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Lokales FKD-Prozess: Schöffin räumt Affäre mit Angeklagtem ein
Dresden Lokales FKD-Prozess: Schöffin räumt Affäre mit Angeklagtem ein
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21:55 09.11.2018
Mitglieder der „Freien Kameradschaft“ stehen derzeit in Dresden vor Gericht. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Dresden

Im Prozess gegen Mitglieder der rechtsextremen „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) hat sich eine zweite Panne bestätigt. Nach Aussagen von Prozessbeteiligten hat eine Schöffin eine frühere Affäre mit dem Hauptangeklagten eingeräumt. Darüber hatte am späten Donnerstagabend bereits das MDR-Magazin „exakt“ berichtet.

Dem Vernehmen nach informierte die Frau einen Schöffen und einen Ergänzungsrichter über ihr Verhältnis mit dem Angeklagten. Deren Aufforderung, dies dem Vorsitzenden Richter mitzuteilen, kam sie aber offenbar nicht nach. Verteidigung und Nebenklage stellten deshalb am Freitag eine Reihe von Befangenheitsanträgen. Der Prozess wurde auf den kommenden Freitag (16. November) vertagt.

Zweite Panne innerhalb weniger Tage

Schon zuvor musste das Justizministerium eine Kommunikationspanne einräumen. Demnach konnte der mutmaßliche Rädelsführer der FKD monatelang aus der Untersuchungshaft in Torgau via Tablet nach außen kommunizieren. Die genauen Umstände sind noch unklar. Das Tablet war nur als Lesegerät für Prozessunterlagen gedacht. Vermutlich nutzte er den Hotspot eines ins Gefängnis geschmuggelten Mobilfunkgerätes.

In dem seit mehr als einem Jahr laufenden Verfahren sind fünf Männer und eine Frau wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Parallel läuft ein zweites Verfahren gegen vier Mitglieder der FKD.

Von dpa/sag