterer Meilenstein für das Kraftwerk Mitte steht unmittelbar bevor: Der Vertrag zwischen den Dresdner Stadtwerken (Drewag) und dem Freistaat Sachsen über den Einzug der Puppentheatersammlung ist ausgehandelt. „Sowohl der Freistaat als auch die Drewag sind an einem baldigen Abschluss interessiert und werden dementsprechend die noch erforderlichen redaktionellen Vertragsabstimmungen zügig zum Abschluss bringen“, kündigte Stephan Gößl, Sprecher des Sächsischen Finanzministeriums, jetzt auf Anfrage der DNN an.

Der Einzug der Puppentheatersammlung, die zu den Staatlichen Kunstsammlungen Sachsen gehört, ist seit 2014 im Gespräch. Die derzeitige Unterbringung der Sammlung in der Garnisonkirche ist mit einer eingeschränkten öffentlichen Wirksamkeit verbunden – nur wenige Stücke können im Jägerhof präsentiert werden. Im Kraftwerk Mitte soll die Sammlung laut Gößl im Gebäude „Lichtwerk“ direkt neben den Spielstätten von Staatsoperette Dresden und theater junge generation auf mehreren Gebäudeebenen neue Räume erhalten. Von Untergeschoss bis Galeriegeschoss sollen Ausstellungs-, Depot-, Verwaltungs- und Werkstattflächen entstehen. Eine Konzeption für den Ausbau haben die Drewag längst vorgelegt.

Im Juni hätten sich die Verhandlungspartner auf die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für den Mietvertrag geeinigt, so der Ministeriumssprecher. „Bei der Ausformulierung des umfangreichen Vertrages ergaben sich schwierige technische Detailfragen, die für die Vertragspartner von erheblicher Bedeutung sind und die in weiteren Gesprächen geklärt werden mussten.“ Dementsprechend hätten sich die Verhandlungen in die Länge gezogen.

Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) begrüßte den bevorstehenden Vertragsabschluss. „Das Kraftwerk Mitte bietet sich als idealer Ort für die Puppentheatersammlung an, die mit ihren mehr als 100 00 Objekten eine Spezialsammlung von nicht nur europäischem, sondern weltweitem Format ist.“ Die unmittelbare räumliche und auch inhaltliche Nähe zu den Bühnen von Staatsoperette und theater junge generation mit seiner Puppentheaterbühne biete die Chance, neben den Stammbesuchern der Puppentheatersammlung ein neues, theateraffines Publikum aus allen Generationen zu erschließen. „Die einzige Nachbarschaft der Institutionen hat das Potenzial, die Grenzen zwischen Museum und Theater zu verschieben, zu überschreiten und neue Formen der Vorstellungen und des Erlebens zu entwickeln“, so die Ministerin.

Die Theater könnten im Gegenzug das umfangreiche historische Archiv und das Wissen der Puppentheatersammlung nutzen. „Diese einzigartige Nachbarschaft der Institutionen hat das Potenzial, ein Museum zum Erleben zu entwickeln und ein Theater im Raum.“ Themenräume des Museums könnten zu Bühnen werden, mit Hilfe von Theatertechniken könnten sich Besucher in Akteure einer vom und im Museum inszenierten Geschichte werden, so Stange. „Dadurch werden die Puppen lebendig und das Museum wird zu einer begehbaren Bühne.“

Im Laufe des Jahres 2020 soll die Puppentheatersammlung ins Kraftwerk Mitte einziehen, so Gössl. Die Kosten für die Sanierung und den Umbau des Lichtwerks liegen bei rund 15 Millionen Euro. Die Drewag können auf Fördermittel für den Städtebau in Höhe von 3,6 Millionen Euro zurückgreifen,

Von Thomas Baumann-Hartwig

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