Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Dresdner Moschee-Bomber
Dresden Lokales Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Dresdner Moschee-Bomber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 31.01.2018
Prozessauftakt gegen Nino K. Bombenleger am Dresdner Landgericht. Der Angeklagte mit seinen Anwälten Hansjörg Elbs und Dr. Ines Kilian Quelle: Foto: Monika Löffler
Dresden

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 31-jährigen Dresdner begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft Nino K. unter anderem versuchten Mord, versuchte gefährliche Körperverletzung, die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftung vor.

Der Angeklagte soll am Abend des 26. September 2016 per Zeitschaltuhr einen selbstgebauten Sprengsatz vor der Fatih Camii Moschee in Dresden-Cotta – ein Treffpunkt für Muslime zum Gebet – gezündet haben. Die Explosionswelle drückte die Eingangstür aus dem Schloss, die Tür und die Fassade wurden beschädigt, das Feuer konnte jedoch schnell gelöscht werden. In der Moschee befanden sich zur Tatzeit der Imam Hazam Turan, dessen Frau und die damals sechs- und zehnjährigen Söhne. Laut Anklage wusste Nino K., dass die Familie in dem Gebäude war. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Pegida-Anhänger Nino K. Fremdenfeindlichkeit vor. Grund für den Anschlag, so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz, sei „die außerordentlichen Abneigung gegenüber Ausländern muslimischen Glaubens“ gewesen.

Danach soll der Angeklagte auf der Terrasse des Dresdner Kongresszentrums eine weitere Sprengvorrichtungen gezündet haben. Auch dort gab es erheblichen Sach- aber keinen Personenschaden. Im ICD sollten wenige Tage später die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Einheit stattfinden. Der Angeklagte habe damit auch „ein Zeichen des Protests“ gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung setzen wollen, sagte Schulz.

Laut Staatsanwaltschaft habe Nino K., offenbar noch weitere Anschläge geplant, deren Ziel aber noch unklar sei. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde ein weiterer Sprengsatz entdeckt. Zudem hat der Angeklagte nach den Anschlägen offenbar Panik bekommen und einen Molotowcocktail und eine weitere Sprengvorrichtung in der Weißeritz und Elbe entsorgt, die beide geborgen werden konnten. Die Materialien dafür hatte er gekauft oder im Internet bestellt. Durch Zeugenhinweise kam man auf Nino K., ein DNA-Abgleich überführte ihn dann. Am 8. Dezember 2016 wurde er festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft.

Der 31-Jährige verweigert bisher die Aussage und wollte auch am Mittwoch keine Angaben machen. Am 5. Februar soll mit der Beweisaufnahme begonnen werden. Zunächst sind zwölf Verhandlungstage vorgesehen.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Plattform für Kreative in Dresden - Sonntag gibt’s Handgemachtes im Alten Schlachthof

Lustige Filzhühner, Taschen, Papeterie, vegane Lippenpflege, Holzkunst, Fahrradbekleidung und, und, und – am 4. Februar ist der Alte Schlachthof wieder Anlaufpunkt für alle, die Handgemachtes zu schätzen wissen und bei rund 70 Künstlern, Designern und kreativen Köpfen auf Entdeckungsreise und Einkaufstour gehen wollen.

31.01.2018

Dieses Wortungetüm lässt Planeraugen leuchten: System repräsentativer Verkehrsbefragungen, kurz SrV. In Kürze lässt die Technische Universität (TU) Dresden dafür bundesweit an über das ganze Jahr verteilten Stichtagen rund 183 000 Menschen in 129 Städten befragen – in Dresden allein 3200. Ihre Antworten beeinflussen sämtliche Verkehrsplanungen der Stadt.

31.01.2018

Die Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) kann sich im Hinblick auf das vergangene Jahr über einen Zuwachs an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen freuen. Die Steigerung beträgt im Vergleich zu 2016 3,7 Prozent. An der Spitze der beliebten Berufsfelder hat sich ebenfalls etwas verändert.

31.01.2018