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Pulse of Europe wirbt weiter für die EU

Auf dem Neumarkt Pulse of Europe wirbt weiter für die EU

Die Brexit-Verhandlungen stehen am Anfang, die Präsidentenwahl in Frankreich geht ins Finale. Diese zwei Themen vor allem beschäftigten die Redner, die am Sonntag um 14 Uhr bei „Pulse of Europe“ auf dem Neumarkt auftraten.

Pulse of Europe wirbt weiter für die EU

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Die Brexit-Verhandlungen stehen am Anfang, die Präsidentenwahl in Frankreich geht ins Finale. Diese zwei Themen beschäftigten auch Redner, die am Sonntag um 14 Uhr bei Pulse of Europe auf dem Neumarkt auftraten. Der Dresdner Ableger der mittlerweile europaweiten Initiative hatte wieder ein Treffen organisiert und nicht ganz unbekannte Mitstreiter gefunden, die für den europäischen Gedanken eintraten.

Pulse of Europe am 30. April in Dresden

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Der bedeutete für Manuel Schöbel, Theaterleiter an den Landesbühnen Sachsen, vor allem Offenheit und Vielfalt. Er erinnerte an die großen griechischen Dramatiker, an Shakespeare, ohne die das Theater heute undenkbar wäre. Und er zählte auf, dass allein das Ensemble, der Chor, das Orchester der Landesbühnen Mitglieder aus zehn bis zwölf Nationen hätten. Daraus entstehe auch „ein Genuss am Zusammenleben“.

Ähnlich argumentierte Jürgen Küfner, Direktor der Volkshochschule Dresden. Er konnte sogar auf Dozenten an der VHS aus 50 Nationen verweisen. „Vielfalt macht stark“, schloss er daraus und mahnte, Europa werde nur gelingen, wenn man Heimat als etwas begreife, das sich verändert, das dynamisch ist: „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.“

An den Tag nach der Wahl in Frankreich dachte schon Frank Richter, Geschäftsführer  der Stiftung Frauenkirche. Er verteilte höchstpersönlich Info-Blätter zu einem Vortrag der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, die am Montag, 8. Mai, in der Unterkirche zum Thema „Europa qua vadis?“ sprechen wird. Auf der Bühne forderte er für Europa, man dürfe das Prinzip der Ausgrenzung, das manche verfolgen, nicht mit dem Prinzip der Ausgrenzung beantworten. „Von denen, die sich von uns verabschieden, werden wir uns nicht verabschieden – wir werden sie demokratisch verfolgen und wieder aufnehmen.“ Ebendiesen Gedanken vertrat auch der Politikwissenschaftler Hans Vorländer, Professor an der TU Dresden: „Es gibt Europa-Zweifler-, -Kritiker und -Hasser. Man muss auch die mitnehmen, die europakritisch sind, weil dieses Projekt sonst scheitert.“

Kritiker und Zweifler hatte sich zum Auftakt auch Sabine Vack vorgenommen, die die Stunde für Europa als Mitglied von PulseofEurope moderierte. Sie erinnert an die Eröffnung des neuen Kunstwerks „Permanenter Neuanfang“ auf dem Neumarkt, die  von lauten Zwischenrufen und Störern begleitet war. Mit Blick auf den Wiederaufbau des Neumarkts rund um die Frauenkirche sagte sie, der Platz sei sicher weit davon entfernt, zeitgenössischer Architektur einen Raum zu bieten. Der Platz könne und solle aber ein Ort für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst sein.

Im Musikprogramm ließ es sich die deutsch-italienische Band A Ballaro nicht nehmen, für beschwingte gute Laune zu sorgen. Auch der unverwüstliche Gassenhauer „Azzurro“ war dabei, was Sänger Gerlando Prestigiacomo besonders passend erschien. Blau wie der strahlende Himmel, fand er, und blau wie die Farbe Europas.

Nächsten Sonntag wird Pulse of Europe zum Tag der französischen Präsidentenwahl noch einmal auf den Neumarkt rufen. Danach sollen die Treffen der Freude eines geeinten Europas in Dresden nur noch einmal im Monat, immer am ersten Sonntag stattfinden. Wie wichtig dieses Europa ist, ließ einer der Redner am offenen Mikrofon durchblicken, der eine Reihe von Zitaten parat hatte, darunter eines von Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission: „Wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen.“

hp

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