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Lokales Programmkino zieht ins Kraftwerk Mitte
Dresden Lokales Programmkino zieht ins Kraftwerk Mitte
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11:21 22.08.2018
Bis 2025 ist die Altbausubstanz auf dem Kraftwerksareal saniert. Quelle: Drewag
Dresden

Vier gute und eine schlechte Nachricht vom Kraftwerk Mitte. Frank Neuber, Prokurist der Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag), kündigte am Dienstag den Sanierungsstart für gleich vier Gebäude auf dem Kraftwerksgelände an. Einen Rückschlag gibt es beim Gebäude „Schaltanlage“, im Volksmund wegen einer eigenwilligen Innenarchitektur auch „Alcatraz“ genannt: Die Baukosten haben sich verdoppelt, ein Baubeginn ist in weite Ferne gerückt.

Neuber bleibt optimistisch: „Wir werden gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden eine Lösung finden. Bis 2025 ist die Altbausubstanz komplett saniert.“ Auf dem Gelände soll auch noch ein Neubau entstehen. Konkrete Pläne dafür gibt es laut dem Drewag-Prokuristen aber noch nicht.

Speicher (ehemaliges Sozialgebäude)

Schon im Oktober soll die Sanierung beginnen. Die Drewag wird in das Gebäude ein Programmkino mit zwei Sälen einbauen, die Kapazität soll 130 und 40 Personen betragen. Im Foyer mit Bar werden 50 Personen Platz finden. „Wir rechnen mit 2500 Vorstellungen und 40 000 Besuchern pro Jahr.“ Der Betreiber des Kinos bleibt noch geheim.

Ins Erdgeschoss des Gebäudes wird eine Gastronomie mit 150 Plätzen einziehen. Betreiber wird der Dresdner Gastronom René Kuhnt, der bereits mit dem Bistro T1 auf dem Kraftwerksgelände vertreten ist. Das Restaurant wird 150 Gästen Platz bieten. Geplant seien ein offenes Buffet mit Selbstbedienung, aber auch Bereiche, in denen à la carte mit Bedienung gespeist werden kann. Es soll einen separaten Theaterclub mit Raucherlounge ebenso geben wie einen Freisitz mit Biergarten. Die Fertigstellung kündigte Neuber für Ende 2019 an.

Reaktanzenhaus

Dieses Gebäude soll laut Neuber ab Februar 2019 zu einem städtischen Medienkompetenzzentrum umgebaut werden. Das Medienkulturzentrum Dresden wird gemeinsam mit seinen Partern Trickfilmschule „Fantasia“, Filmpädagogischer Verein „Objektiv“ und Deutsches Institut für Animationsfilm zahlreiche schulische und außerschulische Projekte für Kinder und Jugendliche gestalten. „Es bieten sich großartige Synergieeffekte durch die räumliche Nähe zum theater junge generation“, so der Drewag-Prokurist. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant.

Lichtwerk

Größtes Vorhaben ist das Lichtwerk direkt neben den Theatergebäuden. Die Puppentheatersammlungen des Freistaates, das Heinrich-Schütz-Konservatorium, ein Club und eine gastronomische Einrichtung sollen hier einziehen. Baubeginn ist im Mai 2019, Umbau und Sanierung werden bis Sommer 2021 dauern, erklärte der Drewag-Prokurist. Der Umbau werde denkmalgerecht erfolgen, die historischen Schalterschränke sollen erhalten bleiben.

Villa

Das wohl schönste Gebäude auf dem Kraftwerksgelände ist die Fabrikantenvilla. Eigentlich sollte ein Kindergarten eingerichtet werden, aber das scheiterte an den strengen Auflagen. Nun wird ab Oktober 2019 ein Haus der Kulturen und Begegnung entstehen. Träger ist das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“, der Mietvertrag stehe kurz vor dem Abschluss, erklärte Neuber. Die Villa soll bis Ende 2020 zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft werden.

Schaltanlage

In dieses Gebäude sollte ein „Innovation Hub“ einziehen mit dem Schwerpunkt IT. Zu Deutsch: Es sollten Räume für junge Unternehmen der Computerbranche entstehen. Doch das Gebäude lässt sich nur mit hohem Aufwand sanieren. Die Decken müssen entfernt werden, weil der Beton schlecht ist, wie Neuber sagte, im Boden wurde Öl gefunden. Die Fundamente halten nicht, eine Komplettentkernung ist der einzige Weg. „Die Baukosten werden sich verdoppeln. Wir arbeiten gemeinsam mit der Stadt an einer Finanzierung“, so Neuber.

Die Außenanlagen

In wenigen Tagen wird die Statue „Der Erwartende“ von Roland Zigan eingeweiht. Bis 2019 soll ein Konzept für die Bespielung des öffentlichen Raumes im Kraftwerksareal erarbeitet werden, das bis 2020 umgesetzt wird, kündigte der Drewag-Prokurist an.

Die Kosten

Der Umbau der Schaltzentrale kostet rund 14 Millionen Euro, davon sind 3,6 Millionen Euro Fördermittel. Die anderen drei Gebäude werden zwischen zwei und drei Millionen Euro kosten, so Neuber. „Die Unterstützung durch die Stadt ist hervorragend.“

Sommerfest

Am 1. September laden alle Mieter und Nutzer von 14 bis 22 Uhr auf das Kraftwerksareal ein.

www.kraftwerk-mitte-dresden.de

Von Thomas Baumann-Hartwig

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