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Lokales Primark-Eröffnung in Dresden: Der große Ansturm blieb aus
Dresden Lokales Primark-Eröffnung in Dresden: Der große Ansturm blieb aus
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17:28 09.09.2015

Um den erwarteten rund 15000 Kunden zum Start gerecht zu werden, hatte der Textilriese eigens gemeinsam mit der Verwaltung ein Sicherheiitskonzept erarbeitet. Doch die Absperrgitter in der Galerie waren nicht nötig.

Pünktlich um 11 Uhr am Donnerstagvormittag war es soweit: Die Dresdner Primark-Filiale in der Centrum Galerie öffnete ihre Türen für die Besucher. Zuvor hatte Baubürgermeister Jörn Marx das Band durchschnitten. Der befürchtete Ansturm der Massen blieb aus. Am Morgen versammelten sich rund 150 Leute vor dem Laden. Als dann der Startschuss fiel, füllte sich der Laden jedoch schnell. Darunter auch etliche Bloggerinnen, die der Konzern nach Dresden geladen hatte.

Wolfgang Krogmann, Geschäftsführer von Primark-Deutschland sprach in seiner Eröffnungsrede von der Dresdner Filiale als ein Juwel und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Dresden. Bürgermeister Marx würdigte in seinem Grußwort die rund 570 neue Arbeitsplätze, die bei Primark entstanden sind. Der irische Textilriese stellte in seiner ersten sächsischen Filiale rund 570 neue Mitarbeiter davon, 116 davon in Vollzeit. „Mich hat die Euphorie der Belegschaft hier begeistert, das würde ich mir einmal bei der Straßen- oder Brückeneröffnung wünschen“, schmunzelte Marx.

Auf rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen sich nun täglich tausende Kunden mit den neusten Modetrends ausstatten, anfangen von T-Shirts ab 2,50 Euro bis zu Wintermänteln für 30 Euro. Neben aktuellen Trends und billigen Preis will die Kette auf gute Beratung setzen. „Wir arbeiten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, am Freitag und Samstag werden in den Stoßzeiten mehr Mitarbeiter im Laden arbeiten als an einem Mittwochvormittag“, so die Chef-Personalerin Petra Groth.

Die Primark-Verantwortlichen reagierten am Eröffnungstag auch auf die Kritik an den Produktions- und Arbeitbedingungen. „Wir teilen unsere Produktionsstätten zu 98 Prozent mit anderen Textilfirmen und setzten uns für bessere Bedingungen in unseren Herstellerländern ein“, so Petra Groth. Kürzlich sei das Unternehmen der Detox-Kampagne von Greenpeace beigetreten, verteidigte sich die Unternehmenssprecherin. So werden laut Primark alle Lieferkisten der Textilien zu Einkaufsbeutel recycelt, aus den Kleiderbügeln stelle man Druckerpatronen her.

Vor der Centrum Galerie formierte sich Protest gegen die Eröffnung des Primark-Ladens. „Wir möchten ein Zeichen gegen den Konsum setzen und die Menschen aufrütteln, nicht immer nur zu kaufen und zu kaufen“, erzählen die Protestlerin Alma und Hanna. „Primark beutet seine Mitarbeiter aus, sowohl die Näherin in Bangladesch als und die in Deutschland. Auch die Mitarbeiter in Dresden erhalten rund 680 Euro weniger im Monat als ihnen laut Tarif zustehen würde“, behauptet Schülerin Alma, die sich an den Protesten beteiligt hat.

jv

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