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Proteste gegen Plattenbau-Hotel an der Dresdner Antonstraße

„Baukultur geht den Bach runter“ Proteste gegen Plattenbau-Hotel an der Dresdner Antonstraße

Die Bagger rollen bereits und die Baugenehmigung liegt seit Ende März vor – die Kritik kommt zu spät. Die Firma benchmark. errichtet direkt hinter der Marienbrücke auf der Antonstraße 45 einen Hotelneubau, der schon jetzt vielen Dresdnern sauer aufstößt.

Die Bagger rollen, die Baugenehmigung für das Hotel besteht seit Ende März.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. Die Bagger rollen bereits und die Baugenehmigung liegt seit Ende März vor – die Kritik kommt zu spät. Die Firma benchmark. errichtet direkt hinter der Marienbrücke auf der Antonstraße 45 einen Hotelneubau, der schon jetzt vielen Dresdnern sauer aufstößt. Denn geplant auf dem engen Grundstück zwischen Brücke und dem dicht bebauten Areal der inneren Neustadt ist ein sechsgeschossiger „Riegel“ in Form eines Plattenbaus.

Die Stadtratsfraktion der Linken kritisiert nun bereits vor der Grundsteinlegung sowohl die Architektur des Gebäudes als auch die Herangehensweise der Verwaltung. „Häufig kommen Protest und Anregung aus der Gestaltungskommision zu spät, wenn bereits Baurecht besteht“, sagte Linken-Stadtrat Tilo Wirtz, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung. So sei das Billighotel ein weiterer Nackenschlag für die Baukultur in Dresden.

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Arbeiten für ein Plattenbau-Hotel an der Dresdner Antonstraße

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Ebenfalls scharfe Kritik am geplanten Neubau hinter der Marienbrücke übt die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND).“Der Zeilenbau mit Staffelgeschoss und beidseitig geschlossenen Seitenwänden stellt keinerlei Bezug zur benachbarten historischen Architektur her“, teilte der GHND-Vorstand in einer Erklärung mit. So sei die Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt ein Bruch mit Paragraph 34 des Baugesetzbuches, nachdem die Eigenart der näheren Umgebung in die Architektur der Neubauten einfließen muss.

Wie die Stadt nun auf DNN-Anfrage mitteilte, stehe der Entwurf aber in Einklang zu diesem Paragraphen. Deshalb hält man die Kritik für ungerechtfertigt. „Das Bauvorhaben entspricht allen gesetzlichen Bestimmungen“, heißt es aus dem Bauamt. So sei lediglich das abschließende Farb- und Materialkonzept noch zu bestätigen.

So soll das „Super-8“-Hotel aussehen

So soll das „Super-8“-Hotel aussehen. Für Stadtrat Tilo Wirtz (Linke) ein „Billigbau“ der nicht ins Bild passt.

Quelle: DEAL

Stadtrat Wirtz hätte sich eine grundlegende Diskussion zu diesem Projekt im Vorfeld der Baugenehmigung gewünscht und regt diese Vorgehensweise für die Zukunft an. „Seitens der Stadt bedürfte es des Mutes, der Konfliktfähigkeit und der Einigkeit, die Instrumente des Baugesetzbuches zu zeigen und sie auch anzuwenden.“ So gehe aktuell die Baukultur in Dresden immer weiter den Bach runter.

Laut dem Wirtschaftsmagazin DEAL investiert die benchmark. rund zehn Millionen Euro in den Neubau, der künftig unter dem Firmennamen „Super 8“, einem Billiglabel der Wyndham Hotel Group, rund 176 preisgünstige Zimmer mit teilweise bestem Blick auf die Altstadt anbieten kann. Laut einem Unternehmenssprecher soll noch in diesem Jahr der Grundstein für den Rohbau ohne Keller und Tiefgarage gelegt werden. Auch hier sieht der Vorstand der GHND Konfliktpotential. So müssten künftig die Fahrzeuge der Kurzzeitmieter und Hotelgäste in umliegenden Straßen abgeparkt werden.

Zudem sei der Blick von der Brühlschen Terrasse aus auf die Radebeuler Höhenzüge gefährdet. Deshalb fordere man von der Stadt sofort die Offenlegung der Planungen sowie eine Prüfung der Höhenentwicklung. Da bereits Baurecht herrscht, haben die Kritiker aber wenig Hoffnung auf eine Änderung der bestehenden Pläne. „Die Gestaltungskommision ist ein zahnloses Freitagsgremium. Sobald im Stillen beantragte Bauvorbescheide oder Baugenehmigungen vorliegen, tendiert die Neigung etwas zu ändern bei den Bauherren nämlich gegen Null“, heißt es in der Erklärung der Linken Stadtratsfraktion.

Der Investor lies auf DNN-Anfrage mitteilen, dass alle üblichen Auflagen und Einschränkungen erörtert, berücksichtigt und in die Baugenehmigung eingeflossen sein. Man wolle das Hotel wie geplant im Herbst 2018 eröffnen. Neben der Stadtratsfraktion der Linken und der GHND sehen viele weitere Dresdner den geplanten Neubau kritisch. Unter anderem bezeichnete der Verein StadtbildDD die Architektur als „gestalterischen Missgriff“.

Das Bauamt hingegen verteidigt die Pläne, man habe gemeinsam mit dem Investor sein Vorhaben in der Gestaltungskommision besprochen. Dieser habe daraufhin gewisse Anregungen aufgegriffen und seinen Entwurf „deutlich Verbessert“, heißt es auf DNN-Anfrage.

Von Sebastian Burkhardt

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