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Lokales Prießnitz wird mit Mammut-Projekt von Abwasser befreit
Dresden Lokales Prießnitz wird mit Mammut-Projekt von Abwasser befreit
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07:30 06.07.2018
Andreas Noffke, Bauleiter der Stadtentwässerung Dresden , steht vor den unterirdischen Rückschlagventilen für das Prießnitzabwasser. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Noch glänzen die Hochleistungspumpen unbenutzt im neuen unterirdischen Abwasserpumpwerk am Auslauf der Prießnitz. „Wir warten auf Regen“, sagt Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung Dresden. Dann soll das 8,5-Millionen Projekt ins fließen kommen. Zwei Jahre haben die Arbeiten für das neue unterirdische Abwasserpumpwerk unter der Forststraße gedauert.

Jetzt können dort bis zu 300 Kubikmeter mit Regen verdünntes Schmutzwasser aus dem Dresdner Norden gesammelt werden – Mit Toilettenpapier und Hygieneartikeln versetztes Abwasser, das bis jetzt bei Starkregen in den Unterlauf der Prießnitz gespült wurde. Nicht ohne Folgen: Mitarbeiter der Stadtentwässerung mussten die Abfälle aus dem Unterlauf der Prießnitz fischen und die unhygienischen Bedingungen waren ein Problem für die dort planschenden Kinder. Rund 25 mal pro Jahr sei das in der Vergangenheit vorgekommen, berichtet Stadtentwässerungssprecher Torsten Fiedler.

In das unterirdische Becken würde ein komplettes Haus passen

Jetzt fließt das mit Regen versetzte Schmutzwasser aus den Kanälen der Prießnitz-, Forst- und Radeberger Straße im neuen Abwasserpumpwerk zusammen. Ein spezieller Zufluss sorgt dafür, dass das Wasser schnell ins neue unterirdische Becken mit den Pumpen darin fließt. „Ähnlich, wie wenn die Wasserflasche beim Auskippen gedreht wird“, erklärt Strothteicher.

Mit einer Grundfläche von zehn mal zwölf Metern in einer Tiefe von rund zehn Metern könnte in dem neuen Abwasserpumpwerk problemlos ein Einfamilienhaus versenkt werden. Hochleistungspumpen schießen das gesammelte Wasser mit 700 Litern pro Sekunde durch einen neu gebauten Düker unter der Elbe hindurch in Richtung Altstadt. Das entspricht ungefähr vier Badewannen. Hier gelangt das Schmutzwasser im de Altstädter Abfangkanal und wird zum Klärwerk in Kaditz geleitet.

Schwimmbagger graben in der Elbe

Die Bauarbeiten gliederten sich in drei wesentliche Baustellen. Die größte Herausforderung bestand im Bau der unterirdischen Pumpleitung zwischen Neu- und Altstadt. Mit Schwimmbaggern wurde im Dezember 2016 eine drei Meter tiefe und rund zehn Meter breite Rinne gegraben. Anschließend zogen Spezialisten das Rohr für den Düker mit einer Seilwinde von der Alt- auf die Neustädter Seite.

Neben dem eigentlichen Pumpwerk wurde der ehemalige Regenüberlauf unter der Prießnitzstraße zu einem Einlaufbauwerk umgebaut. Mit neu verlegten Rohren wird das Abwasser nun unter der Prießnitz hindurch zum neuen Abwasserpumpwerk geleitet.

Vorsorge vor Klimawandel

„Das neue Abwasserpumpwerk ist Vorsorge vor dem Klimawandel, denn Starkregen wird häufiger werden“, sagt Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Die Grünen). Zusammen mit dem neuen Schmutzwasser-Wehr unter dem Rathenauplatz sollen Prießnitz und Elbe besser vor Schmutzwasser geschützt werden. Nach 2020 soll zudem ein Elbdüker am Körnerplatz entstehen. Dazu soll ein unterirdisches Überlaufbecken unter der Fidelio-F.-Finke Straße errichtet werden.

„Insgesamt hat Dresden rund 90 Abwasserpumpwerke“, berichtet Strothteicher. Ihre Größe variiert stark. So gibt es kleine Werke, an die nur wenige Häuser geschlossen sind und besonders große, wie das Johannstädter Abwasserpumpwerk, in dem die Pumpen bis zu 18 000 Liter pro Sekunde in die Kanäle leiten können.

Von Tomke Giedigkeit

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