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Lokales Pritsche in der Zelle statt Hotelbett: Betrüger verurteilt
Dresden Lokales Pritsche in der Zelle statt Hotelbett: Betrüger verurteilt
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08:47 11.07.2017
Am Montag kassierte der Betrüger zwei Jahre ohne Bewährung. Quelle: dpa-Zentralbild/Symbol
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Dresden

Am 18. März nahm Mike L. Quartier in der Justizvollzugsanstalt. Die anderthalb Monate davor wohnte der eigentlich Wohnungslose komfortabler. Der 47-Jährige hatte sich in verschiedenen Hotels eingemietet – allerdings ohne das nötige „Kleingeld“ in der Tasche. Zeitweise hatte er sogar mehrere Zimmer gleichzeitig gebucht. Die Rechnungen konnte er nicht zahlen – Schaden: mehrere Tausend Euro. Wegen Betrugs in 13 Fällen stand er jetzt vor dem Amtsgericht.

Das Vorgehen war immer gleich: Er buchte ein Zimmer für einige Tage und verlängerte dann ständig seinen Aufenthalt. Am längsten hielt er es in einem Hotel auf der Mobschatzer Straße aus, dort residierte er einen halben Monat. Am 3. März hatte er, vorsichtshalber mit falschem Namen, ein Zimmer mit Frühstück gebucht und die Buchung per E-Mail oder bei verschiedenen Mitarbeiterinnen an der Rezeption ständig verlängert. In dem selben Hotel buchte er zudem noch bis Mitte April ein Apartment, was er nie bewohnte, er hatte ja sein Zimmer. Am 17. März klickten die Handschellen. Gleichzeitig hatte er noch ein Zimmer in einem anderen Hotel gebucht.

Der Angeklagte gab alle Taten zu. „Ich habe mich schon gewundert, dass man so lange keine Bezahlung von mir gefordert hat.“ Da ist was dran, normalerweise sind Hotels nicht immer so geduldig, wenn es um die Rechnung geht. Die Begründung für das kriminelle Tun war eher fadenscheinig: Er habe sich in einer ausweglosen Situation gesehen, da ihm der Widerruf von mehreren Reststrafen drohe. Warum begeht er, wenn er nicht ins Gefängnis will, weitere Straftaten? Wer ein Vorstrafenrregister wie der 47-Jährige hat, er wurde allein wegen Betruges 14 Mal verurteilt, weiß doch, was ihm blüht. Mike L. war mit seinen Gaunereien europaweit unterwegs. Am Montag kassierte er zwei Jahre ohne Bewährung und da kommt noch was drauf. Offen sind noch zwei Jahre aus einem polnischem Urteil und 25 Monate aus der Schweiz.

Von Monika Löffler

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