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Lokales Manipulation und eine angebliche Affäre: Prozess gegen „Freie Kameradschaft Dresden“ gefährdet
Dresden Lokales Manipulation und eine angebliche Affäre: Prozess gegen „Freie Kameradschaft Dresden“ gefährdet
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14:31 07.11.2018
Seit mehr als einem Jahr muss sich Benjamin Z. mit fünf weiteren Angeklagten vor dem Landgericht Dresden unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten. Quelle: dpa
Dresden

Der inhaftierte mutmaßliche Anführer der „Freien Kameradschaft Dresden“, Benjamin Z., hat offenbar aus dem Gefängnis heraus versucht, sein Gerichtsverfahren zu manipulieren. Das geht aus Chatverläufen hervor, die dem MDR-Magazin „Exakt“ vorliegen. Demnach hatte Benjamin Z. aus der Untersuchungshaft in der JVA Torgau mit einem illegalen Internetzugang über sieben Monate hinweg engen Kontakt zu seinen Kameraden und Mitangeklagten.

Dem im Juli 2018 beschlagnahmten Tablet konnten Ermittler Hinweise entnehmen, wonach Benjamin Z. Zeugenaussagen zu beeinflussen versuchte und Verfahrensinterna an seine Kameraden verriet. Der innenpolitische Sprecher der Grünen im sächsischen Landtag, Valentin Lippmann, bezeichnete die Panne als „Supergau“, wenn so etwas passiere, sei „die Integrität eines solchen großen Strafverfahrens“ gefährdet.

MDR-„Exakt“ liegen darüber hinaus Hinweise vor, wonach der angeklagte Rechtsextremist eine Affäre mit einer Schöffin des Verfahrens gehabt haben soll. In einer Art zweiseitigem Lebenslauf schreibt Z.: „Übrigens hatte ich vor der Verhandlung etwas mit der Schöffin“. Zuvor hatte ein Wegbegleiter des inhaftierten Rechtsextremisten gegenüber einem „exakt“-Reporter von einer Liaison zwischen Benjamin Z. und der Schöffin berichtet.

Sächsische Abgeordnete sehen darin eine mögliche Gefährdung des Verfahrens. „Wenn ich mir vorstelle, dass es so ist, dass einer der Angeklagten in irgend einer Art und Weise eine Beziehung zu einer Schöffin hatte, dann mach ich mir Sorgen, wie dieser Prozess noch weiter gehen kann“, kommentierte die Linken-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz gegenüber „Exakt“.

Das sächsische Justizministerium wollte sich zu dem konkreten Fall auf MDR-Anfrage nicht äußern.

Seit mehr als einem Jahr muss sich Benjamin Z. mit fünf weiteren Angeklagten vor dem Landgericht Dresden unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten. Die Gruppe steht unter Verdacht, an Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte und alternative Jugendklubs beteiligt gewesen zu sein. Dabei soll sie mit der rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe Freital“ kooperiert haben.

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