Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Prozess wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und sexueller Belästigung
Dresden Lokales Prozess wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und sexueller Belästigung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:21 05.07.2017
   Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Der Angeklagte erschien am Dienstag gut gelaunt im Gericht, plauschte mit dem Dolmetscher und hörte sich eher belustigt die Anklage an, obwohl die kein Grund zur Fröhlichkeit ist: versuchte Vergewaltigung in zwei Fällen, sexuelle Nötigung und Körperverletzung. Mahmoud A. soll drei Frauen übel mitgespielt haben.

Am 10. September 2016 soll der Syrer an der Ecke Hansastraße/Fritz-Reuter-Straße eine junge Frau attackiert haben, um sie zu vergewaltigen. Der 22-Jährige habe sie begrapscht, zu Boden gestoßen und ihr den Hals zugedrückt. Das Opfer wehrte sich heftig und konnte, als er seine Hose herunterzog, flüchten. Er wurde festgenommen und saß bis Ende Dezember in U-Haft, was ihn wohl nicht sonderlich beeindruckte, denn einen Monat später machte er weiter.

Am 28. Januar sprach er, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, eine Frau auf ihrem Heimweg auf der Königsbrücker Straße an, folgte ihr zu ihrem Haus, stieß ihren Kopf zunächst gegen die Hauswand, so dass sie umfiel, und dann mehrmals auf den Boden und verpasste ihr zwei Faustschläge ins Gesicht. Als das Opfer um Hilfe schrie, flüchtete er. Drei Tage zuvor soll er eine Frau aus dem arabischen Raum durch mehrere Geschäfte verfolgt,und ihr, als sie sich das verbat, kräftig an den Hintern gefasst haben. Sie erkannte ihn später in einem Geschäft wieder.

Dem Angeklagten verging das Grinsen, als ihm der Richter klar machte, dass da möglicherweise ein längere Gefängnisstrafe auf ihn zukommen könnten, aber ein Geständnis, das den Opfern eine weitere eingehende Befragung vor Gericht erspare, positiv gewertet würde. Mahmoud A.ließ seinen Verteidiger in seinem Namen eine Erklärung abgeben. Fragen beantwortete er nicht.

Punkt 1. Nicht er habe die Frau sexuell attackiert, sondern sie sei zudringlich geworden, habe mit zu ihm nach Hause gewollt, ihn sexuell bedrängt, sich auf ihn gesetzt, ihn geküsst, überall angefasst, und ihn, trotz seiner Bitten, nicht weggelassen. Er sei so verunsichert gewesen, dass er geweint habe. Wenn das stimme, so der Richter, wäre dies ein klarer Fall von sexueller Nötigung ihrerseits - eine Strafanzeige gegen die Frau wollte Mahmoud A. aber großzügigerweise nicht stellen.

Punkt 2.. Er habe der Frau nur helfen wollen, sie habe ihn aber als Dieb bezeichnet, und um klar zustellen, dass dies nicht stimme, könne es möglicherweise zu ein paar Schlägen gekommen sein. Ein sexuelles Motiv habe es nicht gegeben.

Punkt 3. Er habe der Frau nicht in den Hinter gekniffen oder derb angefasst, sondern ihn nur „leicht touchiert“ und das sei nicht böse gemeinst gewesen. Merke: Wenn man einer wildfremden Frau an den Hintern fasst, ist das nett gemeint. Zudem sei er in allen Fällen betrunken gewesen.

Diese Einlassung machte die Sache nicht besser, da passte nicht viel. Nun müssen doch die Opfer vor Gericht aussagen.Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesjustizminister Heiko Maas hält am Montag, 17. Juli, im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden einen Vortrag mit dem Titel „Fake News und Hate Speech im Social Web – was der Staat dagegen tun kann und muss“. Zu der Veranstaltung laden das Institut für Kommunaktionswissenschaft und dessen Förderverein sowie die Philosophische Fakultät.

05.07.2017

Wieviele Stellplätze müssen für ein Wohnhaus nachgewiesen werden? Bisher galt in Dresden die Regel: Einer pro Wohnung. Doch mit der neuen Stellplatzsatzung soll die starre Regel liberalisiert werden. Für Carsharing oder Radstellplätze gibt es Abminderungsfaktoren.

05.07.2017

Die Landeshauptstadt fordert bahnlärmgeplagte Dresdner auf, sich an der Erstellung des Lärmaktionsplanes für alle Haupteisenbahnstrecken des Bundes zu beteiligen. Das Eisenbahn-Bundesamt, das derzeit an dem Plan arbeitet, nimmt bis zum 25. August Hinweise auf Betroffenheit durch Schienenlärm auf, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt.

04.07.2017
Anzeige