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Präventionsprogramm für straffällige Jugendliche in Dresden arbeitet seit 20 Jahren

Jugend Präventionsprogramm für straffällige Jugendliche in Dresden arbeitet seit 20 Jahren

Seit 20 Jahren bietet eine Kooperation zwischen der Stadt Dresden und der Polizei Hilfe für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche. Das Konzept hat sich bewährt.

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Quelle: dpa

Dresden. „Unsere Aufgabe ist es, eine Straftat aufzuklären. Noch wichtiger aber ist es, eine Straftat zu verhindern“, sagt Detlef Lenk, Leiter des Referats Kriminalitätsbekämpfung bei der Polizeidirektion Dresden. Unterstützendes Werkzeug dabei ist das Interventions- und Präventionsprogramm der Jugendhilfe im Strafverfahren, auch kurz IPP genannt. Seit 20 Jahren bietet diese Kooperation zwischen Stadt und Polizei Hilfe für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche. Allein im vergangenen Jahr haben die vier IPP-Sozialarbeiter 1388 Personen bis 21 Jahre tatzeitnah, unmittelbar und auf freiwilliger Basis betreut.

Mutproben, Schulschwänzen, Ladendiebstähle, Schwarzfahren, Rangeleien auf dem Schulhof: „Viele junge Menschen wollen sich Abkoppeln, Ausprobieren, Rebellieren“, weiß Rainer Mollik, Sachgebietsleiter Jugendgerichtshilfe im Jugendamt. Werden sie dabei erwischt und von Beamten vernommen, sitzt der Schrecken tief. Hier kommt das IPP ins Spiel, das seine Räume direkt im Polizeigebäude hat. In den Gesprächen wird die Straftat aufgearbeitet, zum Ablauf des Strafverfahrens beraten und gemeinsam nach Möglichkeiten der direkten Wiedergutmachung gesucht. Dabei wird Eigeninitiative gefordert. „Man muss Verantwortung für das, was passiert ist, übernehmen. Das ist das Wichtigste“, erklärt Sozialarbeiterin Carola Hantzsch, die seit Anfang an dem Projekt beteiligt ist.

Und das Konzept, das auch nichtstrafmündige Kinder – unter 14 Jahre – mit einbezieht, geht auf: Etwa sechs Prozent der Delikte gehen auf Jugendliche zurück, diese Zahl ist seit Jahren konstant. Die Zahl der Intensivtäter aber, die mehrmals straffällig geworden sind, sinkt. „Das führen wir auf das IPP zurück“, sagt Lenk. Und: Nur etwa 30 Prozent der betreuten Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden begehen erneut Straftaten.

Das freut nicht nur die Polizei, sondern auch die Gerichte. Denn über die Vereinbarung, die klare Regeln und Maßnahmen wie Arbeitsstunden, Trainingskurse, Entschuldigungen, Erziehungsberatung oder Täter-Opfer-Ausgleich festlegen, wird die Staatsanwaltschaft informiert, die Akte mit einem speziellen Vermerk versehen. Und das zeigt oft Wirkung. Ein Großteil der Verfahren wird eingestellt. „In Dresden werden halb so viele Jugendgerichtsverfahren durchgeführt wie in Leipzig. Das zeigt, wie das Projekt wirkt“, so Mollik.

„Jeder einzelne Jugendliche, der nicht mehr straffällig wird, ist ein Erfolg und durch die präventiven Angebote können neben der erzieherischen Wirkung teure und zeitraubende Verfahren vermieden werden“, fasst es Dresdens Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) zusammen.

Von Christin Grödel

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