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Prozess um falsche Fünfziger in Dresden

Miese Blüten Prozess um falsche Fünfziger in Dresden

Studenten sind, wenn sie nicht gerade reiche Eltern haben, finanziell meist etwas klamm. So ging es auch Felix H. und Max L. Es reichte, trotz Nebenjob, gerade so, aber beide wollten ihren Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen. So kamen sie auf eine demutsdämlichdumme Geschäftsidee – Falschgeld.

Prozess um falsche Fünfziger in Dresden

Quelle: dpa

Dresden. Studenten sind, wenn sie nicht gerade reiche Eltern haben, finanziell meist etwas klamm. So ging es auch Felix H. und Max L. Es reichte, trotz Nebenjob, gerade so, aber beide wollten ihren Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen. So kamen sie auf eine demutsdämlichdumme Geschäftsidee – Falschgeld. Das brachte ihnen gestern einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts ein.

Felix H. war im Darknet, dem „dunklen Netzt, eine Art Internet-Schwarzhandel, wo man Dinge bekommt, die man nicht bekommen sollte, auf eine Seite gestoßen, wo Falschgeld angeboten wurde. Zuerst amüsierten sie sich darüber, freundeten sich dann aber mit dem Gedanken an, Falschgeld zu bestellen, damit Kleinigkeiten zu bezahlen und dann das Wechselgeld in echten Euros zu haben.

Sie chatteten über verschiedene Angebote, Bewertungen und Preise, und das in einer konspirativen Mischung aus Englisch und Sächsisch, die dem landläufigen „Angelsächsisch“ eine völlig neue Bedeutung gibt. Dann orderte H. im Darknet unter seiner Adresse zehn 50-Euro-Noten bei einem Händler im italienischen Napoli. Das kostete plus Versandkosten 210 Euro, die er auf einem Treuhandkonto lagerte. Als das Geld in einem Briefumschlag, ausgelegt mit Alufolie, bei ihm ankam, gab er die Summe frei. Allerdings stellten beide dann fest: Das waren schlecht gemachte Fälschungen, die gar nicht oder nur nachts in ganz dunklen Kneipen zu verwenden waren. Das bestätigte gestern auch ein Kriminalbeamter. „Das war eine lausige Qualität, das Papier war schlecht, Sicherheitskennzeichen fehlten. Jeder gute Verkäufer hätte das bei normalem Licht sofort bemerkt.“ Die 210 Euro waren nicht gut angelegt.

Die beiden betrogenen Betrüger hatten allerdings gar keine Chance, einen Versuch zu starten, die falschen Fünfziger unter die Leute zu bringen. Die italienische Polizei hatte dem Bundeskriminalamt einen Tipp gegeben, dass mehrere Falschgelsendungen aus Italien unterwegs seien, das BKA informierte die sächsischen Behörden und so stand am nächsten Tag die Polizei vor der Tür.

Beide Angeklagte waren sichtlich erschrocken, als ihnen klar wurde, dass dies kein dummer Jungenstreich, sondern ein Verbrechen war, dass im Erwachsenenstrafrecht mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft wird. Die beiden Studenten waren zur Tatzeit noch Heranwachsende, sind nicht vorbestraft, waren kooperativ und geständig, was ihnen positiv angerechnet wurde. Zudem haben sich wirklich dilettantisch, stümperhaft und „kindisch-kindlich“ angestellt. Sie wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt und müssen je 100 soziale Arbeitsstunden leisten. Das dürfte neben dem Studium hart werden, aber so haben sie keine Zeit auf dumme Gedanken zu kommen.

Von Monika Löffler

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