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Lokales Psychoterror und Verleumdung: Angeklagter pries seine Ex-Freundin als „Hure“ an
Dresden Lokales Psychoterror und Verleumdung: Angeklagter pries seine Ex-Freundin als „Hure“ an
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11:00 04.07.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dersden

Marcel B. war am Dienstag ziemlich blass um die Nase. Der 31-Jährige saß verunsichert und irgendwie verhuscht auf der Anklagebank. Er leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und habe extreme Angst vor der Verhandlung, erklärte sein Anwalt. Fast hätte man Mitleid mit dem Angeklagten haben können. Nach Verlesung der Anklage legte sich dieses Gefühl dann allerdings schnell. Marcel B. hat seiner Ex ganz übel und auf widerliche Art mitgespielt.

Er schubste und verletzte die Frau, demolierte das Türschloss, verwüstete ihre komplette Wohnung, beschmierte Tapeten und Fußböden mit Marmelade und Eiern, bestahl und beleidigte sie. Allerdings tat er dies auch in der Öffentlichkeit und zwar auf ganz perfide Art. Er sprühte ihren Namen an ihre Wohnungstür, ins Treppenhaus, den Keller und die Außenfassade ihres Wohnhauses, be­zeichnete sie als Hure und schmierte eindeutige Angebote aus dem horizontalen Gewerbe an die Wände. „Billig und willig – 30 Euro in der Stunde“, oder „Jede Nacht 50 Euro“ – dazu für jeden sichtbar ihren Namen, die Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Er verteilte auch Flyer mit ähnlichen Angeboten, einem Foto von ihr und ihren Daten und schrieb in ihren Namen sogar eine Bewerbung an ein Reinigungsunternehmen – versehen mit Fotos und ihrer Adresse: „Mein Service: gehe gern auf die Knie und putze den Boden und... Mitarbeiter bekommen Rabatt“ und anderes selten dämliches Zeug. Die Frau muss durch die Hölle gegangen sein, sie bekam zahlreiche Anrufe von Männern, die die Angebote für bare Münze genommen hatten. Sie war und ist wohl auch heute noch nervlich am Ende.

Marcel B. räumte die Vorwürfe ein. Die beiden hatten wohl oft gestritten „Ein Wort gab dann das andere, da ist es eskaliert“, erklärte er. „Das war Terror gegen die Frau“, befand der Richter und schickte den mehrfach wegen Körperverletzung, Diebstahl, Verleumdung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorbestraften Angeklagten für zwei Jahre ohne Bewährung ins Gefängnis. Da Marcel B. auch gern und immer wieder Auto fährt – obwohl er keinen Führerschein hat – gab es noch sechs Monate obendrauf.

Von Monika Löffler

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