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Prozess: 22-Jähriger soll in Löbtau auf Nachbarn geschossen haben

Schießerei Prozess: 22-Jähriger soll in Löbtau auf Nachbarn geschossen haben

Mohamed S. und seine Lebensgefährtin Michaela waren am Abend des 4. Juni 2016 dabei, den Geburtstag ihrer kleinen Tochter vorzubereiten. Doch plötzlich wurde geschossen. Der Schütze soll Tomy K. gewesen sein. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.


Quelle: dpa

Dresden. Mohamed S. und seine Lebensgefährtin Michaela waren am Abend des 4. Juni 2016 dabei, den Geburtstag ihrer kleinen Tochter vorzubereiten. Es war noch sehr heiß, alle Fenster ihrer Wohnung auf der Emil-Ueberall-Straße in Löbtau standen offen. Sie packten Geschenke, schmückten das Zimmer als sie gegen 23 Uhr plötzlich seltsame Geräusche hörten. „Das klang, als ob jemand mit Steinen warf“, sagte der 52-Jährige. Er ging auf den Balkon um nachzuschauen, da traf ihn etwas im Gesicht. Es war ein Projektil, dass offenbar von einem Luftgewehr stammte. Mohamed S. blutete stark und informierte die Polizei. Es fielen weitere Schüsse durch die geöffneten Fenster, selbst als die Beamten und der Krankenwagen vor Ort waren, wurde geschossen – insgesamt etwa 30 Minuten lang. In der Wohnung fanden sich Dutzende Projektile – auf dem Balkon, im Schlafzimmer, wo zwei kleine Kinder schliefen, in der Küche.

Der Schütze soll Tomy K. gewesen sein. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss er sich derzeit vor dem Amtsgericht verantworten. Der 22-Jährige wies die Vorwürfe gestern zurück. „Ich habe nicht geschossen, ich habe gar keine Waffen“, erklärte er entschieden. Eine Waffe war bei ihm nicht gefunden worden, aber auf einem der Projektile aus der Wohnung seine DNA. „Ich kann mir nicht erklären, wie die auf die Patrone gekommen ist, „sagte der Angeklagte.

Er sei an jenem Abend gar nicht zu Hause, sondern bei seiner Freundin gewesen . Auf dem Heimweg habe er im Hof noch eine Zigarette geraucht und sei dort von Polizisten angesprochen worden, ob er etwas bemerkt habe. Erst dann habe er mit den Beamten seine Wohnung betreten, erzählte er gestern. Den Polizisten hatte er allerdings damals gesagt, er sei in seiner Wohnung gewesen, habe die Schießerei gehört und sei deshalb auf den Balkon und dann nach unten gegangen. Da passt einiges nicht zusammen.

Die Schüsse könnten von Wohnung des Angeklagten aus dem gegenüberliegenden Haus auf der Lange Straße gekommen sein. „Das würde von der Richtung passen“, erklärte ein Polizeibeamter. „Wir bemerkten in jenem Haus auf einem Balkon zwei Personen, eine Frau und einen Mann. Uns fiel dann auf, dass immer, wenn der Mann den Balkon verließ, Ruhe war. Ging er rein knallte es wieder.“ Genau zuordnen, woher die Schüsse kamen, konnten die Beamten aber nicht.

Mohamed S. und seine Lebensgefährtin können sich die Tat nicht erklären. Das Paar lebt seit Jahren in Dresden, betreibt einen Autohandel, wohnt seit drei Jahren in der Wohnung in Löbtau, kommt mit den Nachbarn gut aus. Tomy K. kannten sie bis dahin gar nicht. Beide sind empört, haben aber die Schießerei irgendwie verkraftet, anders ihre Kinder. „Die haben sich danach gar nicht mehr ans Fenster oder auf den Balkon getraut. Sie hatten richtig Angst“, erzählte die Mutter. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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