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Lokales Prozess gegen Dresdner Moschee-Bomber beginnt
Dresden Lokales Prozess gegen Dresdner Moschee-Bomber beginnt
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11:14 22.01.2018
Spuren der Explosion am Eingang der Moschee auf der Hühndorfer Straße. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Mehr als 15 Monate nach den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und das Kongresszentrum in Dresden muss sich der mutmaßliche Bombenleger vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen den 31 Jahre alten Rechtsextremisten beginnt am 31. Januar vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Dresden, wie ein Sprecher bestätigte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben dem Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen unter anderem auch versuchten Mord in vier Fällen vor. Die Anschläge wenige Tage vor den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden hatten bundesweit Entsetzen ausgelöst.

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Unbekannte haben am Montagabend in Dresden zwei Sprengstoffanschläge verübt. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, detonierte kurz vor 22 Uhr ein Sprengsatz an der Moschee an der Hühndorfer Straße in Cotta. Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe am Kongresszentrum

Der Dresdner, der auch schon als Redner beim islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis in Erscheinung getreten war, soll am 26. September 2016 aus ausländerfeindlichen Motiven vor der Tür der Fatih Camii Moschee in Dresden-Cotta drei selbstgebaute Rohrbomben sowie Behälter mit brennbarer Flüssigkeit abgelegt und mittels Zeitschaltuhr gezündet zu haben.

Die Fatih Camii Moschee

Die Fatih-Camii-Moschee gehört der deutsch-türkischen Gemeinde Dresden, die sich nach der Wende konstituierte. Diese hat sich der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, kurz DiTiB, angeschlossen. DiTiB untersteht dem staatlichen Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Türkei.

Die Dresdner Gemeinde hat rund 150 Mitglieder. Etwa 300 Menschen kommen regelmäßig zum Freitagsgebet in die Moschee. Die Gemeinde finanziert sich nach eigenen Angaben über Spenden.

Laut Anklage hat er gewusst, dass sich die vierköpfige Familie des Imam in der Wohnung hinter der Tür befand. „Zu schwerwiegenderen Folgen kam es nur deshalb nicht, weil die Spreng- und Brandvorrichtung nicht wie geplant vollständig gezündet hat“, heißt es darin. Anschließend habe er auf dem Dach des Kongresszentrums einen weiteren Sprengsatz gezündet. Dort blieb es ebenfalls bei Sachschaden.

An den Tatorten gesicherte DNA-Spuren hatten zu dem 31-Jährigen geführt. Im Dezember 2016 war er auf einer Baustelle in Hessen festgenommen worden, wo er auf Montage tätig war. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Bei der Durchsuchung seiner Dresdner Wohnung war neben diversen Gegenständen zur Herstellung von Spreng- und Brandvorrichtungen auch ein mehr als viereinhalb Kilo schwerer Sprengsatz entdeckt worden, der „zum jederzeitigen Abtransport und Einsatz“ bereitgelegen habe, wie die Ermittler damals mitteilten.

Außerdem soll auch eine Bombenattrappe, die an einer Elbebrücke gefunden wurde, auf das Konto des Mannes gehen.

dpa

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